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14.06.2003 24 h Scharnebeck
Von Volkmar Mühl
Nach 1998 war Scharnebeck in diesem Jahr zum zweiten Mal Austragungsort der Internationalen Deutschen 24-h-Meisterschaften. Bei sehr guten äußeren Bedingungen feuerten die örtlichen Schützenkönige auf das Kommando von Organisationsleiter Dietmar Pumm vom ausrichtenden SV Scharnebeck pünktlich um 14.00 Uhr den Startschuss ab und 85 Läuferinnen und Läufer machten sich auf den beschwerlichen Weg über die ...
DM 24 h in Scharnebeck am 14./15. Juni 2003
Von Volkmar Mühl
Nach 1998 war Scharnebeck in diesem Jahr zum zweiten Mal Austragungsort der Internationalen Deutschen 24-h-Meisterschaften. Bei sehr guten äußeren Bedingungen feuerten die örtlichen Schützenkönige auf das Kommando von Organisationsleiter Dietmar Pumm vom ausrichtenden SV Scharnebeck pünktlich um 14.00 Uhr den Startschuss ab und 85 Läuferinnen und Läufer machten sich auf den beschwerlichen Weg über die längste Meisterschaftsdistanz im Ultralauf.
Anfangs sah es allerdings noch ganz und gar nicht beschwerlich aus, was den Zuschauern rund um die ca. 1500 m lange läufer- und zuschauerfreundliche Strecke am Rande von Scharnebeck, einer kleinen Gemeinde 7 km von Lüneburg entfernt, geboten wurde. Achim Heukemes vom SC Roth 52 nahm gleich zu Beginn das Heft in die Hand, als wolle er zeigen, dass der Weg zur Männermeisterschaft nur über ihn führen könne. Bei den Frauen drückte zunächst Mereth Rose von der LG Nord Berlin dem Rennen ihren Stempel auf. Sie passierte die 50 km-Marke nach 4.55.04 Stunden mit deutlichem Vorsprung vor allen Konkurrentinnen.
Bei den Männern lag zu diesem Zeitpunkt Gerald Dudacy vom USV Halle mit 4.20.13 Stunden vorn, Achim Heukemes hielt eine halbe Minute dahinter Tuchfühlung zum Führenden. Vorjahresmeister Sigurd Dutz vom Ultra Sport Club Marburg lag mit 4.34.13 Stunden fast eine Viertelstunde hinter dem Führungsduo zurück und man fragte sich, ob er diesen Rückstand noch wettzumachen in der Lage sein würde.
Dann kam die Nacht und die äußeren Bedingungen wandelten sich von 21 ° C und gelegentlicher Sonneneinstrahlung bis herunter auf 8 ° C. Die ungewohnte Kühle bescherte so manchem Teilnehmer Magen- und Muskulaturprobleme, die sich in Form ungeplanter Auszeiten bemerkbar machten.
Achim Heukemes stieg gg. 04.00 Uhr nach 78 Runden aus dem Wettkampf aus, nachdem er aufgrund einer erst vor einigen Wochen überstandenen Lungenentzündung Atmungsprobleme bekam. Mereth Rose musste ihrem hohen Anfangstempo Tribut in Form von Erholungsphasen zollen, bewies jedoch Kampfgeist und belegte am Ende mit 189,024 km Rang sechs der Frauenwertung.
Die Führung bei den Frauen hatte am frühen Morgen die in Hamburg lebende und für den 100 Marathon Club startende Polin Barbara Szlachetka übernommen. Ihr dicht auf den Fersen war Cornelia Bullig von der LG Nord Berlin. Die Vorjahresmeisterin hatte verhalten begonnen und war in gleichmäßigem Tempo gut durch die Nacht gekommen. Ihre intensive Vorbereitung auf diese Meisterschaft und eine taktisch kluge Renneinteilung zahlten sich am Ende aus. Auch wenn sie „nur“ Vizemeisterin wurde – mit 207,889 km übertraf sie ihre persönliche Bestleitung aus dem Vorjahr um fast 10 km und entsprechend zufrieden nahm sie die zahlreichen Glückwünsche bei der Siegerehrung entgegen. Die neue Deutsche Meisterin Barbara Szlachetka absolvierte mit 211,990 km gut 2 Runden mehr und stellte damit ganz nebenbei einen neuen polnischen Rekord auf. Ilona Schlegel von Melpomene Bonn vervollständigte als Dritte das Siegertrio mit 199,410 km.
Bei den Männern sah es am Vormittag so aus, als könnte es noch zu einem spannenden Zweikampf um den Sieg kommen. Sigurd Dutz hatte zwar 2 Runden Vorsprung auf Gerald Dudacy herausgelaufen, wurde von diesem jedoch immer wieder attackiert. In der Schlussphase des Rennens gab Gerald noch einmal alles und verkürzte den Abstand kontinuierlich Meter um Meter. Den Sieg von Sigurd Dutz in neuer persönlicher Bestleistung von 232,406 km konnte er mit erreichten 230,269 km allerdings nicht mehr ernsthaft in Gefahr bringen. Gesamtdritter bei den Männern wurde Eugen Leipner vom Ultra Sport Club Marburg mit 218,357 km.
Eine Besonderheit dieser Meisterschaften liegt darin, dass bei der Mannschaftswertung auf eine Geschlechtertrennung verzichtet wird. Dennoch blieben die Frauen und Männer in den vorderen Teams unter sich. So errang der MTV Amelinghausen in der Besetzung Stefan Schubert, DUV-Sportwart Dr. Rüdiger Carlberg und Manfred Goldbeck Rang 3, den Vizetitel belegte die LG Nord Berlin in einer reinen Frauenbesetzung mit Cornelia Bullig, Heike Pawzik und Mereth Rose. Der Titel des Deutschen Mannschaftsmeisters ging an den Ultra Sport Club Marburg mit Sigurd Dutz, Eugen Leipner und Harald Bajohr.
Besonders herauszustellen ist die Leistung von Marianne Dahl vom TSG Großburgwedel. Die W 60-Siegerin stellte mit zurückgelegten 183,738 km einen neuen deutschen Altersklassenrekord auf, indem sie die bisherige Bestmarke von Gerda Schröder aus dem Jahre 1989 um fast 7 km (!) übertraf. In der Gesamtwertung der Frauen belegte sie damit Rang 7.
An dieser Stelle soll auch die Leistung des ältesten Teilnehmers gewürdigt werden. Horst Feiler, mittlerweile im 2. Jahr in der M 80 unterwegs, spulte souverän Runde um Runde ab und wurde am Ende nach erreichten 125 km mit der Goldmedaille seiner Altersklasse geehrt. Dass er damit das besondere Medieninteresse auf sich zog (der NDR berichtete am 15.6. in der abendlichen Sportsendung über die Veranstaltung und stellte seine Leistung dabei besonders heraus), sei ebenfalls am Rande erwähnt.
Die abschließende Siegerehrung fand bei strahlendem Sonnenschein unter freiem Himmel statt. DUV-Präsident Volkmar Mühl zeigte sich hocherfreut über eine rundum gelungene Veranstaltung in einer stimmungsvollen Atmosphäre. Neben den erreichten Leistungen der Athletinnen und Athleten würdigte er besonders das Organisationsteam des SV Scharnebeck um Dietmar Pumm, das mit über 140 (!) Helfern für eine vorbildliche Durchführung dieser Meisterschaft gesorgt hatte.
-Ende- |