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06. September 2009 - Darmstadt-Marathon (René Strosny berichtet) Drucken E-Mail
Geschrieben von: Gabi Gründling   

Keinen Meter bin ich mehr gelaufen, die nächsten 4 Wochen nach dem Transeuropalauf 2009. Die selbst auferlegte Freßkur, um die dort verloren gegangenen 7kg wieder zurück zu bunkern, war meine erste Sofortmaßnahme und dauerte eben so lange. Erst im August wagte ich mich an moderates Training und Wettkämpfe. Wo testet man als Ultraläufer seine Form? Eine Möglichkeit: Marathon.


Angie und ich sind dann wegen der der kurzen Anfahrt am 30.08 in Egelsbach beim Koberstädter Waldmarathon an den Start gegangen. Da ich meine 3 Stunden Zielstellung mit 2:51 deutlich unterboten hatte, bekam ich Lust eine Woche später den Marathon in Darmstadt zu laufen. Wir erstanden am Vortag des Marathon im Nachmeldemodus für 55€ pro Nase eine Mitlauferlaubnis. Nicht besonders günstig, vielleicht mit ein Grund warum die Teilnehmerzahlen gegenüber der letztjährigen Premiere stark rückläufig waren.
Für das Startgeld gab es die üblichen Serviceleistungen, die der Koberstädter Waldmarathon für 27€ sogar noch übertraf, obwohl ohne Sponsor im Namen. Vorberichten konnte man entnehmen, dass Organisationschef Wilfried Raatz beim Darmstadt Marathon den breitensportlichen Charakter herausstellen möchte und deshalb auch keine Antrittsgelder oder Siegprämien für Eliteläufer bereitstellen will. Was ich voll und ganz unterstütze. Bin ja schließlich ein richtiger Hobbyläufer. Aber als ich für meinen Gesamtsieg vom Titelsponsor Sparkasse eine hauseigene knallrote Sporttasche erhielt, bekam ich auf einmal schwere Beine und konnte somit nicht zu Luftsprüngen ansetzen. Für den Altersklassensieg habe ich eben diese Tasche noch einmal bekommen. Irgendjemand muß Angies neidvolle Blicke gesehen haben. Übrigens gab es bei so viel Volkssport auch ein Zelt in das alle hineindurften, die auf den Vornamen VIP hören.
Genug der Kritik, aber als Gesamtsieger will ich nicht alles schönreden, Sieger tun dieses nur allzu oft. Die Veranstaltung ist sehr schön und vorbildlich organisiert. Es gab ausreichend Parkplätze und warme Duschen. Das Umfeld im Darmstädter Bürgerpark bietet sich aufgrund seiner hervorragenden Infrastruktur an. Es gab keine Pannen und der Zeitplan wurde eingehalten. Mitsamt dem optimalen Laufwetter herrschte eine hervorragende Stimmung vorort. Der Darmstadt Marathon ist kein Citymarathon, sondern ein welliger Halbmarathonkurs durch „ein bisschen Stadt“ und viel Wald mit einem sehr kurzweiligen Begegnungsstück (ca. 2km), den man 2mal durchlaufen mußte.


Mit uns und etwa 400 anderen Marathonis, starteten zeitgleich die Halbmarathonis in 4facher Menge. Das verleitet die Zweirundenläufer zur Unvernunft. Darum habe ich mir für die erste Runde eine passende Laufgruppe gesucht. Hab‘ auch eine gefunden, von einem Triathleten namens Lothar Leder angeführt, der untertourig exakt 4min/km die Strecke abspulte. So durfte ich ein gleichmäßig hohes Tempo ohne Langeweile mitlaufen. Ich konnte es nicht lassen, hab‘ sogar das Tempo in der Gruppe mitgestaltet und andere Windschatten laufen lassen.
 

Ab der Halbmarathonmarke war ich dann auf mich allein gestellt. Nun hatte ich Gelegenheit zu schauen, was vor mir los war. Irrtümlich bekam ich von Zuschauern falsche Positionen zugerufen, weil Staffeln ebenfalls Marathon liefen. Es war schon toll, dass ich ab km28 einen Podestplatz innehatte. Hab‘ den 300 bis 400 Meter vor mir liegenden Marathondebütant Christian Bullerkotte nie aus den Augen gelassen. Bis km 36 hat meine Aufholjagd gedauert, dann war ich dran, an Läufer und Begleitfahrzeug. Da habe ich erst realisiert, dass das der führende Läufer war. Schlagartig hatte ich noch ein paar Körner freizusetzen und zugesehen dass ich Land gewinne. Angie hatte die Gelegenheit auf dem Begegnungsstück das Überholmanöver mitzuverfolgen und war total euphorisch. Das gab mir zusätzlich Auftrieb. 2:49:42 war meine volkssportliche Siegerzeit. Schneller war eben an diesem Tag keiner. Dafür ist die erste Frau, Eve Rauschenberg, als Gesamtfünfte mit 2:53:54 eine sehr beachtliche Zeit gelaufen.

Ich möchte mich hiermit bei ALLEN bedanken, die mir während des Transeuropalaufes die Daumen gedrückt und mit mir gefiebert haben. Und auch für die vielen Gratulationen nach dem Transeuropalauf, die immer noch andauern. Es ist überwältigend! DANKE!
 

René Strosny, 08.09.09

 
 
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