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Ultramarathon in Troisdorf - Sechs Stunden Spannung und gute Leistungen Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dr. med. Stefan Hinze   
„Auf welchem deutschen Parcours wurde die beste Leistung im Sechs-Stunden-Lauf erbracht?“ Diese Frage stellte mir Ulli Knab, der Organisator des Troisdorfer Ultramarathonlaufes. Nun gut, es konnte eigentlich nur in Troisdorf gewesen sein, sonst hätte Ulli bestimmt nicht gefragt. Tatsächlich erzielte Jochen Kümpel im Jahr 2004 eben auf jener Strecke mit 85,6 Kilometern die beste Leistung auf deutschem Boden.
Der 2,5 Kilometer lange Rundkurs in einer der Hochburgen des nationalen Ultramarathons bietet also alle Voraussetzungen für sehr gute Ergebnisse. Die neunte Auflage des Wettkampfes in diesem Jahr bot zudem optimale Witterungsbedingungen, so dass erneut mit Topleistungen zu rechnen war, wenn man die Startliste betrachtete.
Das Finale des DUV Cups im Sechs-Stunden-Lauf lockte viele Ultragrößen in das Städtchen an der Sieg. Hier wurde der Gewinn des Cups ausgefochten, die Zahl der Anwärter auf die ersten Plätze war bei den Frauen und Männern groß.
Bei den Männern konkurrierten gleich sechs Athleten um den Sieg in der Tages- und Gesamtwertung. Dabei waren die Chancen für den bis dato führenden René Strosny eher gering einzuschätzen, denn wegen des derzeitigen Wohnungswechsels hatte der Drittplatzierte des diesjährigen Transeuropalaufes nach eigenen Angaben noch einen erheblichen Trainingsrückstand. So ergaben sich Siegeschancen im DUV-Cup für Marian-Jan Olejnik, den Vorjahressieger in Troisdorf, Thomas Herget, Wolfgang Schwerk und Ronald Gasch, der mit 81,6 Kilometern in Weißenstadt bereits eine famose Leistung erbracht hatte. Aber auch der Belgier Gino Casier, der in diesem Jahr viele sportliche Rückschläge erlitten hatte, stand weit oben auf der langen Favoritenliste.
Sieger Gino Casier Gert Mertens Thomas Herget
Gino Casier, Sieger Gert Mertens, 2. Thomas Herget 3.

Bei den Frauen ergab sich eine ähnliche Situation. Petra Wurster fuhr als im DUV-Cup führende Frau nach Troisdorf, um sich der Konkurrenz zu stellen. Diese bestand in Beate Plaumann, die in diesem Jahr einen erheblichen Leistungsschub verzeichnet, und in der Belgierin Conny Braeckmann, die beim ersten Rennen in Stein schon über 70 Kilometer geschafft hatte.
Für den Lauf in Troisdorf hatten sich weitere Spitzenathletinnen und –athleten angesagt, die für den Sieg in der Tageswertung in Betracht kamen. Die frischgekürten Deutschen Meister im 100 Kilometer-Lauf in Ahrweiler, Tanja und Jörg Hooß, waren am Start, ebenso Antje Krause, Deutsche Vizemeisterin der DUV im 24-Stundenlauf. Der Kreis der Favoritinnen wurde komplettiert von Pamela Veith, ausgezeichnete Vierte in Ahrweiler, und der Newcomerin auf den Ultramarathonstrecken Antje Müller.
Marian-Jan Olejnik Jörg Hooß Ronald Gasch
Marian-Jan Olejnik Jörg Hooß Ronald Gasch

Um zehn Uhr erfolgte der Start und fortan begleitete der Streckensprecher Volker Kranjenski, einst selbst ein äußert erfolgreicher Ultramarathonläufer, die Läuferinnen und Läufer mit interessanten Informationen und Interviews.
Bei den Männern setzte sich Ronald Gasch von Beginn an in Führung und kam in der ersten Stunde auf mehr als 15 Kilometer. Er wollte unbedingt die Cupwertung gewinnen und riskierte trotz einer kürzlich erlittenen Verletzung viel. In der Folgezeit konnte er seinen Vorsprung vor Marian-Jan Olejnik und Thomas Herget, die kurz vor Gino Casier, Gert Mertens und Jörg Hooß liefen, noch ausbauen. Ab der dritten Stunde musste er jedoch das Tempo reduzieren und wurde schließlich von Thomas überholt. Dessen Führungsposition hielt jedoch nur kurze Zeit, dann wurde er von den beiden Belgiern Gino Casier und später auch noch von Gert Mertens abgefangen. Jörg Hooß hatte im Verlauf einige Probleme und als er seine Ehefrau Tanja überrundete, liefen beide einige Zeit gemeinsam, ehe Tanja in absolut gleichmäßigem Tempo davonzog.
Siegerin Tanja Hooß Antje Krause Pamela Veith
Siegerin Tanja Hooß Antje Krause Pamela Veith

Lange war das Rennen bei den Männern völlig offen, schließlich konnte Gino, der am Ende noch zu kämpfen hatte,  mit einem Vorsprung von 700 Metern vor seinem Landsmann Gert den Sieg verbuchen. 81,9 Kilometer bedeuteten gleichzeitig auch den Sieg in der DUV-Cup Wertung. Dritter wurde Thomas Herget mit einer neuen persönlichen Bestleistung von 80,97 Kilometern ganz knapp vor Marian-Jan Olejnik (80,95 Kilometer). Platz fünf ging mit 80,5 Kilometern an Jörg Hooß und Sechster wurde der tapfer kämpfende Ronald Gasch (80,3 Kilometer), der die sich in der DUV-Cup Wertung knapp geschlagen geben musste. Sechs Leistungen über 80 Kilometer, eine eindrucksvolle Bilanz.
Das Frauenrennen verlief ähnlich spannend. Nicht so sehr an der Spitze. Zu überlegen war Tanja Hooß, die sich zum Abschluß der Saison in einer grandiosen Form präsentierte. Sie lief ungefährdet zum Sieg. Mit 78,5 Kilometern verbesserte sie nicht nur den Streckenrekord, sondern erreichte mit der zweitbesten je erzielten Leistung der Deutschen Rangliste auch einen neuen Deutschen Alterklassenrekord in der W40.
Zweite wurde Antje Krause mit sehr guten 74,3 Kilometern. Ganz nebenbei erzielte sie auch noch eine neue persönliche Bestmarke über die 50 Kilometer, als sie unter der Vier-Stunden-Marke blieb. So krönte sie ihre sehr erfolgreiche Saison mit einer weiteren hervorragenden Leistung.
Conny Braeckmann Antje Müller Ulrike Riemer mit ihrer Tochter Anne
Conny Braekman Antje Müller Ulrike Riemer mit ihrer Tochter Anne

Besonders spannend verlief der Kampf um den dritten Platz. Erst in den letzten Minuten konnte sich Pamela Veith von Conny Braekman absetzen und erklomm mit 74,09 Kilometern den letzten freien Podiumsplatz. Conny konnte sich aber über den Gesamtsieg im DUV-Cup freuen.
Fünfte mit  wurde mit 71,1 Kilometern Antje Müller, die lange Zeit an zweiter Stelle gelegen hatte, dann aber ihrem hohen Anfangstempo Tribut zollen musste. Petra Wurster musste leider nach 45 Kilometern ihren Lauf wegen eines Muskelfaserrisses abbrechen. So belegte Beate Plaumann mit ihren 65,5 Kilometern in der Endabrechnung der Cup-Wertung noch vor Petra den zweiten Rang.
Bertram Wagenblatt René Strosny Florian Reus
Bertram Wagenblatt René Strosny Florian Reus

Auch Mitglieder der DUV-Fördergruppe waren am Start und ließen eine lange Saison ausklingen. Betram Wagenblatt kam auf 69,3 Kilometer. René Strosny lief mit seinem Vater Wolfgang und erzielte 67,9 Kilometer. Florian Reus befindet sich in der Vorbereitung auf einen 24-Stunden-Lauf in Palermo und war mit seinen 65,2 Kilometern zufrieden. Für Ilona Schlegel bedeuteten ihre 64,1 Kilometer einen Minusrekord in Troisdorf, aber aus beruflichen Gründen kommt sie nicht zu den notwendigen Trainingseinheiten, um ihre Bestleistung von 72 Kilometern zu erreichen.
Conny Bullig konnte seit langer Zeit wieder einen Wettkampf ohne größere Probleme absolvieren und erreichte 58,5 Kilometer, womit sie sehr zufrieden war.
Ilona Schlegel Conny Bullig
Ilona Schlegel Conny Bullig Abschließende Vermessung

Die Organisation des Laufes war bestens, was sich an den Leistungen widerspiegelt. Ulli Knab und die Troisdorfer LG M.U.T. haben eine tolle Veranstaltung auf die Beine gestellt, wie die Resonanz bewiesen hat.
 
Die Homepage der Troisdorfer LG M.U.T.
 
Die vollständigen Ergebnisse aus Troisdorf.
 
Die DUV-Cup Wertungen.
 
 
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