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Nur noch wenige Tage: Dann fällt der Startschuß zum 30. Internationalen 100 Kilometerlauf in Grünheide/Kienbaum. Für die Einstimmung auf dieses Ereignis blickt Helge Ziems voraus und zurück.
Sein Text ist auch in der aktuellen Ausgabe ULTRAMARATHON zu lesen.
Von Helge Ziems.
Kienbaum? Habe ich irgendwie schon mal gehört. Richtig, und sogar erst in jüngster Zeit! In Kienbaum befindet sich ein Bundesleistungszentrum. Hier bereiten sich Spitzenathleten fernab jeglichen Trubels und in waldreicher Luft auf die Höhepunkte der Saison vor. Zuletzt gingen Vertreter der Sportarten Eisschnelllauf und Bobsport ein und aus, machten sich fit für die Olympischen Winterspiele in Vancouver. Aber auch Leichtathleten, Volleyballer, Turner, Kanuten und andere Sportler sind hier zu Gast. Die Gemeinde Kienbaum (Mark) erstreckt sich südöstlich von Berlin im Land Brandenburg und gehört zum Landkreis Oder-Spree. Zur Gemeinde gehört der Ortsteil Grünheide mit ca. 260 Einwohnern. Kienbaum ist 40 Kilometer vom Berliner Alexanderplatz entfernt.
Am 20.März wird in Kienbaum Geburtstag gefeiert.Zum 30. Internationalen 100 Kilometerlauf von Kienbaum wird dann eingeladen. Der Berliner Sommerbiathlonverein 1991 e.V., die ESV Lok Seddin und Berliner Leichtathleten laden zu Läufen über 100 und 50 Kilometer ein. Auch die Marathondistanz wird angeboten. Ebenso ein Mannschaftslauf über 100 Kilometer. Bei diesem können sich zwei bis fünf Aktive die Strecke teilen. Weitere Einzelheiten dazu sind auf der Homepage www.harri-schlegel.ag.vu zu lesen.
Die Strecke, die seit 1992 gelaufen wird, ist ein 5 Kilometer langer Rundkurs, windgeschützt und ohne wesentliche Höhenunterschiede. Die Strecke verläuft größtenteils durch den Wald auf einer Asphaltstrecke. 2004, 2007 und 2008 wurden auf diesem Parcours Deutsche Meisterschaften ausgetragen.Im März 1996 lief Lutz Aderhold den bestehenden Streckenrekord: phantastische 6:47:42 Stunden, Birgit Schönherr-Hölscher sorgte 2007 für eine Bestleistung von 7:52:11 Stunden.
Im vergangenen Jahr beendeten 46 Starter die lange Distanz im ausgeschriebenen Limit von zwölf Stunden. Der Sieg ging an den „Wahl-Belgier“ André Collet, der für ATG Aachen startet und zur DUV-Fördergruppe gehört. Seine Laufzeit: 6:57:16 Stunden. Auf dem zweiten Rang kam der Brite Matthew Lynas (07:10:38 Stunden/LTV Erfurt). Mit Abstand ins Ziel kam Gerhard Läpple auf dem dritten Platz (7:23:41 Stunden/TSV Hildrizhausen) vor dem Sieger von 2002 und 2003 Wolfgang Schwerk (7:51:04 Stunden/Sri Chinmoy Marathon-Team).
Enger ging es bei den Frauen zu. Hier behauptete sich die jüngste weibliche Teilnehmerin Grit Seidel von der LG Nord Berlin vor Heike Christ (LT Sulz am Eck) in 9:51:24 bzw. 9:57:13 Stunden. Weitere 31 Läufer und Läuferinnen absolvierten Strecken von 50 bis 95 Kilometer.
Begonnen hatte alles 1976. Der erste – damals inoffizielle - 100 Kilometerlauf entstammte einer Idee der Berliner Wolfgang Kahms (heute LC Ron Hill Berlin) und Roland Winkler (jetzt SCC Berlin). Gelaufen wurde auf einer zehn Kilometer langen Waldrunde in Grünheide. Von sechs Teilnehmern erreichten damals drei das Ziel. Nach dieser „Generalprobe“ gab es dann 1977 die offizielle Veranstaltung. 38 Teilnehmer gingen da an den Start, 14 liefen in das Ziel ein. Bei beiden Läufen war Roland Winkler ganz vorn. Aus verschiedenen Gründen musste die Veranstaltung 1986 bis 1989 ausfallen. Im Frühjahr 1989 dann die „Wiedergeburt“. Großen Anteil daran hatte Gert Schlarbaum, der Abteilungsleiter Leichtathletik beim ESV Lok Seddin, der noch heute als Veranstaltungsleiter arbeitet. Auf der Grünheider Strecke wurde 1990 zu letzten Mal gelaufen. Das Aus war der Nachwendezeit geschuldet. Seit 1992 wurde dem Lauf das Gastrecht im großen Komplex des Bundesleistungszentrums von Kienbaum zugebilligt. Und damit wurden die optimalen Bedingungen für die Unter-bringung und Betreuung der Aktiven und deren Begleiter direkt an der Strecke geschaffen. Die hohe Qualität der Veranstaltung wurde 2009 auch mit dem IAU-Bronze-Label bestätigt.
Wir wünschen allen Teilnehmern der 30. Auflage einen schönen Lauf.
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