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Aufruf des DUV Ehrenpräsidenten Harry Arndt zur Einheit der deutschen Ultramarathonbewegung.
Alle im vorangehenden Rückblick dargestellten Fortschritte und Errungenschaften konnten nur durch die Zusammenarbeit und das Zusammenspiel von „Basis“ und „Überbau“ und auf Grundlage der Einheit der deutschen Ultramarathonläufer und –läuferinnen erreicht werden. Über der Arbeit der DUV stand immer das Leitmotiv „Gemeinsam sind wir stärker!“.
Diese Einheit der deutschen Ultramarathonbewegung, die über 20 Jahre hinweg die Voraussetzung unserer Erfolge war, ist nun seit einigen Wochen durch die separatistischen Bestrebungen und Aktivitäten eines abgewählten DUV-Präsidenten und einer mit ihm sympathisierenden Gruppe von Anhängern bedroht.
Seit November 2005 ist es zu der folgenden Entwicklung gekommen:
Auf der Jahreshauptversammlung am 12. November 2005 in Troisdorf wurde der von 2002 bis 2005 amtierende DUV-Präsident Volkmar Mühl vom höchsten Organ der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung, der ordentlichen Mitgliederversammlung, vorzeitig von seinem Amt abgewählt. Die Hauptursache für die Abwahl war der streng bürokratische Führungsstil, der zu einer immer stärkeren Polarisierung zwischen DUV-Mitgliedern und dem amtierenden Präsidium geführt hatte.
Obwohl diese Abwahl satzungsgemäß durch einen Mehrheitsbeschluss der Mitgliederversammlung, also in einem demokratischen Entscheidungsprozess, herbeigeführt wurde, erklärte der abgewählte DUV-Präsident unmittelbar nach dem Wahlakt umgehend seinen Austritt aus der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung; gleichzeitig traten auch die mit ihm sympathisierenden Präsidiumsmitglieder von ihren Ämtern zurück (ohne dass sie abgewählt worden sind), und die meisten von ihnen erklärten ebenfalls ihren Austritt aus der DUV. Der abgewählte Präsident und seine Anhänger verließen nach dieser Aktion die Versammlung.
Diese Reaktion auf eine Wahlniederlage entspricht nicht den demokratischen Gepflogenheiten und Regeln in unseren demokratischen Sportorganisationen. Jedoch: Bei gutem Willen könnte diese spontane Reaktion durchaus mit einer emotionalen Aufwallung und Überwältigung auf eine soeben erlittene Wahlniederlage erklärt und im Nachhinein nachvollzogen und entschuldigt werden, zumal der „Wahlkampf“ bei allen Beteiligten seine Spuren hinterlassen haben dürfte.
Nicht nachvollziehbar und nicht zu entschuldigen ist jedoch das weitere systematische Vorgehen des abgewählten DUV-Präsidenten zur planmäßigen Gründung einer zweiten separaten Ultramarathonorganisation in Deutschland. Dieses gegenüber der DUV und der deutschen Ultramarathonbewegung schädliche Verhalten ist völlig inakzeptabel und muss auch aus übergeordneter objektiver Sicht strikt abgelehnt werden. Denn die Gründung einer zusätzlichen konkurrierenden Ultramarathonvereinigung, die gegen die DUV arbeitet und die ihre Mitglieder zudem in erster Linie aus den Reihen der DUV rekrutierte, führt zwangsläufig zu einer Spaltung des deutschen Ultramarathonlagers.
Spaltung und Zersplitterung – das lehrt uns die Geschichte und die jüngste Vergangenheit – führten immer zur Schwächung und schadeten dem Allgemeinwohl und den Interessen der Betroffenen. Zusammenschluss und Einheit bildeten hingegen stets die Grundlage für Stärkung, Wachstum und erfolgreiche Interessenvertretung. Zur Veranschaulichung einige Beispiele:
- Nicht umsonst nutzten schon vor 2000 Jahren die römischen ‚Welteroberer’ das Prinzip „Divide et impera!“ / „Teile und herrsche!“, um ihre Gegner zu schwächen und zu beherrschen.
- Und die – zunächst im Frühkapitalismus rechtlosen und ausgebeuteten – Arbeitnehmer, nach dem Solidaritätsprinzip „Gemeinsam sind wir stark!“ handelnd, erkämpften sich so Schritt für Schritt ihre Arbeitnehmerrechte und ihren Lebensstandard.
- Die Deutsche Triathlon-Union DTU nahm nach ihrer Gründung durch Vereinigung zweier vorher zerstrittener Triathlonvereinigungen einen rasanten Aufschwung und wurde zu einem starken und erfolgreichen Mitglied im Deutschen Sportbund DSB und in der internationalen Triathlongemeinschaft.
- Und „last but not least“: Die Deutsche Ultramarathon-Vereinigung DUV, dem Leitmotiv „Gemeinsam sind wir stärker!“ folgend, entwickelte sich mit ihren 1.500 Mitgliedern zur größten und erfolgreichsten nationalen Ultramarathonorganisation der Welt, und sie schuf mit ihrer Aufbauarbeit gleichzeitig die Voraussetzungen dafür, dass die Ultramarathon-Nationalmannschaften des DLV zu den erfolgreichsten Ländervertretungen weltweit gehören.
Die Gefahren einer Spaltung sind mit Sicherheit auch dem Initiator der neuen separatistischen Ultramarathonorganisation bekannt. Man muss deshalb nach den Gründen fragen, warum dennoch ein neuer Verein gegründet wurde. Eine Analyse der Motive und Gründe ergibt, dass es hier bei dieser Gründung in erster Linie nicht um die „Sorge und den Nutzen für das sportliche Allgemeinwohl“ der Ultramarathonläufer und –läuferinnen und der Lauforganisatoren in unserem Land gehen kann, sondern vielmehr um die Kompensation und Wiedererlangung einer in der DUV verlorenen Macht- und Einflussfunktion.
Denn welchen inhaltlichen Sinn und Zweck soll eine weitere separate, gegen die DUV opponierende, Ultramarathonorganisation in Deutschland haben, die ähnliche Ziele und Aufgaben verfolgen möchte wie die Deutsche Ultramarathon-Vereinigung - die DUV aber schon seit nunmehr 20 Jahren die Interessen und Anliegen der deutschen Ultramarathonläufer/innen und -organisatoren in allen Bereichen bestens vertritt und den Ultramarathonlauf in Deutschland (als Partner des DLV) und auch im internationalen Maßstab (als Assoziiertes Mitglied des Ultramarathon-Weltverbandes IAU) erfolgreich repräsentiert?
Um ihre Daseinsberechtigung zu rechtfertigen, wird der DUV die Kompetenz abgesprochen, die Nationalteammitglieder und –kandidaten erfolgreich fördern und ihnen bei der Nominierung und bei ihren internationalen Einsätzen behilflich sein zu können. Die Geschichte der DUV belegt gerade das Gegenteil. Auch hat die DUV einen speziellen Leistungssportausschuss zur Förderung der Nationalteammitglieder und –kandidaten ins Leben gerufen, der die DUV-Leistungssportler trainingsmäßig beraten wird; auch eine teilweise finanzielle Unterstützung der Nationalteammitglieder bei ihren internationalen Einsätzen oder/und gemeinsamen Trainingslagern ist vorgesehen.
Im übrigen hat aus aktuellem Anlass der Deutsche Leichtathletik-Verband vor kurzem die DUV gebeten, Nominierungsvorschläge für die DLV-Nationalmannschaft zu machen, die Deutschland Ende Februar 2006 bei der IAU 24 Hours World Challenge in Taipei/Taiwan vertreten soll. Die DUV wird auf Grund ihrer Fachkompetenz dafür sorgen, dass jeweils eine komplette Frauen- und Männermannschaft aufgestellt werden und an den Start gehen kann. Der abgewählte ehemalige DUV-Präsident und DLV-Ultramarathon-Berater V. Mühl hatte dagegen schon frühzeitig verkündet, dass überhaupt keine DLV-Mannschaft zur IAU 24 Hours World Challenge nach Taiwan entsandt werden soll. Gerade dieses aktuelle Beispiel zeigt, dass die DUV es ist, die die Interessen des deutschen Ultramarathonlaufes und der Nationalteammitglieder nachhaltig und kompetent vertritt. Für den internationalen Einsatz bei der IAU 24 Hours World Challenge hat die DUV zudem bereits jetzt ein komplettes Betreuerteam aus DUV-Mitgliedern zusammengestellt, das auf eigene Kosten das DLV-Nationalteam nach Taipei begleiten wird.
So gibt es absolut keine ‚Bedarfslücke’ für irgend eine zweite Ultramarathonorganisation in Deutschland, auch in irgend einem Bereich des Leistungssports nicht.
Ich bitte deshalb insbesondere auch den Deutschen Leichtathletik-Verband und seine verantwortlichen Fachvertreter zu bedenken, dass nicht eine gespaltene und zersplitterte, sondern nur eine geeinte und einheitliche deutsche Ultramarathonorganisation, d.h. die DUV, die in zwanzig Jahren zielgerichteter Arbeit alle Voraussetzungen dafür geschaffen hat, dass Deutschland eine der stärksten und führenden Ultramarathonnationen der Welt ist, auch in Zukunft die beste Gewähr und Garantie für weitere Stärke und Erfolge des deutschen Ultramarathonlaufes darstellt und dass auf Dauer nur in konstruktiver Zusammenarbeit zwischen DLV und DUV die bislang so ausgezeichnete Erfolgsbilanz der deutschen Ultramarathonbewegung im In- und Ausland fortgesetzt werden kann.
Eine Anerkennung einer zweiten Ultramarathonorganisation in Deutschland durch den Deutschen Leichtathletik-Verband DLV würde – de facto und de jure – zu einer endgültigen Spaltung und damit zur Schwächung des deutschen Ultramarathonlaufes führen. Dies würde mit Sicherheit über Jahre hinweg auch negative Auswirkungen und Folgen für den DLV und insbesondere für seine DLV-Ultramarathon-Nationalmannschaften mit sich bringen. Denn schon jetzt ist zu erkennen, dass für die Austragung eines mit der Gründung der neuen Ultramarathongruppierung herbei geführten Konfliktes viel Zeit und geistige Energie nutzlos vergeudet werden und der produktiven Arbeit für den Ultramarathonlauf in Deutschland verloren gehen.
In meiner Verantwortung als Ehrenpräsident der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung DUV, der 17 Jahre lang die Hauptarbeit für die Entwicklung des Ultramarathonlaufes in Deutschland geleistet hat, aber auch als langjähriger Ultramarathon-Berater im DLV (1988 – 2003), appelliere ich an den Deutschen Leichtathletik-Verband, den unter Federführung des abgewählten ehemaligen DUV-Präsidenten gegründeten separaten Ultramarathonverein nicht anzuerkennen. Die Gründe für meinen Appell habe ich in diesem Schreiben sehr ausführlich dargelegt.
Gleichzeitig appelliere ich an die Mitglieder und Kandidaten der DLV-Ultramarathon-Nationalmannschaften, die dem abgewählten Präsidenten und DLV-Nationalteamleiter in den neuen Ultramarathonverein gefolgt sind, in die Deutsche Ultramarathon-Vereinigung DUV zurück zu kehren. Denn mittel- und langfristig kann auch ihnen nur eine geeinte und starke deutsche Ultramarathonorganisation - die sich auf eine 20-jährige Tradition, auf eine ausgezeichnete Erfolgsbilanz in allen Bereichen des Ultramarathonlaufes und auf ihre 1.450 DUV-Mitglieder stützen kann - bei der Verwirklichung ihrer leistungsorientierten Interessen und Nationalteam-Ambitionen am besten helfen und nützen.
Und an alle unsere 1.450 Mitglieder der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung DUV appelliere ich, gerade in dieser Zeit der versuchten Spaltung unserer DUV die Treue zu halten und die vielen, organisatorisch noch ungebundenen Ultramarathonläufer und –läuferinnen für die DUV als Mitglieder zu gewinnen und so zur erneuten Stärkung der deutschen Ultramarathonbewegung beizutragen. Auch nach dem 20. Geburtstag der DUV gilt:
"GEMEINSAM SIND WIR STÄRKER!"
Rodenbach/Hanau – 29. Dezember 2005 Harry A. Arndt (DUV-Ehrenpräsident)
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