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1. Kölner 12er…
Ein (subjektiver) Bericht von Dr. Stefan Weigelt
Das Negative vorweg: leider wird in diesem Bericht nichts über den Verlauf des 12-Stunden –Rennens berichtet. Der Autor war zu spät da und ist dann selber seinen ersten „6er“ gelaufen.
Das Positive: alle Läuferinnen und Läufer haben eine Klasse-Veranstaltung erlebt. Von der Organisation weg vor allem über die freundliche Aufnahme bis hin zu den unermüdlich nahezu jeden Teilnehmer beklatschenden und aufmunternden Helfern an der Strecke! Auch nach vielen Stunden gab einem das wirklich jedes Mal den Schub, besonders locker zu wirken und man hat jedes Mal – soweit es noch in den Kräften stand – versucht, wenigstens ein Lächeln zurückzugeben oder sich mit einem Kopfnicken zu bedanken.
Schon bei der Anreise sah man die 12-Stunden-LäuferInnen durch die Häuserblöcke rennen. Dann bog ich direkt in die Wettkampfstrecke ein, hier musste man schon etwas vorsichtiger sein, da ca. 500m des 2-km-Rundkurses zwar auf dem Bürgersteig ausgezeichnet waren, aber es natürlich viel angenehmer war, hier auf die Strasse auszuweichen. Manch Auto musste hier von den Helfern dirigiert werden. Um die Kurve herum und schon sah man das Clark Fitess-Center. Davor waren Verpflegung, Zeitnahme und Betreuung angesiedelt.

Das Szenario mit Karl Graf
Es gab ausreichend Parkplätze und man konnte praktisch direkt aus dem Auto heraus sein eigenes Tischchen aufbauen. Beim Ausstieg kam gleich ein Teil der versammelten Lauf-Prominenz vorbei: Dr. Anke Drescher und „Dauerläufer“ Karl Graf mit seinem typischen, leicht seitgebeugtem Laufstil. Das Wohnmobil mit den Bayers und das von Sigurd Dutz standen an der Strecke.

Anke eilt an den Wohnmobilen vorbei
Weitere „Prominenz“ war am Start; die Deutsche Meisterin Ilona Schlegel, der DUV-Webmaster und sogar DUV-Präsident Volkmar Mühl schnürte die Schuhe (Bild). Sogar aus Spanien war ein Teilnehmer angereist: „6-Stunden-Läufe gibt es ja da nicht!“ sein Kommentar.

Volkmar und Betreuerin Julia Mühl
Es gab ein Hallo und dann ging es zur Anmeldung ins Gebäude des Centers, wo sich die Toiletten und auch großzügige Umkleideräume mit heißen Duschen befanden, die natürlich am Ende des Genusses oder auch der Laufstrapazen besonderen Anklang fanden.

Er war auch dabei…
Sponsor runners point hatte einen Beutel spendiert, in dem sich eine Kappe und Shampoo befanden. Noch einmal wurde die Chip-Nummer kontrolliert und es konnte losgehen.
Wolfgang Olbrich-Beilig gab Instruktionen und dann ging es um 13.00 Uhr los zu 6 Stunden Laufen. Zunächst ging es gegen den auffrischenden Wind eine Wiese entlang und dann über einen asphaltierten Weg etwas abwärts in die Siedlung hinein. Zwischen hohen Wohnblöcken war man vor der später doch wärmenden Sonne geschützt. Dafür standen zu Beginn die ausländischen Kinder parat, um mit den Läufern Duelle auszufechten.

DUV-Statistiker Heinz Klatt war vor Ort
Ein Mädchen bot später sogar verschüchtert einen Plastikbecher zu trinken an und Sigurd Dutz, der später wegen Verletzungsproblemen das 12-Stunden-Rennen recht locker fortsetzte, nahm auch tatsächlich einen Schluck: „Dann will ich bei dir auch mal was trinken…“. Der Steppenhahn hatte übrigens weniger das Bedürfnis ausgiebig zu trinken und zu essen. Er hatte wohl am Vortage einige Körner äh…. Pflaumen zuviel genossen. Ihn trieb es eher zum Gegenteil.

Die“feste“ Verpflegung

Die Helfer mit dem flüssigen Anteil
Manchmal klatschte es von den Balkonen herunter, allerdings hörte ich auch den Satz: „Das sind Bekloppte, die rennen doch tatsächlich 12 Stunden lang im Kreis.“ So gab es auf der kurzen, aber abwechslungsreichen Strecke eigentlich immer etwas zu hören und zu sehen. Im 6-Stunden-Rennen selbst zog DUV-Präsident Volkmar Mühl – ebenfalls in seinem ersten 6-Stunden-Lauf - unbeirrt und unbedrängt seine Kreise, um schließlich mit 77,324 Kilometern zu siegen. Um den zweiten Platz gab es bis ca. Kilometer 45 einen Zweikampf zwischen Dr. Stefan Weigelt und dem bis dahin führenden Gerhard Roth. Zwischendurch hatte sich auch der spätere Dritte Felix Kainz kurze Zeit hinter Roth auf Platz drei gezeigt. Stefan Weigelt lief das konstanteste Tempo und sicherte sich dann bereits nach 5 Stunden durch Überrunden der beiden und weiteren Ausbau des Vorsprunges endgültig Rang zwei mit 71,22 Kilometern. Beim letzten Durchlauf bei Start/Ziel ca. 5 Minuten vor Schluss rief Volkmar Mühl ihm dann noch einmal zu: „Diesen Kilometer holen wir uns noch!“ Und auf gings!

Volkmar und Stefan: Das Beste gegeben – abgekämpft, aber glücklich
Nach dem Abschuss des Rennens – von Autohupen kräftig untermalt – kamen die Helfer schnell mit dem Vermessungsrad vorbei, um die Restmeter zu registrieren. Die Finishermedaille hatten sie dabei – und diese wurde den LäuferInnen an Ort und Stelle umgehängt! Dann ging es zum Start/Zielbereich zurück. Besonders schön war jetzt die Stimmung auf der Strecke: alle Teilnehmer, egal wie weit sie gekommen waren und aus welchem Wettbewerb gratulierten sich unterwegs oder gaben sich ein „High-Five“.

Jetzt schnell aufräumen und einpacken – „Will noch jemand Bananen?“
Die Siegerehrung fand im Restaurant des Sportcenters statt, in dem die österreichischen Betreiber die eine oder andere Grantelei von sich gaben. Nachdem alle Läufer noch ein Willkommensgeschenk des Hauses – eine ziemlich warme Flasche Bier - erhalten hatten (die Temperatur hinderte die meisten nicht am sofortigem Verzehr), wartete man gespannt auf die Siegerehrung. Hier zeigte sich dann anhand der Listen, welch hochkarätige Veranstaltung auch von den erbrachten Leistungen her stattgefunden hatte. Allen voran konnte Else Bayer einen Weltrekord mit 48,774 km aufstellen und belegt am Ende den dritten Gesamtplatz. Bei den Frauen konnten über 12 Stunden Top-Leistungen von Ilona Schlegel und Dr. Anke Drescher mit 129,42km bzw. 126km erbracht werden, die Dritte Marion Braun zeigt mit 123,66km mit 47 Jahren eine Spitzenleistung und machte für das Nationalteam auf sich aufmerksam.
Wolfgang Olbrich-Beilig rief zur Siegerehrung auf und da vernahm man bereits vor der Nennung von Namen ein promptes „Ich bin ja schon da!“ Kein anderer als Karl Graf heimste so einige Lacher ein, er gewann mit 134,7km bei den Männern. Zweiter wurde Wolfgang Mischollek aus Köln mit 124,477km gefolgt von Georg Weiss. Die 6-Stunden der Frauen gewann Sylvie Honnet aus Aachen mit guten 54km vor Isadora Nicklaus mit 49,35 km. Die Platzierten konnten Urkunden und Sachpreise entgegennehmen und auch die Urkunden aller sowie die Ergebnislisten lagen für jederman/frau zur Mitnahme bereit.

„Die Chefs/innen über 12h“

„dito 6 Stunden“
Schließlich endete für viele ein langer Tag. Leider vermieste den aus Norden angereisten Teilnehmern auf der Rückreise über die A1 die Baustelle vor den Wuppertalbrücken den schönen Abend. „Steppenhahn“ Stephan Isringhausen-Bley und Stefan Weigelt konnten unterwegs im Stau u. a. den am Lenkrad fluchenden Thorsten Themm begrüßen, der nach Kiel noch eine weite Reise vor sich hatte. Das ständige Treten in Kupplung und Bremse war nach den Strapazen des Laufes nicht sehr angenehm. Dann kam es aber noch besser: die komplette Heckbeleuchtung fiel bei den Stef(ph)ans aus und auf der Raststätte musste noch ein Analyse der Volvo-eigenen Verschaltungstechnik vorgenommen werden. Der Vorteil dieses logistischen Haltes war allerdings, dass man die Biervorräte für den heimischen Absacker auffüllen konnte. So nahm die Reise erst gegen 1 Uhr früh ihr Ende. Sie hat sich allemal gelohnt!
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