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Jeder kennt die Aussage: „Alkohol in Maßen ist gesund und beugt Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor.“ Mit dieser These wurde nun aufgeräumt. Ein Forscherteam aus Neuseeland hat wohl damit gerade uns Sportler einer Illusion beraubt.
1979 erschien in der medizinischen Fachzeitschrift „The Lancet“ eine wissenschaftliche Untersuchung, in der durch Umfragen zum Trinkverhalten von Menschen in Weinregionen festgestellt wurde, dass moderater (Rot-)Weinkonsum einer Blutaderverkalkung vorbeugt. Viele medizinische Fachartikel wurden seinerzeit untertitelt: „CHEERS!“
Wie sich im Nachhinein zeigte, waren Ex-Alkoholkonsumenten den Abstinenzlern zugeordnet worden, was das Ergebnis arg verfälschte. Auch Nachfolgeuntersuchungen verzichteten auf notwendige Vorraussetzungen für einen ausreichenden Aussagewert. Tatsächlich zeigte sich an Obduktionen von Alkoholikern eine besondere Geschmeidigkeit der Blutadern. Leider nützte diesen Menschen dieser Vorteil herzlich wenig, denn sie starben an den anderen Auswirkungen des Alkohols.
Bei einer aktuell durchgeführten ähnlichen Umfrage wie 1979, die in Atlanta vorgenommen wurde, ergab sich erneut ein scheinbar positiver Effekt auf Herz-Kreislauferkrankungen bei geringen Alkoholkonsum. Hier lag eine andere Fehlerquelle vor. Die Abstinenzler hatten im Vergleich zu den Alkoholgenießern viel mehr andere Risikofaktoren.
Fazit:
Auch ein geringer Alkoholgebrauch führt nicht zu einer Senkung der Herzinfarkt- und Schlaganfallrate. Der Schaden durch Alkohol, auch in kleinen Mengen, ist größer als der Nutzen.
Quellen:
- Jackson: Alcohol and ischaemic heart disease: probably no free lunch. Lancet 2005, Vol. 366: 1911.
- Leger: Factors associated with cardiac mortality in developed countries with particular reference to the consumption of wine. Lancet 1979, Vol. 1: 1017
- Naimi: Cardiovascular risk factors and confounders among non-drinking and moderate-drinking U.S. adults. Am J Prev Med 2005, Vol. 28: 369
Bild: www.JenaFoto24.de/PIXELIO
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