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Ich konnte meinen 18. Geburtstag kaum erwarten - endlich volljährig - ich durfte Marathon laufen.
Auch den 21. Geburtstag habe ich lang herbei gesehnt: uneingeschränkt volljährig - ich durfte Ultra-Marathon laufen (Böhmweglauf, 58 km).
Mit 22 wagte ich den ersten Hunderter.
Dann lernte ich bei einem 50-km-Lauf mal einen Russen kennen, der von sich behauptete "ich bin ein ECHTER Ultraläufer", ich war ganz interessiert was denn ein echter Ultraläufer wohl sein mag,....."ich bin 24-h-Läufer" prahlte der.
DAS WILL ICH AUCH!!!
Mit 23 fand ich mich bei meinem ersten 24-h-Lauf wieder - es war Liebe auf den ersten Schritt. Ich verliebte mich Hals über Kopf in Apeldoorn wo ich dann ein paar Jahre lang jedes Jahr die 24 h lief.
Ein weiterer Meilenstein in meinem Leben: im Alter von 25 Jahren erwarb ich nach langem Kampf den Führerschein und konnte nun endlich zu allen Wettkämpfen in der Pampa fahren, was ich sodann ausgiebig nutzte (Nachholbedarf).
Allmählich wurde es ein bißchen monton, 24 h immer im Kreis in die selbe Richtung zu laufen. Deshalb lief ich mit 26 meinen ersten 48-h-Lauf; da gab es alle 6 h einen Richtungswechsel.
Mit 27 startete ich das erste Mal beim Jungfrau-Marathon und von da ab zog es mich öfter in die Berge.
Mit 30, bei der 24-h-European Challenge in Gravigny beendete ich anläßlich einer Sinnkrise bis auf Weiteres meine 24-h-Lauf-Karriere.
Ich befaßte mich von nun an ausgiebig mit der Schweiz und klapperte dort allerlei Bergmarathons ab und machte höchstens noch Light-Ultra-Marathons (bis 78 km Swissalpine).
Ab dem Winter 2006 kam ich durch meinem neuen Freund Christian Fatton (Ergebnis intensiver Beschäftigung mit der Schweiz) wieder zu 24-h-Läufen, aber nur als Betreuerin.
Das Betreuen machte mir Spaß, ich war froh, dass ich nicht selbst laufen mußte und konnte mich in keinster Weise mehr mit "denen" (24-h-Läufern) identifizieren. Ich gelang sogar zur Überzeugung, dass die sich irgendwie alle versuchen von irgendwas zu therapieren - aber von was nur???
Nur per Zufall kam ich wieder zum 24-h-Laufen, gerade jetzt erst im Sept. 2008. Eine Wadenverletzung hinderte mich an einem Trail, wohingegen ein 6-h-Lauf im Ultraschlappschritt möglich war - ich hatte einen Riesenspaß in Rotenburg beim Waldhessenlauf.
Der Knoten war geplatzt, mein 24-h-Lauf-Trauma überwunden und ich feierte mein Comeback am 29./30 Nov. in Palermo.
Die Rückkehr zum "echten" Ultralauf kommt mir wie eine Wiederbelebung vor....und ich werde ja dann in Zukunft bei diversen Ultras Zeit genug haben um darüber zu sinnieren von was ich mich therapieren muß ;-)
Hier noch ein Spruch der mir gefällt:
Wenn du gestern das Gefühl hattest,
es ist unmöglich und
heute wird es möglich,
dann verändert das dein Denken.
Natürlich hat auch Julia ihren Eintrag in der DUV-Statistikdatenbank.
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