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9. DUV- Meisterschaften um 50 km-Lauf am 02.11.03 in Bottrop
Von Dietmar Knies
Bottrop, die kleinste Großstadt im Ruhrgebiet, war am 2. November Austragungsort der Internationalen Deutschen Meisterschaft der DUV im 50 km-Lauf: Innerhalb eines großen Laufevents, dem 5. Bottroper Ultramarathon und weiteren Rahmenwettbewerben, zu dem sich insgesamt über 1.000 Teilnehmer einfanden, kämpften rund 200 Athleten zum nunmehr neunten Mal um die begehrten DUV-Titel, während es im offenen Lauf noch 50 Aktive mehr waren. ALS Gesamtleiter fungierte der am Vorabend zur DUV-Jahreshauptversammlung neu gewählte Geschäftsführer Jürgen Liebert. „Die Teilnehmerzahlen entsprechen durchaus unseren Erwartungen“, war dem anwesenden DUV-Präsidenten Volkmar Mühl zu entlocken, der schon zu Beginn von der großen Kulisse und dem interessanten Ambiente der Veranstaltung angetan war: Prosper-Haniel, die einzige noch in Betrieb befindliche Zeche des Ortes, war als Startpunkt auserkoren, und anschließend ging es zweimal auf den gut zu belaufenden Rundkurs in der Kirchheller Heide. Absolute Favoriten gab es weder bei den Männern noch bei den Frauen. Dennoch staunte man, als nach der Hälfte des Laufes der in der Ultralauf-Szene noch relativ unbekannte Jochen Kümpel (Blau-Gelb Dernau) auftauchte. Waren es bis dato rund drei Minuten Vorsprung, baute er seine Führung bis zum Ende auf über sieben Minuten aus. Sicher, seine 3:11:57 nehmen sich in der Statistik ziemlich bescheiden aus, aber eingedenk der Jahreszeit und seines 49-km-Alleinganges muss man die Siegerzeit ohne wenn und aber akzeptieren. Auf den Plätzen danach ging es dann etwas knapper zu, denn Jörg Schreiber (3:19:27 / Schwäbisch Gmünd) konnte den immer weiter aufrückenden Ulrich Sandherr (3:20:01 / Birkenhard) gerade so auf Distanz halten. In den Altersklassen gingen die Siege unter anderem an ultralauferprobte Kämpen wie Karl Berndstrotmann (M45), Dr. Dr. Lutz Aderhold (geteilter Sieg mit Karl Graf in der M50) oder Franz Feller (M65). Aus den neuen Bundesländern gingen erwartungsgemäß nur wenige Aktive an den Start, holten aber mit Lothar Feicke, dem Organisator des Leipziger 100-km-Laufes, zumindest die Vizemeisterschaft in der Klasse M60. Erwähnenswert sind auf alle Fälle auch die 4:10:29 des 71-jährigen Joachim Lopatta, der damit „so schnell wie seit drei Jahren nicht mehr“ war.
Ein ähnliches Bild bot sich bei den Frauen – auch hier hatte bei Halbzeit die spätere Siegerin Birgit Schönherr-Hölscher (Witten) bereits die Nase vorn, allerdings blieb ihr bis zum Schluss Carmen Hildebrandt (SSC Hanau-Rodenbach) recht dicht auf den Fersen. Und als man der neuen Meisterin gratulieren wollte, wehrte diese zunächst ab. „Man hat meine telefonische Anmeldung unmittelbar vor Meldeschluss nicht mehr akzeptiert und so durfte ich nur in der offenen Klasse starten.“ Das wurde dann ein Thema der Jury – und weil auch Carmen Hildebrandt keinen billigen Meistertitel erhalten wollte, fand man ein salomonisches Urteil: Birgit wurde nachträgliches Startrecht eingeräumt und der tatsächliche Zieleinlauf (Schönherr-Hölscher 3:49:01, Hildebrandt 3:52:56) damit bestätigt. Kleine Freude für die DUV am Rande: unabhängig von dieser Entscheidung meldete sich die Frau aus Witten spontan für eine DUV-Mitgliedschaft an. Als Dritte der offenen Wertung wurde Kathleen Homann aus Wolmirstedt (3:53:37) geführt, Meisterschafts-Bronze ging jedoch an Martina Gaspercic (4:03:50 / Duisburg). Recht zufrieden schien auch Anni Loenstad gewesen zu sein, die in der W50 in 4:07:46 zu Meisterehren kam, das gleiche gelang Nadine Höß in 4:18:47 in der W60. Älteste Teilnehmerin war die 67-jährige Janina Rosinska, die die 50 km-Strecke in 5:29:54 zurücklegte.
Etwas unter Wert geschlagen wurde Barbara Szlachetka. Die Polin in Diensten des Hamburger 100 Marathon Club und zudem eine exzellente 24- und 48-Stunden-Läuferin, laborierte schon mehrere Wochen lang an einer schmerzhaften Entzündung der Knochenhaut und verfehlte so mit 4:59:42 ihr Ziel von einer Zeit um die vier Stunden ganz erheblich.
Viermal taucht in den Ergebnislisten übrigens der Name Feller auf. Neben dem schon erwähnten Vater Franz (4:07:13) liefen auch die Söhne Stefan (4:41:12) und Robert (3:32:04) und Schwester Silke (5:57:51). Und wenn man Schwiegersohn Gernot Helferich (3:48:30) noch mit hinzuzählt, waren es sogar deren fünf.
In der Mannschaftswertung (drei Läufer) konnten sich in der Klasse M40/M45 sechs Teams platzieren, von denen DJK Schwäbisch Gmünd (11:08:24) knapp vor dem Marathon Club Menden (11:11:58) und TuS Sythen (11:44:16) dominierte. In der Klasse M50 und älter siegten unter drei gewerteten Mannschaften die Lokalmatadoren von Adler Bottrop in einer Gesamtzeit von 12:20:42. In einer (inoffiziellen) Total-Mannschaftswertung waren in 10:45:43 ebenfalls die Mannen aus Schwäbisch Gmünd auf Rang eins zu finden, während sich TuS Sythen hier vor den Läufern aus Menden einrangierten.
Alles in allem kann man von einer recht gelungenen Veranstaltung sprechen. Else Bayer formulierte es so: „Es war eine schöne, liebevoll organisierte Laufveranstaltung mit einem kompetenten Sprecher, der interessant über den Lauf und die Läufer berichtete. Die Strecke führte über gut zu laufende Waldwege und der herbstlichen Wald als eine Symphonie von Farben machte diesen Lauf zu einem Fest der Sinne. Nur mit der Siegerehrung tut man sich dort etwas schwer, aber bei den vielen Vorteilen kann man darüber hinwegsehen.“
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