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Ein Samstag beim Feller-Clan
von Gabi Leidner 07/2006
3x im Jahr wird aus dem Fellerteam das Bärenfellerteam. 1x davon veranstaltet die allseits bekannten Ultrafamilie aus dem Saarland einen Trail, der auch als Ultralauf ausgeschrieben ist. Ungefähr 21 km mißt eine Runde um und über den Bärenfels, der im Naturpark Saar-Hunsrück liegt. Bei der dritten Ausführung gab es in diesem Jahr auch die dritte Streckenführung. Gelaufen werden können laut Ausschreibung wahlweise eine, zwei oder drei Runden, also Halb-, Ganz- oder Ultramarathon. Wer seinen Wettkampf nach weniger als den gemeldeten Runden abbricht, kommt dabei automatisch in die andere Wertung. Und so kam es, daß in diesem Jahr relativ viele der mit einer orangen Startnummer versehenen Ultras in der Marathonwertung zu finden sind.
Morgens beim um ¾ h verspäteten Start war’s schwül-heiß. Auch wenn der größte Streckenteil im Wald verläuft und die Temperaturen dort relativ angenehm waren, so wurde die mit 550 anspruchsvollen Höhenmetern und wirklichen und wahrhaftigen Trailpfaden gespickte Runde von Mal zu Mal schwerer, die Rundenzeiten verlängerten sich bei allen Läufern teilweise sehr deutlich. Als dann am frühen Nachmittag noch heftige Regenfälle einsetzten, wurde die Gegend zum Dampfbad, so manche/r hatte mit Kreislaufproblemen zu kämpfen. Vernünftig, wer es dann sein läßt und sich mit Marathon begnügt. So haben es auch Else und Martin Bayer gehalten, die das Rennen nach zwei Runden beendeten. Viel zu gefährlich wird es auf der Strecke, wenn der Kreislauf nicht mitspielt und dadurch die Motorik gestört wird.
Es kam unterwegs zu einigen Stürzen, zwei davon mußten im Krankenhaus mit Nadel und Faden verarztet werden. So hatte der Sieger des Marathons, Daniel Gidumbanda aus Tansania, der während seines dreimonatigen Deutschlandaufenthalts für den ASC Darmstadt startet, eine Platzwunde am Kopf, die ihn aber nicht daran hinderte, die Strecke in 2:48:10 h zu bewältigen. Das Erstaunen vieler Läufer kann man sich sicher vorstellen, als Gidumbanda am Morgen auf der kleinen Wiese hinter Neubrücke (Ortsteil von Hoppstädten-Weiersbach) auftauchte und schnell sprach sich herum, daß er mit einer Marathonbestzeit von 2:13 h hausieren gehen kann. Da wußte Vorjahressieger Matthias Rosenkranz gleich, daß er seinen Titel wohl nicht würde verteidigen können. Er wurde am Ende Dritter, nachdem Markus Krempchen, der Veranstalter der Uewersauer Trails im November, das Rennen ebenfalls ungeplant nach zwei Runden beendete. Auch die Marathon-Frauensiegerin Erika Chaari hatte eigentlich für drei Runden gemeldet und beließ es bei zweien. 4:41:36 h stehen für sie in der Ergebnisliste. Kerstin Fuhrmann aus Essen, die für die DUV startete, brauchte als Zweite 4:58:01 h und Ursula Müller vom LSC Athlon aus dem quasi benachbarten Kusel lief mit 5:29:08 h auf den dritten Treppchenplatz.
Den Ultramarathon gewann Daniel Exner, der nur dann Ultra läuft, wenn er am Bärenfels auftaucht. Bereits 2004 konnte der M30er hier gewinnen. Obwohl er auf der dritten Runde deutlich langsamer war als bei deren zwei Vorläuferinnen, lief er mit 4:59:41 h einen deutlichen Sieg heraus, Vorjahressieger Rainer Koch folgte erst nach 5:27:36 h. Dritter wurde Frank Rieger, der eigentlich vom Radfahren kommt und auch laufend für den Bikerstammtisch aus Nordbaden unterwegs ist. Mit 5:56.42 h schaffte es noch unter die 6 h-Marke.
Schnellste Ultrafrau war Dr. Juliane Raubuch vom LTF Köllertal, die als Gesamt-11. mit 6:57:00 h fast genau zwei Stunden nach Daniel Exner zum letzten Mal über die schwarze Zeitnahmematte lief. Iris Eschelbach aus Mannheim war 8 Minuten und 13 Sekunden langsamer und Dritte wurde Ulrike Kullnick vom VSV Grenzland Wegberg nach 7:34:48 h als 18. im Gesamteinlauf.
Der Ultramarathon hatte mit 34 Finishern am Ende das kleinste Läuferfeld, 42 absolvierten ebenso viele Kilometer und 115 LäuferInnen weist die Ergebnisliste des Halbmarathons aus.
Eine Reise ins Saarland lohnt sich auf jeden Fall, Fellers haben hier einen wunderschönen kleinen Lauf geschaffen, den man einfach mal laufen muß. Aber Vorsicht: EINFACH ist er nun wirklich nicht!
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