|
There are no translations available.
Zu Gast beim Deutschlandlauf
Als letzte Vorbereitung für den Spartathlon in diesem Jahr wollte ich gerne 2 Etappen beim DL 2007 mitlaufen. Im Vorfeld hatte ich zunächst eigentlich vor, der Veranstaltung als Helfer zur Verfügung zu stehen, was aber leider aus terminlichen Gründen völlig unmöglich wurde.
Dagmar brauchte ich dazu auch nicht allzu lange überreden (Eigentlich gar nichtJ) und schon ging es am Samstag, dem 15.09. mit dem Zug nach Eisleben. Wir erreichten die dortige Sporthallenunterkunft gegen 20:30 Uhr und die meisten Läufer/innen schliefen bereits. Ingo war noch wach und saß mit einem Fläschchen Bier auf seiner Schlafmatte. Wie es seine nette Art ist, begrüßte er mich herzlichst mit: „Hallo Wolfgang, du alte Pflaume!“ J Da er uns aber dann sogleich ein kühles Blondes anbot ward ihm verziehen! J
Nach der liebevollen Begrüßung bauten wir dann unsere Schlafstatt auf und machten uns alsgleich auf den Weg, noch etwas Essbares aufzutreiben, was nach einem etwas längeren Fußweg auch gelang. Frisch gestärkt ging es dann so gegen 22:30 Uhr in den Schlafsack.
Um 04:15 Uhr ging dann morgens schon das Licht an und es begang rege Betriebsamkeit in der Halle. Das ein oder andere bekannte Gesicht erschien und schaute etwas ungläubig, da sie von unserer Anreise ja nichts mitbekommen hatten.
Was natürlich als erstes auffiel, waren die vielen bunten Tapes der Läufer. Gelb, blau und rot waren die Favoriten und die unterschiedlichsten Muster waren zu bewundern! J
Leider waren bereits sehr viele Läufer/innen ausgeschiedenen und unter ihnen auch viele, die eigentlich über teilweise sehr große Etappenlauferfahrung verfügen. Auch viele angeschlagene Läufer/innen waren dabei, wodurch man sicher auch in den nächsten Tagen mit weiteren Ausstiegen rechnen musste. Ingo selber hoffte, dass er 50% der Teilnehmer/innen als Finisher mit nach Lörrach bringen könnte.
Es ist schon beeindruckend, wenn man sich vorstellt, wie man 17 Tage lang jeden Tag das gleiche Zeremonniell ablaufen lassen muss. 04:15 Uhr Aufstehen, 05:00 Uhr Frühstück, Startvorbereitungen, Klamotten verpacken, Schlafstätte einpacken, alles zum LKW, 06:00 Uhr Start der „langsamen Gruppe“, 07:00 Uhr Start der „schnellen Hirsche, bzw. Hirschinnen J“. Dann folgen je nach Läufer/in und Strecke 6 bis 14 Stunden harter Laufarbeit, dann Duschen, Abendessen, evtl. Massage, Versorgen der Blessuren, Aufbau der Bettstatt, 21:00 Uhr wird das Licht ausgemacht und schlafen ist für alle angesagt.
Aber besser haben es die Helfer leider auch nicht, da für sie dasselbe Zeitfenster gilt. Nur können sie sich nach dem Zieleinlauf nicht ausruhen, sondern haben dann noch dem Cheffe Ingo für weitere „Sklavendienste“ zur Verfügung zu stehen. J
Wir jedenfalls waren froh, nur zwei Tage lang diese Strapazen mitmachen zu müssen! J Am ersten Tag, der 7. Etappe von Eisleben nach Sömmerda über etwa 71 km, lief ich in der späten Gruppe, weil ich es etwas schneller angehen lassen wollte. Dagmar war da schon eine Stunde unterwegs. Ich lief von Anfang an mit Uwe Schietzoldt und nachdem wir feststellten, denselben Beruf und auch sonst einige Gemeinsamkeiten zu haben, zu denen auch das heutige Tempo gehörte, beschlossen wir, gemeinsam weiter zu laufen. Nach der zweiten VP begannen wir dann auch mit dem Einholen der langsameren Läufer/innen und das setzte sich dann bis ins Ziel fort. Das machte die Lauferei etwas abwechslungsreicher und so konnte man mit den zu überholenden Läufer/innen auch noch das ein oder andere Wort wechseln. Die Strecke war abwechslungsreich und zum Teil auch schon ordentlich profiliert. Was mich ein wenig störte, waren die z.T. langen Stücke am Straßenrand. Die schnell fahrenden LKW´s und PKW´s trugen nicht gerade zu einer Erhöhung meines Sicherheitsgefühles bei. Aber teilweise ging es auch über schöne Feld- und Wanderwege und somit alles in allem eine richtig schöne Strecke. Auch das gute und sonnige Wetter trug dazu bei, weil damit auch eine wunderbare Fernsicht verbunden war.
Nach etwa 50 km hatten wir dann auch Dagmar überholt, die mit 100 MC-Kamerad Heiner lief und das Ziel rückte in greifbare Nähe. Was allerdings sehr schwer fiel war, die ganzen erstklassigen Verpflegungsstationen immer so schnell zu verlassen. Dort war wirklich einiges geboten, um die Läufer/innen kulinarisch zu verwöhnen. Alles auch ausgesprochen appetitlich hergerichtet! KLASSE!!! Aber Uwe war gnadenlos…
Nach 7:46h liefen wir dann gemeinsam ins Ziel in Sömmerda ein. Leider habe ich mittlerweile erfahren, dass Uwe nach der 12. Etappe aussteigen musste, so kurz vor dem Ziel! Schade Uwe, aber Kopf hoch und 2008 nochmal!!
Dagmar lief etwa eine Stunde später ein und wir gönnten uns danach erstmal ein leckeres Bier und eine Massage. Auch dieser Service, genauso wie der physiotherapeutische mit den Tapes war absolute Spitze und wurde von allen Teilnehmern/innen hoch gelobt! Weiterhin fand auch noch eine wisssenschaftliche Untersuchung statt, an der die Deutschlandläufer/innen freiwillig teilnehmen konnten. Näheres dazu auf der Homepage des DL.
Um 19 Uhr gab es dann leckeres Essen mit und mit ohne Fleisch und anschließend war wieder Bettruhe angesagt.
An nächsten Tag sollte es dann von Sömmerda nach Ilmenau über ca. 80 km gehen. Dagmar und ich wollten heute zusammen laufen und schon bei km 48 aussteigen, damit wir unseren Zug noch bekommen können. Ingo hatte uns zugesagt, dass das mit dem Transport dorthin geregelt würde. Und natürlich kann man sich darauf auch verlassen!
Wir starteten diesmal beide in der frühen Gruppe. Es war noch stockfinster und es ging erstmal kilometerlang entlang der Landstrasse, was dann nochmal mehr Furcht einflößte, weil die Autofahrer uns erst im letzte Moment bemerkten und wir mussten ständig bereit sein, auf den Grünstreifen zu springen, was auch das ein oder andere Mal erfolderlich war.
Nach etwa einer Stunde wurde es heller und wir fühlten uns dadurch doch schon wesentlich sicherer. Das Schöne heute war, dass ich jede VP ausgiebig nutzen konnte. Hier nochmal mein Kompliment an alle Betreuer vor Ort!!
Auch heute war die Landschaft sehr abwechlungsreich und stellenweise gut profiliert. Dagmar und ich stiegen auch wie geplant bei km 48 aus und wurden dann auch nach Ilmenau zur Halle gefahren. Schnell geduscht, die Sachen gepackt und dann mussten wir leider auch schon zum Bahnhof, damit wir unseren Zug auch noch erreichen konnten.
Wir beide waren wohl sehr angetan von dieser Atmosphäre und der professionellen Organisation. Ingo war aussergewöhnlich ruhig, was man von ihm eigentlich gar nicht so kennt! J Auch die Streckenauszeichnung durch Joachim Barthelmann wurde wieder von allen Teilnehmern/innen sehr gelobt. Ein Verlaufen war eigentlich nicht möglich, es sei denn, der ein oder andere Spaziergänger fand es lustig, die Pfeile abzumachen oder gar anders zu verkleben…
Wir gratulieren allen Teilnehmern/innen des DL 2007 ganz herzlich zu ihren Leistungen, egal, ob gefinisht oder ausgeschieden!
Ein Laufbericht von Wolfgang Olbrich, 09/2007
|