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Sonnige Meisterschaften in Mittelhessen
Bereits zum 16. Mal rief an diesem 8. März der Ultra Sport Club Marburg zum Ultramarathon „Rund um die Steinmühle“. 12x wurden hier 60 km gelaufen, die meisten Jahre auf einer 5 km-Runde. Anfang dieses Jahrtausends stellten man in Mittelhessen erst auf eine 10 km-Runde um und verringerte die Distanz dann auf 50 km. Seit Jahren ist diese Veranstaltung in Wertungslauf für den DUV-50 km-Cup und in diesem Jahr zum wiederholten Mal auch noch DUV-50 km-Meisterschaft.
Da die 50 km nicht unter dem Dach des Deutschen Leichtathletikverbands (DLV) organisiert sind, kommt die DUV-Meisterschaft hier der Status einer Deutschen Meisterschaft gleich.
Der Termin lag in diesem Jahr sehr früh – aber durch die Nutzung der Logistik der Schule ist man in Marburg terminlich an die Osterferien gebunden. Da Anfang April schon die Deutschen Meisterschaften im 100 km-Lauf stattfinden, blieb den Marburgern nichts anderes übrig, als auf Anfang März auszuweichen.
Petrus belohnte diese Entscheidung mit wirklich schönem Laufwetter. Nach dem Besuch von Emma in der Woche zuvor war es unter der Woche recht kalt, aber rechtzeitig zum 16. Lauf rund um die Steinmühle schien die Sonne, der Himmel war blau und im Laufe des Laufs wurden die Temperaturen zweistellig. So fanden auch die Siegerehrungen unter freiem Himmel statt.
Im Vorfeld war vielerorts, auch in unseren News, über die Favoritenrollen spekuliert worden. Aber wahrscheinlich hatten nicht nur wir die Rechnung ohne den neuen deutschen Meister im 50 km-Lauf gemacht. Johannes Hasslinger ist in der Ultraszene noch nicht oft aufgetreten, in der DUV-Statistikdatenbank findet man nur sein Biel-Ergebnis 2007 sowie seinen abgebrochenen 24 h-Lauf von Basel 2007. In Marburg zeigte er der Konkurrenz die Hacken, ging von Anfang an in Führung und legte ein hohes Tempo vor. Seinen 38:52 min für die ersten 10 km folgte nur Roland Rauter (LG Würzburg), der ebenfalls noch unter 39 min blieb. Thomas Herget (LG Fulda) und Jochen Deckert (Triathlonverein Windschatten Neumarkt) folgten in 39:01 bzw. 39:03 min, mußten aber am Ende der fixen ersten Runde Tribut zollen und wurden 17. bzw. 5.
Für Johannes Hasslinger blieb die Uhr nach 3:14:55 h stehen. Der Streckenrekord, den Michael Sommer (EK Schwaikheim) beim ersten 50er 2005 aufgestellt hatte, liegt bei 3:08:40 h und war zu keiner Zeit gefährdet.
Zweiter wurde, wie schon bei den Meisterschaften 2007 in Bottrop, Sven Kersten (LTC Berlin). Mit 40:33 min für die ersten 10 km war er das Rennen verhalten angegangen. Die ersten vier Runden lief er sehr regelmäßig in rund 40 min, legte erst in der Schlußrunde einen Zahn zu und kam schließlich nach 3:17:10 h zum letzten Mal auf dem Schulhof des Landschulheims Steinmühle an. Wie viele andere auch trainiert Sven für die Deutsche 100 km-Meisterschaft, die in 4 Wochen in Kienbaum stattfinden wird. Dort will er nach Möglichkeit 7:05 h laufen und ist dafür auch sehr zuversichtlich.
Roland Rauter läuft nur dann 50 km, wenn die LG Würzburg ihn für die Mannschaftswertung braucht. So wurde er in Bottrop 2007 Vierter und schaffte es in Marburg auf einen Treppchenplatz. Zusammen mit Rainer Koch und Georg Braungart wurde er dann auch noch Mannschaftsmeister. Die drei Franken, die zusammen mit etlichen anderen Würzburgern erstmals ihr neues witziges Trikot dem interessierten Publikum vorführten, brauchten zusammen 10:36:59 h für die 150 km. Sie hatten damit einen komfortablen Vorsprung vor der Spvgg Groß Bülten, die in der Besetzung Frank Gruhn – Klaus-Dieter Minnich – Elgar Bosle 11:21:21 h unterwegs war. Der dritte Platz ging an Ingo Tirnitz, Christian Kern und Jan Otto vom ausrichtenden USC Marburg, die den Groß Bültenern mit 11:22:29 h gefährlich nah auf die Pelle rückten.
Carmen Hildebrand vom SSC Hanau-Rodenbach gab ihren 2006 aufgestellten Streckenrekord in Abwesenheit, also kampf- und wehrlos ab. Der ging jetzt, wie schon der Männerrekord, nach Schwaikheim. Dorothea Frey (ehemals Grupp) ist ganz brandneu und aktuell noch vom TF Feuerbach zum EK Schwaikheim gewechselt. Die Schwaben haben jetzt mit ihr, Elke Streicher und Nicole Benning eine ultrastarke Ultra-Frau-Schaft, die auch DUV-Mannschaftsmeister wurde – allerdings kampflos, kein zweiter Verein hatte drei Frauen ins Ziel gebracht.
Dorothea Frey war nach ihrem dritten Platz in Rodgau verletzt, hatte Achillessehnenprobleme und wußte vor Marburg nicht so wirklich, wo sie stand und ob ihr Fuß hält. Er hielt und sie lief von Anfang an ein beherztes Rennen. Für die ersten 10 km hat sie eine Durchgangszeit von 44:45 min, die anschließenden 4 Runden in 44:21, 43:48, 44:44 und 45:38 min. Damit blieb die Uhr bei 3:43:18 h stehen, was ihr im letzten Jahr Platz 1 der Deutschen Bestenliste eingebracht hätte. In diesem Jahr war Martina Groß in Rodgau schon etwas schneller. Aber das Jahr ist noch lang und es gibt noch einige 50er, bei denen man noch weitere Maßstäbe setzen kann.
Antje Krause (USC Marburg) und Nicole Benning (EK Schwaikheim) wollten beide erstmals unter 4 h bleiben, wurden aber jenseits der 30 km-Marke beide gleichmäßig langsamer, so daß sich ihr Abstand kaum veränderte. Antje Krause, schon im Vorjahr zuhause Zweite, lief nach 4:06:39 h ins Ziel, Nicole Benning folgte in 4:09:06 h.
Die drei schnellsten Frauen laufen alle in derselben Altersklasse, so daß auch die W35-Plätze gleich vergeben waren.
Und wie schlugen sich die DUV-Fördergruppenmitglieder?
Elke Streicher laboriert noch immer mit ihren beim Ecotrail erfallenen Knieproblemen und funktionierte Marburg zum Trainingslauf um, sie will Ende März beim 7-Tage-Lauf in Athen an den Start gehen. Für sie schlugen am Ende 4:27:15 h zu Buche. Jens Lukas hat Achillessehnenprobleme und brach daher den Lauf geplant nach 30 km ab. René Strosny und Rainer Koch liefen zwar, wie schon oft, gemeinsam als 9. Und 10. ins Ziel, aber in den 3:27:24 h zuvor lag mal der Eine, mal der Andere vorne, sie fanden erst auf der letzten Runde zusammen. Youngster Florian Reus wollte in Vorbereitung auf Kienbaum sein 100 km-Renntempo laufen und „in knapp unter 4 h“ das Ziel erreichen. Er lief letztlich mit Endbeschleunigung nach 3:51:18 h durch die Bibchip-Ohren von Zeitnehmer Michael Dorsch.
| Dt. Meister |
Johannes Hasslinger |
3:14:55 |
| M35 |
Roland Rauter |
3:20:05 |
| M40 |
Sven Kersten |
3:17:10 |
| M45 |
Jürgen Steiner |
3:27:01 |
| M50 |
Elgar Bosle, Klaus-Dieter Minnich |
3:48:44 |
| M55 |
Hans-Dieter Jancker |
3:29:28 |
| M60 |
Peter Hanke |
4:07:16 |
| M65 |
Norbert Hoffmann |
4:15:06 |
| M70 |
Heinz Hürth |
5:00:34 |
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| Dt. Meisterin und W35 |
Dorothea Frey |
3:43:18 |
| W40 |
Christine Maier |
4:14:10 |
| W45 |
Dorothea Pfeffer |
4:12:24 |
| W50 |
Marita Brenk |
4:31:13 |
| W55 |
Dorothee Wirth |
4:30:49 |
| W60 |
Brigitte Habel |
5:03:47 |
| W65 |
Marianne Dahl |
5:06:30 |
(Gabi Leidner 03/2008)
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