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Horst Feiler, dreifacher Träger des Dr.-Adolf-Weimann-Preises der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung
Als mich neulich einmal wieder jemand fragte, was ich eigentlich machen würde, wenn ich nicht mehr laufen könnte, weil man das ja schließlich ab einem bestimmten Alter nicht mehr könne, da war Gelegenheit, dem Fragesteller von Horst Feiler zu erzählen. Und unglaubliches Staunen beim Gegenüber hervorzurufen! Denn Horst Feiler läuft! Und wie er läuft. Und Horst Feiler ist mittlerweile 85 Jahre alt!
Geboren am 6.3.1922 und zwar auf den Tag genau mit Emil Zatopek war ihm das Laufen dennoch nicht unbedingt in die Wiege gelegt worden. Zwar nahm er schon immer gerne an kürzeren Volksläufen teil, seinen ersten Marathon lief er aber erst im Jahre 1988 und da war er bereits 66 Jahre alt. Absolviert hatte er ihn in der Zeit von 3:55h. Offenbar ließ ihm sein Beruf als selbständiger Raumausstattermeister vorher nicht die Zeit für ein Marathontraining, von nun an aber hatte er sie sich genommen. Und er beließ es nicht beim Marathon. Schon 1989 lief er seinen ersten Ultra, gleich einen 100 km-Lauf in Quickborn und kam hier nach 12:51 ins Ziel.
Seitdem verblüffte er ständig mit neuen Weltbestleistungen. In einer Nienburger Zeitschrift (Horst Feiler lebt seit 1947 in Nienburg) war vor einigen Jahren folgendes zu lesen: „Bei den Deutschen Meisterschaften im 100-km-Straßenlauf in Rheine stieß der damals 80-jährige mit seiner Zeit von 12:46:23 Stunden in unbekannte Sphären für die Altersklasse M 80 vor und unterbot die alte Bestzeit um fast drei Stunden.“ Dazu muss man wissen, dass Horst durch einen schweren Unfall seit dem Jahre 1976 zu 80% behindert ist und sich von diesem Unfall durch einen Aufbau mit täglichem Schwimmen und Radfahren überhaupt erst in eine körperliche Form brachte, die das Laufen wieder ermöglichte.
Seine Liebe gilt den Landschaftsläufen, so sagt er selbst. Besonders empfehlen würde er den Rennsteiglauf. Noch immer trainiert Horst täglich, neben dem Laufen besonders Schwimmen. Und vor dem täglichen Schwimmen läuft er etwa 10 km barfuss(!), wie er selbst erzählte. So ist sein Rat für jüngere Läufer und Laufeinsteiger, den Sport immer bewusst zu erleben, so könne man ihn bis ins hohe Alter betreiben.
Der Landkreis Nienburg wählte Horst Feiler bereits drei Mal zum Sportler des Jahres und zollte so seine Anerkennung für einen außergewöhnlichen Sportler. Er ist Inhaber zahlreicher Altersrekorde, beispielsweise im 12-Stundenlauf mit 100 km, aufgestellt 1998 in Rodenbach oder auch im 100 km-Bahnlauf in 13:15:57, aufgestellt 2002 in Brakel. Die DUV verlieh ihm in den Jahren 1998, 2002 und 2007 den Dr. Adolf-Weidmann-Preis. 1998 lief Horst Feiler in Scharnebeck den M 75-Weltrekord im 24-Stundenlauf und erzielte eine Leistung von 159,182 km.
Ich lernte Horst an ebendiesem Ort in diesem Jahr persönlich kennen. Auch mit 85 Jahren nahm er selbstverständlich an der Deutschen Meisterschaft im 24-Stundenlauf teil und verblüffte wieder manch jüngeren Starter. Er erlief sich nämlich 108,246 km und konnte auch damit in die Rekordlisten einlaufen, die bis dahin in dieser Altersklasse unbesetzt waren und deshalb den derzeitigen Deutschen und Weltrekord darstellen! Übrigens ist er davon überzeugt, dass das Ultralaufen auch in seinem Alter hauptsächlich eine „Kopfsache“ sei. Eine andere Devise von ihm ist: „Alles was hart macht, ist Medizin“ und spielt damit darauf an, dass er eine sehr schwere Jugendzeit hatte und dadurch zu solchen Leistungen in der Lage sei. Nun, das allein kann es wohl nicht sein, sind doch viele Menschen in dem Alter nicht dazu in der Lage, obwohl sie eine ähnliche Jugend durchlebten. Horst Feiler ist schon ein besonderer Mensch und ich wünsche ihm, dass er noch viele Rekorde im Ultralaufen aufstellen und weiterhin so viel Freude beim Laufen haben wird, wie ich das in Scharnebeck auf der Strecke gut beobachten konnte.
Von Silke Stutzke, Schriftführerin der DUV 11/07
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