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24 Stundenlauf in Reichenbach, 3.-4. Juli 2010
Seit 1984 gibt es sie, die lange Nacht von Reichenbach, ein 24 Stundenlauf, der ursprünglich für Staffelläufer geplant war. Im Verlauf der Zeit gingen dann aber überwiegend Einzelläufer an den Start auf einen sehr bergigen Rundkurs im Neubaugebiet. Vier Mal war Reichenbach bereits Gastgeber der Deutschen Meisterschaften der DUV, zuletzt 2006, danach fand der Lauf für zwei Jahre nicht statt und wurde im vergangenen Jahr auf einer anderen, etwas weniger schweren Strecke ausgerichtet.

Gelaufen wird nun auf einer Runde, die ihren Ausgang im „Stadion am Wasserturm“ nimmt und dann insgesamt ca. 1100 Meter in der näheren Umgebung verläuft. Die Strecke hat einige Kurven und ist nicht ganz eben, schließlich befindet man sich im sächsischen Vogtland.
In diesem Jahr kamen die extremen äußeren Bedingungen erschwerend hinzu. Am frühen Nachmittag wurde 32,5° C im Schatten gemessen. Im Stadionrund auf der Tartanbahn gar 52,5°C. Somit war schon vor dem Start klar, dass hinsichtlich der Leistungen Abstriche gemacht werden mussten.

39 Einzelläuferinnen und –läufer sowie fünf Staffeln wurden am Vormittag um zehn Uhr auf die Strecke geschickt. Wegen der starken Hitze hatte man neben der geplanten Verpflegungsstelle am Stadioneingang eine Wasserstelle mit einer Dusche eingerichtet. Die Abkühlung war allen Athletinnen und Athleten höchst willkommen. Es gab kaum jemanden, der sich nicht vom kühlen Nass berieseln ließ.
Eher als sonst bei 24 Stundenläufen sah man in Reichenbach ausgedehnte Gehpausen, was angesichts der Bedingungen nicht verwunderlich war. Um 16.00 Uhr wurde es dann merklich leerer auf der Laufstrecke. Das Fußballspiel Argentinien gegen Deutschland lockte sogar einige Athleten an das Fernsehgerät, das im Stadiongebäude aufgebaut worden war. Kaum stand der Sieg der Fußballnationalmannschaft fest, lief es für viele Teilnehmer auch gleich wieder besser.

Bereits frühzeitig hatte sich die Spitze formiert. Bei den Männern lag der Belgier Chris Dhooge, ausgestattet mit einer Bestleistung von 216 Kilometern, in Front. Nach zwölf Stunden hatte er die 100 Kilometermarke übertroffen. Dahinter folgte bereits Nicole Kresse, LG DUV, ebenfalls mit knapp über 100 Kilometern. Nicole wollte sich nach ihrer frühzeitigen Aufgabe beim 24 Stundenlauf in Basel erneut an dieser Strecke versuchen.
Es folgten Martin Ganter und Hans-Jürgen Klenner, der im Verlauf des Rennens viele Gehpausen einlegen musste.

Nicole lag während der gesamten Rennzeit unangefochten vorn und finishte schließlich mit einer neuen persönlichen Bestleistung von 177,310 Kilometer auf dem zweiten Gesamtrang. Ein hartes Stück Arbeit für sie. Hinter Nicole lief die Lokalmatadorin Beate Plaumann bei ihrer Premiere im 24 Stundenlauf mit 158,084 Kilometern auf den zweiten Rang. Sie konnte bereits eine Ehrung entgegennehmen, bevor sie den ersten Wettkampfmeter absolviert hatte. Für ihren zweiten Platz in der DUV-Cup Wertung im Sechsstundenlauf 2009 erhielt sie eine Auszeichnung. Auf Rang drei befand sich Ilona Wadenbach, bislang nur als Staffelteilnehmerin in Reichenbach, die zwischenzeitlich Beate ganz schön auf die Pelle rückte und sogar eine Zeit lang an ihr vorbei lief. Aufgrund einer längeren nächtlichen Gehpause musste sie Beate wieder passieren lassen und landete schließlich mit 152,349 Kilometern auf dem Platz drei in der Frauenwertung.
Als Gesamtsieger stand nach einem Tag laufender Schwerstarbeit schließlich Chris Dhooge fest. Seine 184,917 Kilometer wurden mit höchstem Einsatz absolviert. Martin Ganter erreichte als zweiter Mann 176,131 Kilometer und büßte seinen zwischenzeitlichen zweiten Gesamtrang in der letzten Stunde ein. Platz drei ging an Hans-Jürgen Klenner, der sich in der zweiten Rennhälfte überwiegend gehend auf 156,737 Kilometer mühte.

Aber auch bei den Staffelrennen wurden sehr gute Leistungen erzielt. Besonders groß war bei den Staffelmitgliedern der Respekt vor den Einzelläuferinnen und –läufern.
Wegen der Hitze kam es zu technischen Problemen mit der Chipzählung, die ausfiel. Doch von Seiten des Veranstalters hatte man vorgesorgt und eine Videokamera für den Fall der Fälle installiert. Eine weise Entscheidung. Überhaupt, organisatorisch lag das gesamte Event auf höchstem Niveau. Besonders schön war die familiäre Atmosphäre. Auch der Streckensprecher war unermüdlich in der Motivation für alle Anwesenden. Also insgesamt eine absolut gelungene Laufveranstaltung mit sehr guter Infrastruktur, wenn gleich die Strecke nicht unbedingt Höchstleistungen zulässt, schon gar nicht bei derartigen Temperaturen. Auf jeden Fall kann man froh sein, dass es den Reichenbacher 24 Stundenlauf nach der zweijährigen Pause wieder gibt.
Die gesamten Resultate befinden sich auf der Veranstalterhomepage.
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