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10.04.2004 Two Oceans Marathon über 56 km in Südafrika
Ein Bericht von Karlheinz Kellert
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Rückkehr auf Originalstrecke mit Rekordfeld |
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Höhepunkt der Streckenführung des Two Oceans Marathons ist der Chapman´s Peak Drive, eine spektakulär in den Fels modellierte Küstenstraße. Nach einem Bergsturz im Jahr 2000 war die Straße für 3 Jahre unpassierbar und konnte erst Anfang 2004 nach aufwendigen Sanierungsmassnahmen wieder für den Verkehr freigegeben werden. Der Two Oceans Marathon musste darum in den Jahren 2001-2003 auf den Ou Kapseweg als Ersatzstrecke ausweichen, eine eher ungeliebte Streckenführung, die dem Vergleich mit dem Chapman´s Peak nicht standhält und zudem auch noch ein schwierigeres Profil aufweist.
Nachdem von 2001 - 2003 der Two Oceans Marathon seinem Namen nicht gerecht werden konnte, weil er nur den Blick auf den Indischen Ozean gestattete, lockte die Rückkehr auf die Originalstrecke ein Rekordfeld von fast 10.000 Meldungen an. Erwartungsgemäß lagen dann auch Top-Zeiten wegen des leichteren Streckenprofils in der Nähe der Streckenrekorde.
Keine große Überraschung war der Sieg der Russin Elena Nurgalieva in 3:37 Std., die bereits 2003 als Siegerin des Comrades auf sich aufmerksam gemacht hat. Niemand hatte dagegen den bis dato unbekannten Marco Mambo aus Zimbabwe mit 3:07 Std. auf der Rechnung, nach eigenen Angaben ein Amateur mit Vollzeitjob.
Sofern es überhaupt zur Zeit deutsche Top-Läufer gibt, war von ihnen niemand am Start. Selbst die unverwüstliche Maria Bak, mehrfache Siegerin des Comrades und des Two Oceans, die inzwischen aber auch schon in der W40 läuft, hat sich nicht blicken lassen. Deutschland stellte aber immerhin mit 93 Meldungen das zweitstärkste Kontingent der insgesamt 593 internationalen Meldungen. Prominentester deutscher Teilnehmer war der Spiridon-Herausgeber Manfred Steffny, der nach 4:53 Std. durch das Ziel lief.

Zu den deutschen Startern zählte auch die Kölnerin Gisela Kellert, die bei ihrer vierten Teilnahme Premiere auf der Originalstrecke lief. Gisela wusste mit ihrer Erfahrung, wie man sich das Rennen einteilen muss, um gut über das Profil der zweiten Hälfte zu kommen. So konnte sie mit einer Endzeit von 5:22 Std. ihre bisherige Bestzeit um 7 Minuten steigern und sich damit nicht nur in ihrer Altersklasse (mit fast 200 Teilnehmerinnen!), sondern auch in der Gesamtwertung gut platzieren.
Nach schweren Regenfällen am Vortag zeigte sich das Wetter auch am Lauftag von keiner besseren Seite und verwährte den Traumblick über die Bucht von Hout Bay. Im Vergleich zu der Hitze oder der feuchten Schwüle der Vorjahre war aber das Wetter für die Mittel-europäer (im Gegensatz zu den afrikanischen Läufern) eher ein Vorteil.Mit Eva Pörsch und Werner Winkhold konnten mindestens zwei weitere Kölner unter der Marke von 6 Stunden bleiben.
Der Two Oceans Marathon ist primär ein Landschaftslauf und beeindruckt weniger durch Menschenmassen am Straßenrand. Trotzdem ist ausreichende Unterstützung von außen vorhanden, insbesondere dort, wo man sie auch braucht. Weltweit (!) vorbildlich ist die Streckenversorgung. Das gilt nicht nur wegen der 33 Verpflegungsstellen auf 56 km, sondern auch wegen ihrer Organisation, ihrer Ausstattung und der Begeisterung der Helfer.
Keine Chance hatten die Helfer gegen den Schlamm im Zieleinlauf. Das Sportgelände des Universitätscampus, auf dem der Zielbereich liegt, war nach zwei Regentagen völlig aufgeweicht. So war es dann auch nicht verwunderlich, dass sich dort trotz Rekordteilnehmerzahlen deutlich weniger Zuschauer aufhielten als in den Vorjahren. Wer die Möglichkeit hatte, suchte Schutz in einem der zahlreichen Zelte im Zielbereich.
Auf die internationalen Teilnehmer wartete an bevorzugter Position des Zielkanals ein festlich dekoriertes Zelt, in dem ein kalt-warmes Büffet und Getränke kostenlos angeboten wurden.
Nach vollbrachter Leistung trafen sich die „Internationals“ mit ihren Begleitern im „International Tent“, das in diesem Jahr von der südafrikanischen Airline gesponsert wurde. Jeder neue Finisher wurde mit großem Hallo begrüßt und gefeiert.
Das Angebot der Gastgeber näherte sich nach der enttäuschenden Bewirtung des vergangenen Jahres wieder dem opulenten Standard früherer Jahre. So lieben wir es und kommen gerne im nächsten Jahr wieder!
Bericht erstellt am 30.04.2004 von Karlheinz Kellert
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