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Am 03./04. Mai 2008 fand in Basel zum 20. Mal der Self Transcendence-Lauf unter der Organisation des Sri Chinmoy Marathon Teams der Schweiz statt. Und zum 20. Mal war der St. Jakobs Park, ein großer Sportpark, zu dem auch das Fußballstadion gehört, Gastgeber der Ultraläufergemeinde. Die Strecke war nicht von Anfang an die heutige, die 1.142 m misst.
Unter den Ultraläufern sind die Sri-Chinmoy-Veranstaltungen immer und überall sehr beliebt, weil sie familiär sind und liebevoll betreut werden. Vor allem die Verpflegung der Läufer setzt Maßstäbe, aber auch die Zähler (keine elektronische Rundenzählung) fallen immer wieder durch ihre gute Laune und Motivationsfähigkeit auf.
150 Meldungen werden angenommen, der Lauf ist immer Wochen im voraus ausgebucht. Dieses Jahr traten dann tatsächlich insgesamt 145 LäuferInnen aus sage und schreibe 24 Nationen an: 103 über 24 h und 42 über 12 h, unter ihnen waren gewohntermaßen auch viele Deutsche. Jan Vandendriessche, Race director der Internationalen Ultramarathonvereinigung IAU, war als Beobachter vor Ort.
Pünktlich zum Rennen hatte sich der Sommer eingestellt. Die Temperaturen stiegen am Samstagnachmittag (Start war um 12 h) bis auf 30° C, allerdings fiel die Quecksilbersäule in der Nacht auch bis auf 5°C runter. 25 Grad Temperaturunterschied sind schon eine Menge, die man im laufenden Wettkampf erstmal wegstecken muß.
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| unbekannter Betreuer in der Nacht |
kein Kommentar |
Eusebio Bochons, in der Schweiz lebender Spanier, setzte sich gleich an die Spitze, bekam aber später Probleme und beendete das Rennen nach 135,881 km. Unter den prominenten Ausfällen waren auch Josef Willerich (mit 231 km Vorjahreszweiter), der am Samstagabend nach 85,640 km mit Knieproblemen passen mußte und Nikolaos Adam (in 2007 mit 212,7 km Sieger der Senioren I (50-59 Jahre)). Er hatte erhebliche muskuläre Probleme, die auch der Masseur nicht beheben konnte und strich nach 91,349 km die Segel.
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| Josef Willerich im Gespräch mit Sportarzt Beat Knechtle |
Nikolaos Adam mit Betreuerin |
Von Jens Lukas ist man es gewohnt, daß er das Feld von hinten aufrollt. Diesmal lag er schon relativ früh erst auf Platz 2 und dann in Führung. Was aber nicht an einer evtl. Angriffslust lag sondern einfach daran, daß er unbeirrt sein eigenes Rennen lief und wie ein Uhrwerk seine Runden drehte. Am Ende wurde er dafür mit 245,058 km belohnt - oder: hatte sie sich hart erarbeitet. Auch Friedemann Hecke ließ es langsam angehen und arbeitete sich immer weiter nach vorne. Er wurde aber zu keiner Zeit eine "Gefahr" für Jens, belegte am Ende mit 223,843 km Platz 2. Damit lief er knapp 2 km weniger als 2007, bestätigte also seine Vorjahresleistung. Dritter wurde mit 217,003 km der Schweizer Jörg Desteffani, der ebenfalls sehr gleichmäßig unterwegs war. Senior I Wolfgang Braun arbeitete sich stetig und fast unauffällig immer weiter nach vorne und belegte am Ende mit 212,848 km einen tollen vierten Gesamtplatz.
Jens Lukas hat damit "locker" die Norm für die Nominierung zur Weltmeisterschaft im Herbst in Seoul und auch für den B-Kader des DLV erreicht.
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| Jens Lukas beim fliegenden Kleiderwechsel |
Wolfgang Braun im "5-Sterne-Zelt" betreut von Ehefrau Marion |
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| Friedemann Hecke wird während des Rennens interviewt |
Siegerehrung Herren Hauptklasse (v.l. Martin Wagen, Friedemann Hecke, Jens Lukas, Jörg Desteffani, Josef Stöhr, Ulrich Bartholet |
Bei den Frauen sah es deutlich "bunter" aus. Carmen Hildebrand, eigentlich 100 km-Spezialistin, hatte sich ihr 24 h-Debut zum Geburtstag geschenkt. Sie machte aber von Anfang an klar, daß sie nur zum Spaß laufen würde und sich ihre Ruhepausen je nach gusto gönnen würde. War sie auf der Strecke, legte sie ein schnelles Tempo vor und führte auch lange Zeit das Leaderboard an. Durch ihre Ruhephasen rutschte sie aber natürlich immer wieder nach unten und beendete das Rennen nach 140,449 km, was ihr noch immer einen Platz in der Top10 sicherte. Am Ende siegte mit der Schweizerin Muriel Thomi die Vorjahreszweite. Sie schaffte 181,973 km. Mit Cornelia Bullig, Silke Stutzke und Simone Stegmaier war die LG Nord Berlin zahlreich auf der Strecke vertreten. Dazu kam noch Heike Christ aus Sulz am Eck. Die vier Frauen waren anfangs ähnlich stark, dann wurde sie aber fast durch die Bank von heftigen Magenproblemen heimgesucht. Am Ärgsten erwischte es Heike, die immer wieder versuchte, sich ins Rennen zu kämpfen, aber letztlich nach 101,626 km auch zeitlich vorzeitig aufgeben mußte. Conny kam augenscheinlich am besten mit ihren Magenproblemen zurecht, wahrscheinlich kam ihr dabei auch ihre langjährige Erfahrung zugute. Mit 178,920 km erlief sie sich Platz 2. Silkes Zähler blieb bei 173,635 km und Platz 3 stehen und Simone wurde mit 166,814 km Vierte.
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| Conny & Sigi Bullig vorm Lauf im Fokus des Fotografen |
Simone Stegmaier und Silke Stutzke beim nächtlichen Kilometersammeln |
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| Heike Christ bei der Vorbereitung |
Siegerehrung Frauen Hauptklasse (v.l. Conny Bullig, Muriel Thomi, Silke Stutzke, Simone Stegmaier) |
Um Mitternacht wurde der 12 h-Lauf gestartet, den von der ersten Stunde an der zweifache Schweizer Meister im 24 h-Lauf, Christian Fatton, beherrschte. Florian Reus, der zweifache Deutsche Meister im 24 h-Lauf, machte sein Ding und lief sich immer weiter nach vorne. Nach einem Zwischentief konnte er in der letzten Stunde nochmal richtig aufdrehen und den Schweizer Simon Schmid immer weiter distanzieren. Mit 131,973 erlaufenen Kilometern zeigte er sich am Ende auch richtig zufrieden. Auf dieser Leistung kann und möchte er jetzt aufbauen, um im Juli in Berlin zum dritten Mal Deutscher Meister über 24 h zu werden. Simon Schmid lief 126,250 km.

(Florian Reus auf der letzten Runde)
Die Russin Nadezda Sandrkina siegte im Frauenrennen mit 101,259 km vor Gudrun Freier vom SCMT-Team Deutschland (92,195 km) und Stella Doni vom SCMT-Team Moldawien (87,945 km). Zu den Sri Chinmoy-Veranstaltungen kommen natürlich auch immer viele Mitglieder der Bewegung aus aller Welt.
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| Carmen und ihr Geburtstagskuchen |
Gerhard Bracht und Dieter Albrecht (neuer Rekordhalter M65 im 6-Tage-Lauf "Straße") haben jede Menge Spaß |
Die kompletten Ergebnisliste findet Ihr hier (24 h) und hier (12 h) und natürlich bald in der DUV-Ergebnisdatenbank.
Allen SportlerInnen wünschen wir gute Erholung! Gratulation zu Euren Leistungen!
Gabi Leidner (05/2008)
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