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Meisterschaft/ITC

Unter diesem Menüpunkt sind zukünftig alle Berichte zu den Themen Meisterschaften, ITC aufgeführt. 

IAU Trail World Championships, Wales 06.07.2013

Am kommenden Samstag finden in Großbritannien die Weltmeisterschaften im Ultra-Traillauf statt. Austragungsort ist der landschaftlich reizvolle Gwydyr Forrest der Grafschaft Anglesey in Wales.

Dort werden 5 Runden auf einem technisch anspruchsvollem 15km-Kurs absolviert. So kommt eine Gesamtlänge von 75km mit einem Anstieg von 2750HM zustande.

Es werden sowohl die Einzelleistungen als auch die aufaddierten Zeiten der 3 schnellsten Läufer einer Nation als Mannschaftsergebnis gewertet.

Deutschland wird von zwei komplettem Teams vertreten.

Damen:
Pamela Veith (DM Trail 2012, DM 100km 2013)
Branka Hajek (Sieg Rennsteiglauf 2013, 2.DM 100km 2013)
Brigitte Schiebel (2. Rennsteiglauf 2013, 1. Trail du Petit Ballon 2013)

Herren:
Rene Strosny (DM Trail 2012, Sieg beim Etappenlauf Bergisches Land 2013)
Florian Neuschwander (1. Trail Uewersauer 2011 und 2012, 1. 50km Rodgau 2013, 2:20:29 Bonn Marathon 2013)
Carsten Stegner (1. 75km Celje 2012, 3. 50km Rodgau 2013, Sieg 50km Mnisek pod Brdy 2013, 2. Rennsteiglauf 2013)

Bei der letzten Ultra-Trail WM in Connemara/Schottland 2011 dominierte Frankreich überlegen im Einzel und bei den Mannschaften. Die amtierenden Einzelweltmeister sind auch am kommenden Wochenende wieder am Start und werden so mit ähnlicher Mannschaftszusammenstellung schwer zu schlagen sein.

Die beiden Deutschen Teams sind jedoch in ausgesprochen guter Verfassung und so sind Platzierungen unter den besten 6 Mannschaften als auch das Erreichen eines begehrten Platzes unter den Top Ten im Einzel nicht unrealistisch, es wird also sehr spannend. Die IAU will Live-Updates veröffentlichen, siehe http://www.iau-ultramarathon.org/nieuwsarchief.asp?menucode=h02&col001=1393&more=x&taal=nl&foto=photo1

Wenn Ihr euch ein Bild von der Strecke und der Veranstaltung machen wollt, so gibt es hier eine ausgesprochen schön gestaltete Infoseite: http://worldtrailwales2013.org/international-events/

Jens Lukas

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Am vergangenen Samstag, dem 11. Mai wurde pünktlich um 12 Uhr die WM im 24h-Lauf in Steenbergen (NL) gestartet. Mit dabei die besten Läuferinnen und Läufer aus Deutschland. Als Novum hatten dieses Jahr 7 Männer und 5 Frauen die recht hohen Qualifizierungsanforderungen geschafft. Als Mannschaftsweltmeister und mit Florian Reuss, dem amtierenden Europameister und Vizeweltmeister hatte man sogar einen Favoriten auf einen Podestplatz mit dabei. Mit entsprechend hohen Erwartungen reiste das Team um Teamchef Norbert Madry und Dispziplin Manager Ralf Weis ins Nachbarland, wissend, dass wir mit den etablierten Ultralauf-Nationen wie USA, Japan, Russland und Frankreich, die ebenfalls nominell starke Mannschaften gemeldet hatten, nur schwer würden mithalten können.

Die Wetterbedingungen waren sehr schwer und wechselhaft. Wind, Regen und Kälte forderten von Läufern wie Betreuern einiges ab. Dennoch war es nicht überraschend dass wieder einmal ganze Horden von Läuferinnen und Läufer von Beginn an auf Weltrekordkurs gingen. Typischerweise und aus gutem Grund verfolgen alle deutsche Starter eine andere Strategie und versuchten durch ein möglichst gleichmäßiges Tempo das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

Wie es ihnen dabei ergangen ist, konnte man sehr gut im DUV-Forum verfolgen, in dem über das Wochenende über 200 Einträge erstellt wurden, selbst Norbert Madry und Jürgen Schoch vor Ort gaben immer wieder ein paar Hintergrundinformationen. So konnten die Beobachter einigermaßen Live verfolgen, wie sich die deutschen Läuferinnen und Läufer nach vorne arbeiteten.

Von den 243 gestarteten WM-Teilnehmer kamen längst nicht alle durch. Einige kämpften sich durch Krisen, andere gaben vorzeitig auf, wieder anderen schienen die äußeren Bedingungen nichts auszumachen. Das ganze Spektrum gab es auch in der deutschen Mannschaft! Als Distanz-Analytiker konnte man kaum ahnen, was Läufer und Betreuer vor Ort durchmachten. Da sind wir alle schon sehr auf die Berichte gespannt, die vermutlich nicht mehr für die nächste UM fertig werden, da der Redaktionsschluss kommenden Mittwoch ist.

An dieser Stelle bleibt mir, allen Sportlern und Betreuern zu ihren Leistungen zu gratulieren und größten Respekt zu bekunden! Es ist immer ganz schwer, einzelne Personen und Leistungen hervorzuheben, aber es wurden auch von deutschen Startern hervorragende Leistungen und persönliche Bestleistungen erzielt. Ganz besonders gefreut hat mich die Leistung von Heike Bergmann bei ihrer ersten WM. Sie konnte ihre Bestleistung um fast 20 km steigern und erzielte mit knapp 225 km als beste Deutsche Platz 9 in der WM-Wertung, Platz 4 in der EM-Wertung und Platz 1 in ihrer Altersklasse!

An Medallien gab es:

  • Bronze für die Frauenmannschaft in der EM-Wertung
  • Gold für Florian Reuss in der EM-Wertung 
  • Bronze für Florian Reuss in der WM-Werutng
  • Gold für die Männermannschaft in der EM-Wertung
  • Bronze für die Männermannschaft in der WM-Wertung

 

Weitere Informationen gibt es hier:

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Großer Sport und kleine Dramen

Am 13. April 2013 fanden im Bundesleistungszentrum Kienbaum die 26. Deutschen Meisterschaften im 100-km-Lauf statt. Die Sieger heißen bei den Frauen Pamela Veith (8:10:53h), bei den Männern Andre Collet (6:56:22h) sowie die Gemeinschaft aller Ultraläufer.

Bei günstiger Witterung, guter Organisation und harmonischem Miteinander aller an diesem Sport interessierten nahmen 118 Läuferinnen und Läufer das Meisterschaftsrennen auf. Auf der Strecke befanden sich noch weitere 26 Läufer des offenen Laufes sowie 27 Kurzultras auf der halben Distanz.

Der Ultrasport hat seine eigenen Gesetze – und so mussten Tanja und Jörg Hooß, beide deutsche Meister des Jahres 2009 und als Mitfavoriten zumindest auf das Podium gehandelt, nach jeweils gelaufenen 50 km das Rennen beenden. „Wir müssen noch einmal die Vorbereitung analysieren, wir waren beide nicht so frisch, wie wir uns das vorgestellt haben." kommentierte Jörg wenige Minuten nach Abbruch. Ich denke, wir hören von beiden noch in diesem Jahr. Ebenso wie diese beiden mussten fast dreißig Läuferinnen und Läufer erkennen, dass an diesem Tag 100 km einfach zu weit waren. Mit 87 Zieleinläufen bewegt sich die 26. Meisterschaft eher im Bereich der schwächer besuchten Meisterschaftsrennen.

Stark jedoch das Auftreten der Männer an diesem Tag – im Schnitt der acht besten Leistungen war das diesjährige Rennen nach 2008 das zweitschnellste der letzten acht Jahre. Mit Hans-Jörg Heiner meldete sich ein Läufer auf dem Podest der vor 8 Jahren bereits 100km gelaufen ist, der jedoch in der Ultralaufszene getrost als Neuling bezeichnet werden darf. Seine Zeit von 6:59:42h berechtigt angesichts der Tatsache das er mit einer Grundgeschwindigkeit von aktuell 1:07h auf Halbmarathon über enorme Grundschnelligkeit verfügt zu allergrößten Hoffnungen. Ebenso stimmt es zukunftsfroh das mit Jan-Hendrik Hans der jüngste Läufer des Feldes (Jg. 87) nicht nur den vierten Platz belegte sondern zugleich seine Vorjahresbestzeit um 18 Minuten steigern konnte. Das Podium der M 35 unterstützt diese Hoffnung, denn hier hat der bisher eher durch beständig gute Platzierungen beim Rennsteiglauf auffallende Christian Jakob seine PB um 10 Minuten gesteigert und hat damit erstmals die P-Kadernorm des DLV von 7:40h ebenso unterboten wie der in der M40 startende Jürgen Kiebler aus Isny. Mit Florian Böhme folgt ein weiterer Sportler der M35, zwar fünf Minuten an der Norm vorbei aber mit einer Steigerung der PB um 69 Minuten! Zu Andre Collet und Hans-Jörg Heiner gesellte sich der Altmeister Michael Sommer. Seine 7:08:17h hätten in den letzten vier Jahren immer zum Sieg gereicht. Ich vermute aber das Michael als Disziplinverantwortlicher 100km die positive Entwicklung an der Spitze erfreut registriert haben wird. Seine Freude über den dritten Platz im Zieleinlauf war sehr sympathisch!

Dem Frauenrennen drückte die spätere Siegerin Pamela Veith von Anfang an ihren Stempel auf. Eine Durchgangszeit von 3:53h nach 50km ließ die Beobachter staunen, allseits wurde gerechnet und spekuliert. Pamela bewegte sich damit nur drei Minuten über ihrer PB 50km. Ihr Mut wurde mit dem Sieg und der B-Kader-Norm belohnt. Die zweite und Meisterin des Jahres 2008, Branka Hajek, lief ein relativ ungefährdetes Rennen und konnte sich am Ende über 8:25:41h freuen. Ein spannendes Duell lieferten sich Barbara Mallmann und Gabriele Kenkenberg um den dritten Platz auf dem Podium. Barbara war dabei die endschnellere Läuferin. Nachdem sie das letzte Jahr fast komplett pausiert hat ist es ihr mit ihrer Zeit von 8:36:10 h gelungen, an die sehr guten Ergebnisse aus 2008 und 2009 anzuknüpfen. 71 Sekunden fehlten bis zur B-Kadernorm, aber ich denke, das Barbara mit dieser Leistung für ausreichend Aufmerksamkeit gesorgt haben wird. Gabriele Kenkenberg, sonst auch viel im Gelände unterwegs, hat mit 8:39:23h ihre gute Vorjahresleistung nicht nur bestätigt sondern um neun Minuten verbessert.

Hinsichtlich der Mannschaftswertungen gibt es nicht viel Neues zu vermelden. Diese Feststellung soll die Leistungen der erfolgreichen Teams nicht schmälern. Leider ist es noch immer so das gewinnt, wer als Team durchkommt. Respekt also vor den Kemptenern, denen dies bei den Frauen und Männern gelang (Männer: M 50 / Frauen: W 35  ...und schöne Jacken hatten sie auch!). Die Schwindegger haben vier Herren ins Ziel gebracht und waren damit in der AK M40/45 erfolgreich und zugleich auch Deutscher Mannschaftsmeister in der Hauptklasse. Nach großem Kampf gegen das Zeitlimit sicherte schließlich Daniela Dilling den Frauen der LG Nord Berlin ein Mannschaftsergebnis, was damit zur Silbermedaille reichte.

In einer Kategorie, die nicht in der Ausschreibung zu finden war, wurden wir Zeuge einer ganz besonderen Leistung. Mit ihrem Laufbegleiter Ralf Milke erzielte die für den PSB 24 Berlin startende Regina Vollbrecht mit 9:47:01h eine deutsche Bestleistung für blinde Läuferinnen. „Nebenbei" errang sie damit den 1.Platz in der AK W 35 und platzierte sich als 12. im guten Mittelfeld. Bemerkenswert neben der Leistung von Regina war dabei auch die von Ralf: er lief ebenso wie sie erstmals 100km, also doppeltes Neuland.

Als Fazit dieser Meisterschaft sehe ich eine gut aufgestellte Spitze, hoffnungsvollen läuferischen Nachwuchs insbesondere bei den Männern und teilweise begeisternde Leistungen in den höheren Altersklassen (Norbert Hoffmann, M 70, 9:31:59h!!! / Ulika Schulz, W 50 , 9:09:52h). Eine verlässliche Organisation im Team um Gert Schlarbaum sowie ein erstarktes „Wir-Gefühl" aller an der Vorbereitung und Organisation Beteiligten. Einziger Wermutstropfen dieser schönen Veranstaltung ist die Melde- und Starterresonanz. Ob die schnellen, leichten Antworten (harter Winter, „Randlage" in der Republik) ausreichen um den tendenziellen Melderückgang in dieser schönen Disziplin zu erklären weiß ich nicht. Innerhalb der DUV werden wir uns dieses Problems mit besonderer Aufmerksamkeit annehmen.

Jörg Stutzke

 

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Morgen findet also unsere erste deutsche Meisterschaft im 6 h-Lauf statt. Der 12. 6 h-Lauf in Troisdorf ist gleichzeitig auch die letzte Veranstaltung im Rahmen unserer Cupwertung 2012.

Traditionell ist die Schar der belgischen Starter in Troisdorf groß, mit dem Ausgang der DM haben die belgischen Lauffreunde aber natürlich nichts zu tun. Den Cup können sie, wie auch schon mehrfach geschehen, aber natürlich gewinnen.

Gert Mertens und Johan Watthy liefen in diesem Jahr beide schon über 83 km und zählen ganz sicher zu den Favoriten auf den Gesamtsieg.

Die derzeit Führenden der Dt. Bestenliste 2012, Matthias Dippacher und Jan Prochaska, sind nicht angemeldet. Nach den Vorleistungen des laufenden Jahres zählen Peter Kaminsky, Benedikt Strätling, Günter Marhold und Christoph Lux zu den heißen Titelaspiranten. Bei Benedikt wird es darauf ankommen, wie gut er sich von seinem 100 km-Debut vor vier Wochen erholt hat, das er mit einem dritten Platz bei der 100 km-DM beendete.

Mit Jörg Hooß ist auch der Dt. Vizemeister über 100 km 2012 am Start. In den letzten Jahren um die 80 km gelaufen sind auch Stefan Daum, Marjan-Jan Olejnik und Achim Zimmermann.

Ihr seht, das Männerfeld ist hochkarätig besetzt und es kann ein wirklich spannendes Rennen geben.

Nicht ganz so hoch ist die Leistungsdichte bei den vorangemeldeten Frauen. Pamela Veith, Tanja Hooß und Simone Durry gehören hier in den engsten Favoritinnenkreis. Melanie Straß lief im letzten Jahr knapp 70 km. Sie hat sich seitdem aber in allen Disziplinen gesteigert, mal sehen, wie sich das auf ihre 6 h-Leistung ausgewirkt hat. Allerdings mußte sie bei der 100 km-DM verletzt passen, wer weiß, wie weit sie sich wieder erholt hat. Ein Geheimtipp von Michael Irrgang ist die Wittener Triathletin Conny Dauben, die sich in der Ultramarathonszene noch keinen Namen gemacht hat, aber gerne aufs Treppchen laufen würde.

Wir wünschen allen StarterInnen einen spannenden Wettkampf - evtl. werde ich in unserem Forum in der zweiten Rennhälfte ab und zu Zwischenstände posten. Schaut einfach mal rein.

Wer kurzfristig noch in Troisdorf laufen will - Nachmeldungen sind vor Ort möglich.

 

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WM/EM im 24 Stundenlauf in Katowice/Polen
 
Am 08.-09.09.2012 fand im polnischen Katowice die 24 Stundenlauf Welt- und Europameisterschaft statt. Und man darf vorweg nehmen, dass es für die deutschen Teilnehmer die erfolgreichste WM/EM im 24 Stundenlauf werden sollte, die es bislang gab!
 
Das Deutsche Nationalteam reiste in diesem Jahr mit sehr starken Mannschaften nach Polen, sodass wir selbstbewusst und mit dem persönlichen Anspruch auf eine erstklassige Platzierung am Donnerstag angereist sind.
 
Bei den Männern waren am Start: Florian Reus (LG Würzburg), Michael Hilzinger (LG DUV), Michael Vanicek (LG Nord Berlin), Oliver Leu (LG Bremen-Nord), Patrick Hösl (LG DUV) und Kai Horschig (TSG Schopfheim)
 
Bei den Frauen waren am Start: Melanie Straß (LTF Marpingen), Antje Krause (USC Marburg), Marika Heinlein (1. FC Geesdorf), Heike Christ (LT Sulz am Eck) und Grit Seidel (LG Nord Berlin)
 
Teamleitung: Dr. Stefan Weigelt
 
Physiotherapeut: Gerald Mexner
 
Offizielle Betreuer waren: Heiko Krause, Bruno Heinlein, Heike Horschig, Andreas Gäckle und Wolfgang Olbrich
 
Weiterhin waren als Betreuer dabei: Grit Hilzinger mit Sohnemann, Florians Freundin Nicole und Ralf Weis
 
Untergebracht war das Deutsche Team im Silesian-Hotel, welches sich als wirklich gute Unterkunft herausstellte. Vor allem nachdem wir die Unterkünfte im vollen Athletendorf begutachtet hatten, wussten wir den dortigen Luxus wirklich zu schätzen.
 
Leider war die Organisation vor Ort nicht immer ganz fehlerfrei. Es begann bereits mit dem Technical Meeting am Freitag, also am Tag vor dem Rennen. Hier begann alles mit etwa einer Stunde Verspätung, weil der Veranstalter selber nicht auffindbar war. Die Unterlagen der Teilnehmer waren immer noch nicht vollständig und der gesamte Ablauf in Teilbereichen scheinbar immer noch unklar. Auch die Streckenlänge stand immer noch nicht gesichert fest und musste am Renntag morgens erneut offiziell vermessen werden. Sicherlich viele Dinge, die so bei der Ausrichtung einer WM/EM nicht sein dürfen.
 
Das alles konnte aber dem Deutschen Team die Laune nicht verderben. Alle Athleten/innen kamen ideal vorbereitet zur WM an. Topmotiviert und hochkonzentriert. Auch den anderen Nationen blieb das und die Vorleistungen, mit denen das deutsche Team in diesem Jahr angereist war, nicht verborgen. Somit hatten uns die anderen sicher auf der Rechnung, was die Platzierungen anging. Aber nicht nur das war für mich beeindruckend. Vielmehr beeindruckte die Stimmung im Deutschen Team. Soviel Zusammenhalt und gegenseitige Hilfe habe ich wirklich nur sehr selten erleben dürfen. Es war vom ersten Zusammentreffen bis zum Abschied wirklich jeder für den anderen da. Wenn es jemandem im Rennen nicht gut ging wurde er/sie durch ALLE wieder unterstützt. Sei es durch die Betreuer am VP oder durch die anderen Athleten/innen auf der Strecke.
 
Während Stefan und ich am Technical Meeting teilnahmen fuhr das restliche Team zur Streckenbesichtigung, um sich dort auf die evtl. möglichen Schwachstellen einstellen zu können. Allerdings waren sich alle einig, dass die Strecke gut laufbar sein müsste, auch wenn stellenweise auf Kopfsteinpflaster zu laufen war. Ansonsten handelte es sich um eine als flach zu bezeichnende Runde (6,8 HM/Runde) mit einer Länge von 1544,87 Meter. Gelaufen wurde übrigens gegen den Uhrzeigersinn.
 
Nach dem Technial Meeting fand dann auch die „Flaggenparade“ statt. Leider quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit in einem für Nichtsportler nicht zugänglichen Gelände. Anschließend gab es dann noch eine Pasta-Party auf dem Flur und wir durften das wirklich gute Buffet dann im Stehen, bzw. im Sitzen auf der Tribüne mit dem Teller auf den Knien genießen…
 
Am Samstag dann der große Tag. Um 10 Uhr standen Busse bereit, mit welchen die Teilnehmer/Betreuer zur Laufstrecke gebracht werden sollten. Das grobe Gepäck wurde durch zwei Autos vom Team transportiert. Ralf war als erster vor Ort und sicherte gleich mal unseren Platz im Verpflegungszelt.
 
Wer schon mal bei so einer Veranstaltung dabei war weiß, dass dies sehr wichtig ist, denn es werden von anderen Teams schon mal gerne ein paar Zentimeter „herausgeholt“, indem man die Grenzmarkierungen ein wenig verschiebt! Während wir uns also im Zelt eingerichtet haben, konnten sich die Athleten/innen in Ruhe auf das Rennen vorbereiten und konzentrieren. Am Vorabend wurde bei einer ausführlichen Teambesprechung die Taktik durchgesprochen. Jeder Betreuer hatte einen oder zwei fest zugewiesene Athleten/innen. Diese wurden bei kurzer Abwesenheit der jeweiligen Betreuer persönlich an jemand anderes übergeben. Somit war eine lückenlose Versorgung der Athleten/innen jederzeit gegeben. Geplante Schlafpausen für die Betreuer gab es nicht und wurden auch nicht benötigt. Es waren wirklich alle die ganze Zeit für alle da! Das gilt natürlich auch für die Betreuer, deren Läufer/in aussteigen musste. Es kam diesen gar nicht in den Sinn, sich nun auch hinzulegen oder ähnliches. Selbstverständlich haben diese dann die anderen unterstützt, angefeuert oder sonstige Helferdienste übernommen!
 
Geplant war von allen ein ruhiger Beginn des Rennens. Schnell wurde der/die ein oder andere auf die eigentlich geplante Geschwindigkeit runtergebremst und alle waren unheimlich schnell im Rennen. Es passte wirklich alles hervorragend. Die deutschen Teilnehmer bewegten sich die ersten Stunden im hinteren Mittelfeld und ließen sich von den Rasern nicht beeindrucken. Alle hatten im Vorfeld diesbezüglich ihre Hausaufgaben gemacht. Lediglich der spätere Sieger Mike Morton aus den USA, der ebenfalls mit einem 4er-Schnitt das Rennen begann, konnte nachher eine Topplatzierung erreichen. ALLE anderen dieser mehrköpfigen Spitzengruppe musste entweder aussteigen oder so deutlich rausnehmen, dass diese im Rennverlauf keine Rolle mehr spielten!
 
Nach 6 Stunden kam dann der erste Schlag fürs Deutsche Team. Michael hatte sich auf der Strecke vertreten und musste behandelt werden. Während unser Physio Gerald die Tapes anlegen wollte, sackte Michael plötzlich weg. Es versagte der Kreislauf. Michael musste daraufhin länger durch eine Ärztin behandelt werden. Nachdem er dann auch noch Magenprobleme bekam, stand fest, dass ein Weiterlaufen leider nicht mehr möglich war. Bis dahin konnte er wie ein Uhrwerk seine Runden abspulen. Beeindruckt hat mich hier, dass er nach einer kurzen Auszeit auf einer Matte wieder zur Verpflegungsstelle kam, dort aushalf und die noch im Rennen befindlichen Mitglieder des Team ständig weiter anfeuerte!
 
Nach 13 Stunden bekam dann leider auch Kai Probleme, versuchte zwar noch mal anzulaufen, konnte aber leider das Rennen nicht mehr fortsetzen. Auch hier nach einer kurzen Pause auf der Matte das gleiche Bild, wie bei Michael!!!
 
Mittlerweile hatten sich die deutschen Teilnehmer/innen Stunde um Stunde nach vorne gearbeitet. Florian schickte sich so langsam an, auf eine Topplatzierung hinzulaufen. Er spulte seine Runden vollkommen gleichmäßig ab. Gegen Mitte des Rennens fingen auf einmal Patrick und Vanni an, ihre Geschwindigkeit sogar leicht zu erhöhen. Aber nicht nur das, sie hielten das auch bis zum Schluss durch!! Somit haben beide eine stärkere zweite Hälfte beim 24 Stundenlauf vorzuweisen! Und bringen damit den Beweis, dass dies auch bei einem 24 Stundelauf eine hervorragend Taktik ist. Denn beide konnten am Ende ihre persönlichen Bestleistungen erheblich steigern. Vanni wurde nach dem Rennen gefragt, was denn für ihn höher zu bewerten sei. Sein 3. Platz beim Spartathlon oder diese WM. Seine Antwort: „Natürlich diese WM. Bei einer Weltmeisterschaft mit dem Team den Titel zu holen und dabei mit einer neuen PB beitragen zu können ist für jeden Sportler das Größte!“
 
Leider musste nach 19 Stunden auch Oliver Leu aussteigen. Bis dahin zeigte er keinerlei Schwäche und spulte Runde um Runde sauber ab. Aber so ist das nun mal in einem 24 Stundenlauf. Natürlich auch bei Oli das gleiche Bild! Nach kurzer Verschnaufpause war auch er wieder an der Strecke!!!
 
Auch bei Grit stellten sich leider nach 8-10 Stunden Probleme ein. Sie blieb dennoch die gesamten 24 Stunden auf der Strecke. Musste zwar viel gehen, wollte aber dennoch soviel Kilometer wie möglich schaffen, um zumindest das Damenteam nach hinten abzusichern, denn schnell kann auch hier jeder Meter wichtig sein.
 
Nach etwa 21 Stunden dann plötzlich das Aus für Heike. Auch sie spulte bis dahin ihren Runden vollkommen planmäßig ab und lag auf Kurs neue PB. Leider sackte der Kreislauf dann vollkommen zusammen und Heike erlebte die letzten Stunden auf der Physioliege an der VP.
 
Nun war Marika an der Reihe den Bronze-Rang, den das Damenteam in der EM-Wertung zu diesem Zeitpunkt inne hatte, zu sichern. Auch Antje und Melanie hatten mittlerweile Probleme sich laufend fortzubewegen. Aber nachdem plötzlich die Schwedinnen sich anschickten ihnen die Bronzemedaille abnehmen zu wollen und nach 23 Stunden nur noch 1,5 km hinter unseren Frauen lagen, setze dies bei den Dreien ungeahnte Kräfte frei. Antje kam am VP an und fragte mich danach, wie oft sie sich von den Schwedinnen noch überholen lassen dürfe und ob der Bronze-Rang sicher sei. Als ich ihr sagte, dass der keinesfalls sicher ist und sie sich gar nicht mehr von einer Schwedin überholen lassen dürfe, entwich ihr ein kurzes: „Scheiße!“ und schon war sie im Sauseschritt wieder auf der Strecke. Auch Melanie teilte ich mit, dass sie nun wieder laufen müsse, wenn sie sich die Bronzemedaille nicht wegnehmen lassen will. Melanie lief daraufhin bis zum Ende durch, als wären die 23 Stunden vorher nicht gewesen! Marika war auch noch mal in der Lage, ihr Tempo deutlich zu erhöhen und so sicherten sie sich mit einer unglaublichen kämpferischen Leistung die Bronzemedaille in der EM-Wertung hinter Frankreich und Großbritannien sowie den 4 Rang weltweit!
 
Bei den Männern sah es eigentlich nach 22 Stunden danach aus, dass diese den EM-Titel sicher haben müssten, allerdings nach vorne keine Chance mehr wäre, hier noch anzugreifen. Zu diesem Zeitpunkt lag das deutsche Männerteam mehr als 8 Kilometer hinter den USA. Da aber alle konstant ihr Tempo halten konnten und die Amerikaner, außer der Führende Mike Morton, viel gehen mussten, konnten unsere Jungs diesen Abstand nach 23 Stunden auf 3 Kilometer verkürzen. Nun wurde unseren Athleten mitgeteilt, dass nun sogar der Weltmeistertitel erreichbar wäre. Auch die Amerikaner, die schräg gegenüber ihren Stand hatten bekamen das natürlich mit. Alle Betreuer in der „Boxengasse“ feuerten nun die Jungs an und alle drei waren in der Lage, nochmals zu forcieren. Die Amerikaner versuchten noch sich dagegenzustemmen, aber sie waren nicht in der Lage sich ernsthaft zu widersetzen. Florian, Vanni und Patrick konnten sogar 6 km mehr erlaufen in der letzen Stunde, als die drei US-Boys!!!! Sogar die Franzosen konnten mit einem fulminanten Endspurt an den USA vorbeikommen und sich den 2. Platz sichern!
 
Ihr merkt an meinen Zeilen, dass ich sehr emotional beteiligt war bei dieser WM. Ein nüchterner Bericht ist für mich da einfach nicht möglich. Aber ich denke mal, dass das nachvollziehbar ist.
 
Hier nun die kompletten Einzelleistungen unserer Athleten/innen:
 
Rang
 M/W
Gesamt
- Rang
Nachname, Vorname
Verein
Nat.
Jg.
AK
Ø Geschw. km/h
Leistung
2
2
 Reus, Florian
LG Würzburg
GER 
1984
MHK
10.905
261.718 km 
7
7
 Vanicek, Michael
LG Nord Berlin
GER 
1968
M40 
10.492
251.799 km 
14
14
 Hösl, Patrick
LG DUV
GER 
1973
M35 
10.247
245.939 km 
11
52
 Straß, Melanie
LTF Marpingen
GER 
1975
W35 
9.282
222.774 km 
13
63
 Krause, Antje
USC Marburg
GER 
1972
W40 
9.066
217.592 km 
18
73
 Heinlein, Marika
1. FC Geesdorf
GER 
1962
W50 
8.786
210.854 km 
30
101
 Christ, Heike
LT Sulz am Eck
GER 
1969
W40 
8.302
199.257 km 
75
107
 Leu, Oliver
LG Bremen Nord
GER 
1974
M35 
8.214
197.131 km 
58
165
 Seidel, Grit
LG Nord Berlin
GER 
1970
W40 
7.176
172.232 km 
123
197
 Horschig, Kai
TSG Schopfheim
GER 
1966
M45 
6.025
144.605 km 
147
240
 Hilzinger, Michael
LG DUV
GER 
1960
M50 
2.704
64.884 km 
 
 
Hier die Top Ten weltweit (Männer):
 
Rang
Nachname, Vorname
Nat.
Jg.
AK
Ø Geschw. Km/h
Leistung
1
 Morton, Michael
USA 
1971
M40 
11.564
277.543 km 
2
 Reus, Florian
GER 
1984
MHK 
10.905
261.718 km 
3
 Dilmi, Ludovic
FRA 
1965
M45 
10.742
257.819 km 
4
 Abiko, Ryo
JPN 
1975
M35 
10.645
255.487 km 
5
 Sawicki, Piotr Pawel
POL 
1974
M35 
10.587
254.093 km 
6
 Tomppo, Jari
FIN 
1966
M45 
10.510
252.250 km 
7
 Vanicek, Michael
GER 
1968
M40 
10.492
251.799 km 
8
 Fontaine, Emmanuel
FRA 
1968
M40 
10.464
251.128 km 
9
 Zemtsov, Andrey
RUS 
1964
M45 
10.436
250.459 km 
10
 Radzikowski, Andrzej
POL 
1981
MHK 
10.409
249.809 km 
 
Hier die Top Ten Europa (Männer):
 
Rang
Nachname, Vorname
Nat.
Jg.
AK
Ø Geschw. Km/h
Leistung
1
 Reus, Florian
GER 
1984
MHK 
10.905
261.718 km 
2
 Dilmi, Ludovic
FRA 
1965
M45 
10.742
257.819 km 
3
 Sawicki, Piotr Pawel
POL 
1974
M35 
10.587
254.093 km 
4
 Tomppo, Jari
FIN 
1966
M45 
10.510
252.250 km 
5
 Vanicek, Michael
GER 
1968
M40 
10.492
251.799 km 
6
 Fontaine, Emmanuel
FRA 
1968
M40 
10.464
251.128 km 
7
 Zemtsov, Andrey
RUS 
1964
M45 
10.436
250.459 km 
8
 Radzikowski, Andrzej
POL 
1981
MHK 
10.409
249.809 km 
9
 Sørstad, Gjermund
NOR 
1979
MHK 
10.324
247.787 km 
10
 Harruis, Jean-Francois
FRA 
1959
M50 
10.323
247.762 km 
 
Hier die Top Ten weltweit (Frauen):
 
Rang
Nachname, Vorname
Nat.
Jg.
AK
Ø Geschw. km/h
Leistung
1
 Dimitriadu, Michaela
CZE 
1973
W35 
10.176
244.232 km 
2
 Gardner, Constance
USA 
1963
W45 
10.016
240.385 km 
3
 Gelder, Emily
GBR 
1975
W35 
9.953
238.875 km 
4
 Nissen, Cecile
FRA 
1972
W40 
9.772
234.524 km 
5
 Bon, Suzanna
USA 
1964
W45 
9.628
231.074 km 
6
 Grundahl, Anna
SWE 
1976
W35 
9.579
229.890 km 
7
 Sheahan, Ruthann
IRL 
1975
W35 
9.556
229.346 km 
8
 Gonzalez Garcia, Cristina
ESP 
1984
WHK 
9.438
226.518 km 
9
 Lundblad, Anne
USA 
1966
W45 
9.298
223.160 km 
10
 Vernet, Anne-Marie
FRA 
1967
W45 
9.293
223.026 km 
 
Hier die Top Ten Europa (Frauen):
 
Rang
Nachname, Vorname
Nat.
Jg.
AK
Ø Geschw. km/h
Leistung
1
 Dimitriadu, Michaela
CZE 
1973
W35 
10.176
244.232 km 
2
 Gelder, Emily
GBR 
1975
W35 
9.953
238.875 km 
3
 Nissen, Cecile
FRA 
1972
W40 
9.772
234.524 km 
4
 Grundahl, Anna
SWE 
1976
W35 
9.579
229.890 km 
5
 Sheahan, Ruthann
IRL 
1975
W35 
9.556
229.346 km 
6
 Gonzalez Garcia, Cristina
ESP 
1984
WHK 
9.438
226.518 km 
7
 Vernet, Anne-Marie
FRA 
1967
W45 
9.293
223.026 km 
8
 Straß, Melanie
GER 
1975
W35 
9.282
222.774 km 
9
 Esnaola Agesta, Eva Maria
ESP 
1960
W50 
9.091
218.172 km 
10
 Krause, Antje
GER 
1972
W40 
9.066
217.592 km 
 
Teamwertung Männer WM:
 
Gold und damit Weltmeister: Deutschland mit 759,457 km (Reus, Vanicek, Hösl)
Silbermedaille: Frankreich mit 756,710 km (Dilmi, Fontaine, Harruis)
Bronzemedaille: USA mit 754,786 km (Morton, Lewis, Fejes)
 
Teamwertung Frauen WM:
 
Gold und damit Weltmeisterinnen: USA mit 694,620 km (Gardner, Bon, Lundblad)
Silbermedaille: Frankreich mit 666,503 km (Nissen, Vernet, Bouly)
Bronzemedaille: Großbritannien mit 666,461 km (Gelder, Martin-Consani, Law)
 
Hier sieht man mal, dass jeder Meter zählt! Am Ende entscheiden hier nach 24 Stunden gerade mal 42 Meter!!!
 
Deutschland erreicht hier einen ausgezeichneten 4. Rang mit 651,221 km (Straß, Krause, Heinlein)
 
Teamwertung Männer EM:
 
Gold und damit Europameister: Deutschland mit 759,457 km (Reus, Vanicek, Hösl)
Silbermedaille: Frankreich mit 756,710 km (Dilmi, Fontaine, Harruis)
Bronzemedaille: Polen mit 741,267 km (Sawicki, Radzikowski, Szynal)
 
Teamwertung Frauen EM:
 
Gold und damit Europameisterinnen: Frankreich mit 666,503 km (Nissen, Vernet, Bouly)
Silbermedaille: Großbritannien mit 666,461 km (Gelder, Martin-Consani, Law)
Bronzemedaille: Deutschland mit 651,221 km (Straß, Krause, Heinlein)
 
Hier finden sich alle Ergebnisse: http://www.run24.eu/en,results,2.html
 
 
 
Herzlichen Glückwunsch!
 
Wolfgang Olbrich, Präsident (komm.) / Sportwart
 

 

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