facebook icon   twitter icon     

100 km-DM: Titel gehen an Kley und Fischer-Bedtke

Die 38. Deutschen Meisterschaften im 100-km-Straßenlauf in Berlin-Wartenberg, die am Samstag, 12. September, ausgetragen wurden, haben voll überzeugt. Bei sehr guten Laufbedingungen und einer nahezu perfekten Organisation holten sich Lukas Kley vom TV Refrath und Christine Fischer-Bedtke von der LG eXa Leipzig die Titel.

von Michael Sommer und Egon Theiner
Bilder: Michael Sommer

DM 100 km Lukas Kley 2026

Lukas Kley überrascht mit einem Vorsprung von über 30 Minuten auf seine bisherige Bestzeit

Bei den Männern gewann Lukas Kley (TV Refrath, Jahrgang 1992) mit einer Zeit von 6:41:55 Stunden. Das ist eine massive Steigerung gegenüber seiner bisherigen Bestzeit von 7:12:50 Stunden aus Grünheide 2025. Während viele andere im Feld die 100 Kilometer zu schnell angegangen waren, teilte sich Kley sein Rennen perfekt ein, konnte die Pace halten und auf den letzten Kilometern sogar noch unter 4:00 min/km laufen.

Auf Platz zwei kam Johannes Arens (TG Kitzingen, Jahrgang 1990), vor dem Rennen mit der schnellsten gemeldeten Bestzeit im Feld. In 6:51:44 Stunden verbesserte auch er seine bisherige persönliche Bestleistung, musste sich aber Kley geschlagen geben. Dritter wurde Luca Jahnke (Milers Colonia 2020, Jahrgang 1993) in 6:59:10 Stunden. Es war sein erster 100-km-Straßenlauf, bisher war er meist auf langen Trails, teils auch bis 100 Meilen, unterwegs.

„Mit drei Läufern auf dem Podest, die allesamt unter sieben Stunden blieben, setzen diese Deutschen Meisterschaften ein Ausrufezeichen auch unter dem sportlich-qualitativen Aspekt", sagte DUV-Vizepräsident Michael Sommer, selbst neunfacher Meister über diese Distanz. „Und das, obwohl die Spitze bei den Männern nächste Woche in Spanien bei der WM am Start ist und hier gefehlt hat."

Christine Fischer-Bedtke gewinnt unter Dauerdruck – und läuft dabei eine neue Bestzeit

Bei den Frauen setzte sich Christine Fischer-Bedtke (LG eXa Leipzig, Jahrgang 1983) in 8:11:09 Stunden durch und war damit deutlich schneller als bei ihrem bisherigen persönlichen Rekordlauf von 8:27:24 Stunden aus Kandel 2024. Kämpfen musste sie bis zum Schluss und befürchtete gar noch auf den letzten Kilometern, abgefangen zu werden.

Mit über fünf Minuten Rückstand wurde Joke Evenblij (Laufclub BlueLiner, Jahrgang 1997) Zweite in 8:16:50 Stunden. Sie führte fast dreiviertel der Strecke mit etwas Abstand vor Almut Dreßler-Ahlburg. Die in den USA lebende Sportlerin war vor dem Wettbewerb nicht zum Favoritinnenkreis gezählt worden, da es auch für sie der erste 100-km-Lauf war. Den dritten Platz sicherte sich Sabine Beck (RLT Rodgau, Jahrgang 1985) in 8:44:14 Stunden, ebenfalls klar unter ihrer bisherigen Bestzeit von 9:15:09 Stunden. Sie hatte sich diesen Podestplatz erst sehr spät im Rennen gesichert. Auch Mona Winter, die auf Rang vier lief, und Maja Jurkutat, mit gerade einmal 19 Jahren auf Rang fünf, unterboten ihre bisherigen Bestleistungen deutlich. Lokalmatadorin Almut Dreßler-Ahlburg hatte hingegen ab Kilometer 40, 50 mit Magenproblemen zu kämpfen und gab später auf.

DM 100 km Christine Fischer Bedtke 2026

Mannschaftstitel an TV Refrath 1 und LG Ultralauf 1

Bei den Männern setzte sich der TV Refrath 1 mit Sieger Lukas Kley (6:41:55), Moritz Ehm (7:15:37) und Manuel Skopnik (8:13:23) in einer Gesamtzeit von 22:10:55 Stunden durch. Dahinter kam Spiridon Frankfurt 1 mit Christoph Lux (7:40:52), Johannes Minet (7:58:12) und Florian Kaltenbach (8:28:17) in 24:07:21 Stunden auf Platz zwei. Den dritten Platz sicherte sich der ASV Zeuthen 1 mit Hendrik Schlegel (7:55:59), Enrico Romberg (8:26:01) und Maximilian Voigt (9:22:34) in 25:44:34 Stunden.

In der Seniorenwertung der Männer gewann die LG Ultralauf 1 mit Klaus Haake (8:50:59), Dirk Minnebusch (9:47:53) und Walter Hösch (10:37:26) in 29:16:18 Stunden. Auf Platz zwei folgte Spiridon Frankfurt 1 mit Lothar Esser (9:32:40), Daniel Gastmann (10:46:00) und Matthias Betzler (10:57:31) in 31:16:11 Stunden, vor der LG Mauerweg Berlin 1 mit Andreas Gralki (10:12:53), Jörn Seelig (10:59:07) und Valerio Lorrai (12:04:08) in 33:16:08 Stunden auf Platz drei.

Leider kam bei den Frauen weder in der Gesamt- noch in der Seniorinnenwertung ein Team zustande. So konnten in diesen Kategorien keine Titel vergeben werden.

Laufen bei idealen Bedingungen

DUV-Vizepräsident Michael Sommer zieht ein durchweg positives Fazit der Veranstaltung. Die Organisation des SC Tegeler Forst war sehr gut und ließ bezüglich Streckenführung, Verpflegung und so weiter kaum Wünsche offen. Dass im Laufstadion, in dem sich Start und Ziel befanden, beim Durchlauf immer wieder die Musikwünsche der Teilnehmenden eingespielt wurden, war ein besonderes Asset.

Die Wetterbedingungen waren anfänglich günstig: still, ruhig, bedeckt bei rund 10 Grad Celsius, für die Sportlerinnen und Sportler somit fast ideal, für die Zuschauerinnen und Zuschauer an der Strecke dagegen etwas kalt. Später am Tag wurde es dann sonnig und eher windiger. Diese vorherrschenden meteorologischen Bedingungen und ein schneller Belag trugen maßgeblich zu den vielen persönlichen Bestleistungen bei.

Strecke mitten im echten Leben

Besonders gelobt wurde die Streckenführung durch den öffentlichen Parkraum. Kinder, Jugendliche, Wandernde und Joggerinnen und Jogger sorgten für ein belebtes Umfeld, die Wege waren aber breit genug, um allen Platz zu bieten. Mag es auch wenig Quartiere in unmittelbarer Umgebung zum Eventgelände geben und Parkplätze für Autos Mangelware sein, so wäre es für die DUV durchaus vorstellbar, auch 2027 mit der 100-km-DM nach Berlin-Wartenberg zu kommen.

Zu den Ergebnissen: https://my.raceresult.com/371243/participants#0_EED14D

Zur DUV-Statistik von Lukas Kley: https://statistik.d-u-v.org/getresultperson.php?runner=1325510

Zur DUV-Statistik von Christine Fischer-Bedtke: https://statistik.d-u-v.org/getresultperson.php?runner=685528

Mitglied werden