
Viel Kampfgeist und drei Finisher: Deutschland bei der 100-km-WM in Spanien
von André Collet
Bei der IAU-100-km-Weltmeisterschaft am 20. September im spanischen Ames ist das deutsche Team im internationalen Vergleich nicht ganz vorne gelandet – doch alle drei Athleten haben das Rennen unter schwierigen, meteorologisch gesehen sehr heißen Bedingungen als geschlossenes Team beendet.
Martin Müller stärkster Deutscher mit neuer persönlicher Bestzeit
Martin Müller (Hamburg Running) kam mit den Bedingungen am besten zurecht und verlor im Laufe des Rennens am wenigsten Zeit. Mit 6:56:38 Stunden wurde er 29. in der Gesamtwertung – eine deutliche Steigerung gegenüber seiner Qualifikationszeit von 6:59:08 Stunden aus Recanati und für ihn erst der zweite internationale Einsatz nach seinem Debüt 2024 in Bangalore.
Felix Weber kämpfte gegen Magenprobleme
Felix Weber (SportTrend Ultralaufteam Braunschweig) erwischte nicht seinen besten Tag. Der deutsche 24-Stunden-Rekordhalter hatte mit Magenproblemen zu kämpfen, war aber hochmotiviert und wollte deutlich mehr, als am Ende möglich war. Mit 7:09:02 Stunden wurde er 37., über 27 Minuten langsamer als seine Qualifikationszeit von 6:41:30 Stunden aus Grünheide. „Ich habe ihn noch nie so leiden gesehen", sagte Team-Manager André Collet später.
Stephan Fruhmann ging über sein Limit
Stephan Fruhmann (LG Passau) startete konservativer ins Rennen, musste aber ebenfalls Federn lassen und ging nach eigener Einschätzung bis an oder gar über sein Limit. Mit 7:20:47 Stunden wurde er bei seinem internationalen Debüt 49. in der Gesamtwertung.
Devise: Team durchbringen statt riskieren
Die Renneinteilung war bei allen drei Läufern von Beginn an richtig gewählt, ein defensiveres Anlaufen hätte nach Ansicht des Team-Managements keinen Vorteil gebracht. Bei der Verpflegung musste im Rennverlauf viel improvisiert werden, um die Athleten zusätzlich zu unterstützen. Die klare Marschroute war, im Rennen zu bleiben und das Team komplett durchzubringen. Weil dies gelang, stand am Ende ein beachtlicher neunter Platz (auf 24 Teams) in der Mannschaftswertung zu Buche!.
International: Ein Underdog schlägt den Weltrekordhalter
International sorgte vor allem ein Name für Aufsehen, der vor dem Rennen nicht in der ersten Reihe der Favoriten gehandelt wurde: Charlie Lawrence aus den USA gewann in 6:09:25 Stunden – und ließ damit ausgerechnet Aleksandr Sorokin, den amtierenden Weltrekordhalter aus Litauen, mit 6:12:41 Stunden hinter sich. Der Brite Alex Milne komplettierte mit 6:17:50 Stunden das Podest.
Bei den Frauen setzte sich Courtney Olsen aus den USA in 7:10:31 Stunden durch. Die Japanerin Miho Nakata wurde mit 7:11:57 Stunden nur 86 Sekunden dahinter Zweite. Die Spanierin Gemma Arenas Alcazar wurde Dritte. Deutsche Läuferinnen waren nicht am Start.




