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neujahr1015

Liebe Freunde der langen Läufe,

ein auch aus Ultraläufersicht interessantes und abwechslungsreiches Jahr liegt hinter uns. Fünf Meisterschaften, ein neu gestalteter Läufercup, die zweite Auflage des ITC, eine Förderstützpunkttour, der zweimillionste Datenbankeintrag und vier Ausgaben „ULTRAMARATHON“ durften wir erleben.  Hinter uns liegen zahllose Treffen mit Gleichgesinnten, vermutlich Millionen von gelaufenen Kilometern, Hektoliter Schweiß von Läufern und Organisatoren......  Die gewachsene Mitgliederzahl unserer Vereinigung lässt die Vermutung zu, dass wir, die Gemeinschaft aller Ultraläufer, zusammen vieles richtig gemacht haben.  In den Jahren 2012, 2013 und 2014 haben wir jeweils einen reinen Mitgliederzuwachs von zunächst 31, dann 67 und aktuell 98 Laufsportfreunden – eine erfreuliche Bilanz. Es gab zahlreiche neue Ideen, spannende Umsetzungen dieser Ideen und den Aufbruch in eine neue Dimension mit dem Goldsteig Ultrarace, was auch kontrovers diskutiert  wurde. Es gab leider nicht die zunächst angekündigte Anzahl internationaler Meisterschaften. Dennoch haben uns die Auftritte deutscher Athletinnen und Athleten in Doha zweimal fasziniert – auch wenn nicht alle Ergebnisse zur Zufriedenheit des Einzelnen gelangen.  Mit Pamela Veith und Michael Sommer standen nicht zufällig zwei sehr erfahrene Athleten am weitesten vorn in den Listen. Die verhinderten 24-h-Läufer haben sich mit phantastischen Leistungen beim Spartathlon präsentiert, Florian Reus hat uns kurz später noch wissen lassen dass das mit dem im Kreis laufen aber auch noch ganz gut geht......

Es gab in den letzten zwölf Monaten auch Entwicklungen, die eher nachdenklich stimmen. Liegt die Zukunft des Ultramarathonlaufens wirklich in der Wüste? Liegt die Zukunft des Hochleistungssports wirklich in der Wüste? Liegt gar eine der nächsten Olympiaden dort? Und wird diese Zukunft angesichts aktueller Ölpreise auch tatsächlich stattfinden? Wer einmal einen Blick auf den mittelfristigen Wettkampfplan von Doha wirft wird wissen, was ich meine. Ich hätte gern die Handballweltmeisterschaft auch im frei empfangbaren Fernsehen verfolgt.

Es gab in den letzten zwölf Monaten auch immer mal wieder Anfragen zur Wettkampforganisation. Mit Bedauern nehmen auch wir zur Kenntnis, dass dem Trend „Trailrunning“ nicht nur natürliche Barrieren im Weg stehen. Allerdings sehen wir uns als DUV außerstande, die regional sehr unterschiedliche Umgangsweise mit Anträgen zu Laufveranstaltungen in der Natur in allgemein gültige Ratschläge zu gießen. Hier ist  das „kleine Netzwerk vor Ort“ sicher eine hilfreiche Lösung wenn es gilt Erlaubnisprobleme zu meistern. In diesem Zusammenhang sehe ich es auch als problematisch an wenn sich einzelne Laufveranstalter aus dem gemeinschaftlichen Konsens aller durch spezielle Formen von Rechtesicherung und anschließender Rechteverwertung herausheben wollen. Dieser Entwicklung sehe ich mit Sorge und Spannung gleichermaßen entgegen. Ein Qualifikationssystem zu bestimmten, besonders fordernden Veranstaltungen halte ich dabei für durchaus sinnvoll. Das macht ja der Spartathlonveranstalter auch. Eine „Lizenzvergabe“ im Sinne von „Punktekauf“ allerdings halte ich für äußerst bedenklich. Der Markt wird es regeln oder aber wir Läufer gemeinsam.

Natürlich sehen auch wir vom Präsidium der DUV für die Folgejahre weitere Arbeit  vor uns. Es gibt Baustellen denen wir uns noch nicht im ausreichenden Maße gewidmet haben. Ich bin aber optimistisch, dass wir in der vor uns liegenden Zeit die eine oder andere dieser Baustellen werden bearbeiten können. Der Bereich der Trainingstheorie sowie der Bereich der Athletenbetreuung (bevor sie Kadernormen laufen) steht dabei auf meiner Wunschliste weit oben.

Das letzte Jahr hat uns viele kleine, freudvolle Erlebnisse beschert, so manchen Sieg und auch die eine oder andere gefühlte Niederlage. Erfüllte Träume und solche die weiter offen bleiben. Ich wünsche euch allen für die kommenden zwölf Monate ein höchstmögliches Maß an Gesundheit, das Vorhandensein von Träumen und wenn es euch möglich ist auch die Erfüllung derselben. Bitte achtet bei alldem immer auch auf den Mann oder die Frau neben euch, sei es der Laufbegleiter oder der Mensch am Versorgungspunkt.

Zuletzt sei all jenen mein Dank ausgesprochen die sich an ganz verschiedenen  Stellen für die Entwicklung unserer Sportart verdient gemacht haben. Seien es die Veranstalter von Meisterschaften oder CUP-Läufen, seien es die Organisatoren all der anderen Laufveranstaltungen. Genau so gilt mein Dank all jenen, die diese Angebote annehmen. Und natürlich den Vorbildern, die durch tolle Leistungen oder interessante Erlebnisse überhaupt erst dafür Sorge tragen, dass sich Läufer für unseren Sport zu interessieren beginnen. In diesem Zusammenhang gilt mein Dank auch denen, die in den verschiedensten Medien zur Verbreitung unserer Ideen, Erlebnisse und Erfolge beitragen.

Auf ein friedfertiges, schönes Jahr 2015,

alles Gute für euch, Euer Jörg 

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