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Bei der 100 km-DM waren auch einige Fördergruppenmitglieder auf der Piste. Lest die bisher eingegangenen Berichte von René Strosny, Elke Musial und Nicole Benning:

 René Strosny:

Obwohl die deutsche 100km Meisterschaft nicht mein ausgesuchter Frühjahrshöhepunkt war, bin ich nicht völlig unvorbereitet, aber in guter Form, mit meiner Angie ins brandenburgische Jüterbog, im Fläming, gereist.
Sicherlich ist eine frühere Terminbekanntgabe für eine Jahresplanung günstiger, aber für uns war die
DM trotzdem ausreichend vorangekündigt. Am Abend vor dem Lauf gab es zu den Startunterlagen eine hilfreiche Veranstaltungsinfo in A4 Papierform, die im Internet veröffentlicht, so die ein oder andere Diskussion überflüssig gemacht hätte.


Den Freitagabend haben wir mit einer Kennenlernrunde auf der Skatepiste und einem familieninternen Abendessen in der Taverne „Achilles“ ausklingen lassen.


Am Samstagmorgen sind wir bei laufoptimalen Temperaturen gestartet. Dass die Temperaturen noch im Verlaufe des Tages ansteigen würden, hatten wir auch so erwartet. Dass der Wind auf der zu 80% offenen Strecke von Stunde zu Stunde zulegte, war weniger schön. Dennoch ist die Runde sehr schön und mit den leichten Steigungen auch ideal für mich. Nachdem ich nach der ersten Runde über einen Fotografen getrampelt bin, um an meine Flasche zu kommen, brauchte ich eine weitere Runde, um locker zu werden. In der Dritten war’s soweit. Ich beschleunigte kräftig für die nächsten zweieinhalb Runden. Im Nachhinein zu viel. Bei enormem Krafteinsatz bei diesen Windverhältnissen. So habe ich in den Runden sechs und sieben stark abgebaut, ein paar Gehpausen eingelegt und ernsthaft über Aufgabe nachgedacht. Aber nur, weil das Zeitziel sich von mir verabschiedete, wäre ein Ausstieg zu billig gewesen. Ich hab‘ ja mal gehört, dass Ultraläufer mental sehr stark seien und das habe ich ausprobiert. So bin ich wenigstens zur Holzmedaille gelaufen.
Mit einer Zeit deutlich unter 8 Stunden könnte ich eigentlich zufrieden sein. Familientechnisch habe ich trotzdem schlecht dagestanden, meine Angie in der W45 Bronze, mein Vater Wolfgang in der M60 Bronze, meine Mutter Evi in Betreuung Gold.
Ich glaub‘ ich muß mal wieder üben
 

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Erstens kommt es anders ... (Teil 2) (Nicole Benning)

... so läßt sich mein Erlebnis der DM 100 km in Jüterbog kurz zusammenfassen. Vorbereitung gut, Form sehr gut, alles bestens. Ein guter 100er hätte es werden sollen. Am Start war ich einigermaßen optimistisch, wenngleich voller Respekt, denn 100 km verdienen meiner Meinung nach immer einer besonderen Beachtung. Am Tag vor dem Rennen waren wir Schwaikheimer die Strecke abgefahren, ich fand sie sehr schön, was auch mein Eindruck nach der ersten Runde war. Ich hatte mir vorgenommen, nur mein eigenes Rennen zu laufen und setzte dies auch in die Tat um. Der ständige Gegenwind störte mich natürlich, aber darüber machte ich mir keine weiteren Gedanken, schließlich hatten alle mit dem Wind zu kämpfen. Ein wenig unschön war, dass ich praktisch ab der zweiten Runde völlig alleine lief, vor mir niemand, hinter mir auch nicht. Viel mehr störte mich allerdings ein seltsames Ziehen in meinem linken Bein. Seit der Anreise nach Jüterbog war es da und ich wusste nicht woher und warum. Es begann in Runde zwei am Rücken und strahlte irgendwie ins Bein - völlig unerklärlich. Mit meinen Rundenzeiten war ich zufrieden, in der Beziehung alles bestens. In Runde vier strahlte das Ziehen bis in die Zehenspitzen, ich dachte kurz darüber nach, dass das weitere fünf Runden kein Spaß sein wird. In Runde fünf musste ich kurz anhalten, um meine Schuhschnürung zu öffnen, weil ich das Gefühl hatte, der Fuß wird von diesem seltsamen Schmerz taub. Mein Kopf setzte sich mit der Vorstellung von weiteren vier Runden (= 44 km) auseinander und es wurde mir klar, dass das nicht das sein würde, weshalb ich nach Jüterbog gereist war. Lange Rede kurzer Sinn: Ich stieg nach Runde fünf aus. Erst war ich darüber sehr froh, das gute Zureden der Betreuer im Start-Ziel-Bereich konnte mich nicht zum Weiterlaufen bringen. Dann fiel ich in ein dunkles Loch und war zutiefst enttäuscht. Saisonhöhepunkte stellt man sich anders vor.

Am Ausstieg hatte ich nicht nur am Tag der Meisterschaft und am darauffolgenden Sonntag zu knabbern, das dauerte schon etwas an. Auch weil ich nun so völlig planlos dastehe. Was ich als nächstes größeres Laufziel vor habe ist offen, ich warte ab, was kommt und muss erst diese unerklärlichen Schmerzen im linken Bein, die mittlerweile in der Wade sitzen, in den Griff bekommen. Und dann drücke ich auf "reset" und suche mir einen neuen Höhepunkt, auf den ich mit viel Freude trainieren kann.
 

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Ein anderer Laufbericht – geplatzte Träume (Elke Musial)

Die dt. Meisterschaften im 100km Straßenlauf waren mein Ziel und gleichzeitig mein Traum von einer Bestzeit. Gestern ist nun der Traum geplatzt. Seit Wochen habe ich viel Zeit und Energie in die Wettkampfvorbereitung gesteckt. Alles lief nach Plan. Die Zwischentests über verschiedene Distanzen liefen gut. Somit stand dem 100km Lauf eigentlich nichts im Wege.
Doch dann nahmen in den letzten Wochen die Rückenschmerzen zu und auch ärztliche Behandlung + Physiotherapie brachten nichts. Ich war fest in dem Glauben, dass ich diesen Schmerz ausblenden könnte oder dass dieser überdeckt wird, durch die Anstrengung. Also fuhren wir am 29.4. nach Jüterbog, holten die Startunterlagen und schliefen sogar verhältnismäßig gut vor so einem Wettkampf. Am Morgen leuchtete uns ein strahlend blauer Himmel entgegen. Normalerweise sehr schön, aber es versprach warm zu werden. Dazu ein viel zu starker Wind und eine Strecke die sich an Feldern vorbeizog und logischerweise - Asphalt.
Für eine deutsche Meisterschaft gingen sehr wenig Läufer an den Start und die Verpflegung entpuppte sich auch als sehr dürftig und aus meiner Sicht nicht ultratauglich, so dass ich froh war, dass Steffen mich mit ein paar Dingen versorgen konnte. Am Start erschien es mir sehr kühl, aber kaum dass wir gestartet waren, änderte sich dies. Wir liefen anfangs in einer sehr angenehmen Truppe. Bis Runde 2 war ausreichend Abwechslung durch die Gespräche da. Ich konnte noch ab und zu meinen Rücken ausblenden. Es folgte Runde 3 und die Gruppe wurde ruhiger und zerfiel langsam. Ich dachte: „Bloß nicht alleine laufen. Irgendwo Ablenkung suchen.“ Ich wollte noch ein wenig an Antje Krause, eine sehr nette Läuferin dran bleiben, auch wenn ich wusste, dass ich das irgendwann aufgeben muss. Inzwischen setzte ich den rechten Fuß schon schmerzschonend auf, was umgehend andere Schmerzen hervorrief. Es war also nicht die Lösung. Ich ging in Runde 5 und überlegte 11km was ich mache. Die Entscheidung auszusteigen, kannte ich noch nicht, aber aus eigenen Erfahrungen und den Erfahrungen von Lauffreunden wusste ich, wie langwierig es werden kann, wenn man mit diesen Schmerzen bis zum Schluss läuft und auch dann nicht weiß, ob man es überhaupt bis zum Schluss schafft. Einmal vernünftig sein! Also stieg ich nach Runde 5 bei km 55 aus. 11 km hatte ich darüber nachgedacht, aber was dann kam, hatte ich nicht erwartet. Schlagartig rutschte ich in ein tiefes Loch und bereute schon diese Entscheidung. Der Betreuer vom Nationalteam Deutschland kam vorbei und versuchte mich aufzumuntern. Was hängen geblieben ist sind die Worte: „Manchmal ist eine Niederlage ein größerer Gewinn an Erfahrungen, als ein Sieg.“ Er gab mir auch noch kleine Tipps, für die Rückenmuskulatur und hatte sofort erkannt, dass meine Laufhaltung noch etwas verändert werden müsste. (Danke an Michael Wolf.)
Noch hänge ich in dem Tief und frage mich, ob es das für die Ultradistanzen jetzt war. Nun gibt es mehrere Barrieren – der Rücken, kopflastig ausgestiegen, Trainingsumfang und der derzeitige Leistungsstand. Diesmal konnte mich auch mein Glückssteinchen nicht retten. Wir sind dann zur Hochzeit von einer Lauffreundin gefahren, die seit Monaten mit einer Fußverletzung kämpft. Sie war damals bei einem Wettkampf nicht ausgestiegen. Der schöne Abend tat gut, auch wenn ich gedanklich nicht wirklich von dem Lauf weg kam.
 

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