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Dorothea Pfeffer (12 h)

Müde zum Sieg in Basel

Seit Wochen habe ich mich schon auf den 12-Std. Lauf in Basel gefreut. Die gesamte Atmosphäre habe ich dort im letzten Jahr bereits sehr genossen.
Ich reiste mit dem Zug an. Durch Umleitungen und Ausfälle kam ich recht aufgewühlt aber wenigstens noch pünktlich 3 Std. vor dem Start im St. Jacob Stadion an.
Zu der schon dazugehörigen Anspannung machte sich kurz vor dem Start ein Gefühl von Müdigkeit und Erschöpfung bemerkbar; aber jetzt war es zu spät, um auszuruhen...
Ich wählte meinen angepeilten 6 Min. Laufschritt. Von Anfang an fühlte der sich aber gar nicht so langsam und locker an, wie ich es gewohnt war; im Nachhinein sicherlich auch ein Zeichen meiner Müdigkeit.
Die Temperatur hatte sich auf 10 Grad runtergekühlt. Die 24 Std. Läufer hatten am Nachmittag bei der Hitze schon ganz schön gelitten. Die Sonne blieb auch am nächsten Vormittag zunächst hinter den Wolken. Die Hitzeschlacht bekamen wir dann aber noch einmal die letzten 2 Std. vor Zielende heftig zu spüren.
Zu der Müdigkeit machte sich während der Nacht zusätzlich heftige Übelkeit bemerkbar, die jedoch bei Tagesanbruch deutlich nachließ. In der Frauenwertung führte ich von Anfang an. Aber schon nach der Hälfte des Rennens wurde mir klar, dass ich es nicht schaffen würde, mein Ergebnis aus dem letzten Jahr zu verbessern. Ich fing an das Tempo zu verringern, in der Hoffnung, damit besser zurecht zu kommen. Von Runde zu Runde wurde mein Schritt kürzer und die Zeit schlechter. Durch Maya Lukas, die als Zweitplatzierte ein vergleichbares Tempo lief, wurden meine müden Geister am frühen Morgen jedoch wieder geweckt. Ich hätte den Lauf auch weiter „verschlafen“ können, aber dann wäre wohl nicht das Ergebnis dabei herausgekommen.
Die Unterstützung am Streckenrand war einfach grandios. Michael, ein Lauffreund, war extra aus Bönen nach Basel angereist und hatte mich damit überrascht. Er war unermüdlich im Einsatz, mich zu versorgen und mich auch immer wieder mental aufzubauen. Er fieberte und litt richtig mit.
Aufgrund der Hitze habe ich die letzten 2 Std. noch mal echt kämpfen müssen.
Über meinen Sieg konnte ich mich zunächst gar nicht richtig freuen, da meine Müdigkeit weiterhin sehr dominierte. Als ich im Anschluss dann erfahren habe, dass ich mit 113,696 km einen neuen deutschen Rekord in meiner Altersklasse W50 aufgestellt habe, war meine Freude am nächsten Tag doch riesig.
 

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Oliver Ruf

Zu diesem Lauf habe ich mich auf Grund der Nähe (eigentlich in Laufreichweite ca. 60km) noch nachgemeldet, um weitere Erfahrungen im 24 Stunden-Lauf zu sammeln (der 2te) und verschiedenes zu testen.
Meine Trainingsläufe konnte ich ohne Problem absolvieren, wobei ich außer 2 Wochen über 140 km noch kein 24 Stunden-Lauf spezifisches Training aufgenommen hatte. Mein längster Trainingslauf betrug gerade mal 60 km und ich hatte auch noch keine Doppeldecker im Programm. Wie würde Kaiser Franz sagen „schaun ma mal“.
Als Betreuerin hatte ich meine Schwester Heike dabei, die mich die komplette Zeit hervorragend versorgt hat, danke Schwesterherz.
Bei herrlichem Schwimmbadwetter startete der Lauf um 12 Uhr mittags, puh. Die Temperatur stieg auf über 30°C und mein Puls über den anvisierten Grenzbereich, egal plus 10 Schläge sind bei diesem Wetter OK. Nach 1,5 Stunden war ich dann richtig eingelaufen. Ich wunderte mich, wie bereits 2010 in Rockenhausen, über das hohe Tempo der mich überrundenden Läufer, na die werden ja wissen was sie tun, sind ja erfahrene Leute. Am Abend merkte ich, wie mich die Mittagshitze doch belastet hat und nahm etwas Tempo raus, eine lange Nacht und ein heißer Endspurt lagen ja noch vor mir.
Eine interessante Erfahrung für mich war auch das manuelle Rundenzählen und die Reaktionen aller Zähler, wenn man plötzlich auf der Anzeigentafel auftaucht. Da wird man dann plötzlich von mehreren Zählern angefeuert und mit Informationen versorgt.
Eine anstrengende Sache und nicht nur für die Zähler, die mehrere Stunden am Streckenrand sitzen und auf ihre Läufer warten. Meinen herzlichen Dank an dieser Stelle an alle Zähler fürs zählen und anfeuern.
Obwohl ich mit „angezogener Handbremse“ meine Runden drehte, landete ich dann irgendwann auf Platz 2 auf der Anzeige, hinter Victor Rodionov und 1 km vor Jürgen Wenzel, dem Sieger des DL2010. Mit der Zeit wuchs der Vorsprung auf Jürgen dann auf 4 km an und ich schenkte der Anzeige keine Aufmerksamkeit mehr. Um 24 Uhr startete der 12 Stunden-Lauf und es wurde kurzfristig etwas unruhig auf der Strecke, bis sich die Meute auf dem Rund verteilt hatte.
Zwischenzeitlich begleitete mich eine Fahne auf der Runde und zwar beim erreichen der 100km-, 100Meilen- und der 200km-Marke, tolle Sache, da wird man dann eine Runde lang beglückwünscht , beklatscht und angefeuert.
Nach ca. 20 Stunden dann wieder ein genauer Blick auf die Anzeigetafel, 10 km Abstand nach vorne und hinten und die Luft (Lust) war raus. Also, neuer Plan zur Güte, „du läufst jetzt noch 3 Stunden und wenn der Vorsprung groß genug ist, gehst du die letzte Stunde“. Und so habe ich es dann auch gemacht, „die Regeneration beginnt auf der Strecke“, wie ich bei Etappenläufen immer gerne sage.
In dieser Zeit drehte ich auch einige Runden mit „Ebbe“ (Dr. Beat Knechtle, einer der besten Ultratriathleten, beginnt seine Sätze oft mit „Ebbe,...“ daher „Ebbe“ seit dem DL2007). Er macht im Ultrabereich auch regelmäßig medizinische Studien und hat mir so nebenbei seine Ergebnisse zur Flüssigkeitsaufnahme bei Ultraveranstaltungen erläutert. Und ich hatte wieder etwas gelernt, ich vermute nun, dass meine häufigen Besuche auf dem Töpfchen durch zu viel Flüssigkeitsaufnahme während des Laufes herrührten. Vielleicht starte ich dieses Jahr noch in Biel, da Ebbe dort eine Hormon-Studie über die Probleme des Magen-Darm-Trakts bei Läufern durchführt.
Nach 23 Stunden und 50 Minuten hatte ich dann die 215 km voll und beschloss, die anderen Läufer mit meiner Schwester am Verpflegungsstand anzufeuern. Nach dem Laufen schmeckt ein alkoholfreies Weizen immer am besten, mhhhh lecker.
Mit dem zweiten Gesamtplatz und dem ersten in der Hauptklasse bin ich schlussendlich mehr als zufrieden. Die Siegerehrung mit Tegla Loroupe als Preisüberbringerin war natürlich etwas besonderes, wie die komplette Veranstaltung. Da komme ich bestimmt wieder.
Meinen herzlichen Dank an die Organisatoren und die wichtigsten Leute bei so einer Veranstaltung, die freiwilligen Helfer. Ebenfalls danken, möchte ich allen Läufern und deren Betreuern für die meist leider nur kurzen Dialoge, für anfeuern, aufmuntern und teilweise mitbetreuen.
Mit sportlichem Gruß
Oliver Ruf
www.linkslaeufer.de
 

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Kai Horschig

Soll man über einen Lauf berichten, wenn man ihn am liebsten schnell vergessen will ?
Ich hatte mir viel vorgenommen an meinem "Heimspiel" im 5 Minuten von meinem Schweizer Arbeitsplatz entfernten St. Jakob Park in Basel.
Die Vorbereitung lief sehr gut, viele lange Läufe, keine körperlichen oder muskuläre Probleme liessen mich zuversichtlich an den Start gehen.
Für mich war jedoch der Wettkampf zu Ende, bevor er eigentlich so richtig begonnen hatte. Acht Stunden lief ich in einem Tempo in welchem ich mich sehr wohl fühlte
und hatte keinerlei Sorgen und Probleme. Doch auf einmal kündigten sich die ersten Krämpfe an welche von Runde zu Runde schlimmer wurden.
Dies ging so weit dass ich mich keinen Schritt mehr vorwärts bewegen konnte. In der Folge bekam ich massive Kreislaufprobleme und musste mich übergeben.
Somit war für mich nach 92 km der Lauf vorbei. An was es gelegen hat ? Sicherlich sind 32 Grad zu dieser Jahreszeit nicht die Regel und haben dafür gesorgt dass ich trotz
regelmässigen einnehmen von Salztabletten und "trinken was reingeht" in ein Flüssigkeitsdefizit gelaufen bin. Am Sonntagmorgen zeigte die Wage jedenfalls fast 6 kg weniger
als am Vortag an. Mein Fazit mit etwas Abstand: 1. ich glaube nicht dass ein etwas geringeres Tempo meine Probleme verhindert hätte. 2. Man muss auch die Signale seines Körpers
akzeptieren und aufhören können. 3. Der nächste Lauf kommt bestimmt .
 

 

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Heike Christ

Die große Hitzeschlacht in Basel

An den 24-Stundenlauf in Basel hatte ich nach meinem Erfolg im letzten Jahr natürlich nur die besten Erinnerungen. Die Sportanlage in Basel ist wunderschön und die Veranstaltung sehr gut organisiert. Außerdem sah ich auf der Startliste viele Namen von Läufer/innen, auf die ich mich freute! Also, warum nicht wieder nach Basel gehen, ist ja keine Weltreise vom Schwoabaländle in die Schweiz.

Tja, das liebe Wetter - eine Begebenheit, die man nicht beeinflussen kann und trotzdem sind mir 32 Grad und knallige Sonne einfach zu heiß! Und das ging natürlich nicht nur mir so. Start um 12.00 Uhr – Mittagshitze! In den ersten 7 Stunden hatte die Temperatur schon vielen der 90 Starter/innen mächtig zugesetzt, somit waren leider viele Ausfälle zu beklagen. Ich hatte mein Tempo sehr gedrosselt um nicht zu viele „Körner“ – also „Kraft“ - zu verlieren, das zahlte sich in der Nacht aus. Die Tiefsttemperatur lag bei ca. 10 Grad. Abgesehen von der hohen Temperaturdifferenz zum Tag, gute Bedingungen. Trotz der obligatorischen Tiefpunkte, die einem teilweise auch der Biorhythmus aufzwingt, kam ich gut voran. Wenn die Nacht zu Ende geht, ist das zwar gut für die Seele, aber die aufsteigende Sonne verheißt in so einem Fall auch wieder steigende Temperaturen. Die letzten 5 Stunden waren für mich dann besonders hart, es lief nicht wirklich „rund“, die große Hitze vom Vortag hatte viel Kraft gekostet, die mir nun fehlte. Mein Wunschziel von 210 km konnte ich somit nicht ganz erreichen, bin aber mit den 207,054 km, unter diesen schwierigen Bedingungen, absolut zufrieden. Die Titelverteidigung in Basel war geschafft.

Der Schweizer Fernsehsender „Tele Basel“ hat mich und einige andere Läufer während des Wettkampfs begleitet und wird einen Beitrag hierrüber senden. Ich hoffe, dass der Fernsehbericht ein gutes Licht auf unseren Sport wirft und ich mich bei den Interviews „ordentlich“ benommen habe! ;-)

Mein ganz besonderer Dank geht an meinen Betreuer Andreas der sich sehr intensiv um mich gekümmert hat und mir auch mental zur Seite stand.

Ganz zum Schluss noch ein paar Eindrücke die ich so als Sportlerin nicht kenne, die ich aber sehr interessant finde. Eindrücke meines Betreuers Andreas:

Die Atmosphäre bei so einer Veranstaltung ist gigantisch! Die Organisation, die Läufer und das ganze Drumherum. Aus Betreuersicht: Man lebt für gut 24h in einer kleinen Zeltstadt (ca. 6m Grünstreifen entlang von 200m Laufstrecke), in der Scharen von Betreuern und teilweise die Läufer selbst herrichten, anrühren, abfüllen, kochen, verarzten, schlafen, reden, lachen, leiden usw. – kurz: LEBEN! – Und das nur mit dem alle vereinenden Ziel, „ihre(n)“ Athleten während des Laufs zu versorgen!

Mein Arbeitsplatz: Ein Biertisch (die breite Version!) zu 2/3 voll mit Flaschen, Fläschchen, Kanister, Bechern, Pulvern, Besteck, Tellern, Thermoskanne, Tupperdosen, Döschen, Tuben (daher auch die Verwechslung von Hirschtalg und Sonnencreme!) und natürlich meiner super wichtigen Zeit/km-Liste, WANN ich Heike WAS verabreicht habe! ;-)

Das Verhältnis zwischen den Betreuern habe ich ähnlich erlebt, wie das zwischen den Läufern (wahrscheinlich ist das auch das Schöne daran für Nichtläufer, die sich dafür zur Verfügung stellen). Jeder hilft jedem mit allem aus, was man so braucht und wenn Unterstützung bei der Versorgung oder beim Verarzten erforderlich ist, wird niemand abgewiesen. Auch wenn die Läufer sich gerade auf der Strecke „duellieren“ und gerade um die Platzierung kämpfen – es wird jedem jeder km gegönnt und auch die „Konkurrenten“ werden angefeuert (die leiden nämlich irgendwann genauso!).

Der Betreuer von Heikes Verfolgerin nach ca. 19h zu mir: „Na, unsere Mädels müssen heute noch ganz schön was leisten, was?“ ;-)


 

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