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Elke Musial gewann die 100 km in Leipzig. Hier sind ihre Eindrücke:

Kurzfristige Entscheidung -100km Auensee
Am 13.08.11 fand am Auensee in Leipzig der traditionelle 100km Lauf statt. Die Entscheidung, zu laufen, fiel sehr spät, da ich wieder mal oder immer noch Rückenprobleme hatte. Jeden Tag schaute ich aufs Wetter. Ich hoffte auf kühle Temperaturen, aber zum Wochenende sollte es wärmer werden. Egal, ich entschied mich für den Lauf. Bis zum Thüringen Ultra hatte ich gut trainiert und hoffte, dass mein Körper in den 5 Wochen nicht alles vergessen hatte, da ich nur sehr eingeschränkt gelaufen bin in dieser Zeit. Ich sollte es spüren.


Morgens zeitig aufstehen, aber ich war wach, da sich der Kopf mit dem Lauf beschäftigt hat. Ich frühstückte dann mit Antje Krause, ebenfalls Ultraläuferin, die bei uns schlief und schon ging es los. Kaum dass wir im Auto saßen, tröpfelte es vom Himmel. Klasse! Aber das war noch nichts, denn als wir aus dem Auto ausstiegen goss es in Strömen. Sofort begann die Überlegung, was man wohl anzieht und bei mir gab es den Moment, wo ich meine Anmeldung bereits bereute. Bis zur letzten Minute standen wir unter dem Dach, dann schnell zur Startlinie und schon ging es los.

Plötzlich war der Regen egal und störte auch nicht. Fast wünschte ich, dass es so bleibt, denn kaum dass der Himmel aufriss, wurde es feuchtwarm, so dass man nicht wirklich Luft bekam. Die Wege waren matschig und aufgeweicht. Es strengte an. Positiv war die Ablenkung, die man hatte, wenn man auf die Beine vom Vordermann schaute und beobachtete, wie die Beine mit jedem Schritt dreckiger wurden. Anfangs lief alles gut – 2 Runden konnte ich mit Hans Albert rennen, aber er liefnur“ 50km und so musste ich sehr auf mein Tempo achten. Danach lief Antje eine ganze Weile vor mir. Alles war rund und leicht, aber ich fragte mich schon da, was nach km 50 passiert, wenn viele aufhören dürfen, die Strecke leerer ist und ich höchstwahrscheinlich alleine laufen muss.

Der Hammer kam dann auch. Ich rutschte in ein Tief und die Wärme quälte mich. Ich beneidete die Leute, die schon fertig waren, lächeln fiel mir schwerer und ich beschloss in dem Moment, keinen 100er mehr zu laufen. Das war wohl ein Fehler, aber man bekommt den Kopf nicht leer. Ich versuchte, all das Schöne zu sehen – den Graureiher im Auensee, die dicken Schnecken mit großem Haus auf dem Weg, die lieben Leute am Rand, die auf mich warteten, mein Glückssteinchen in der Tasche.... Es half nichts. Ich wünschte nur noch anzukommen. Man läuft in Runde 7 und denkt: „Klasse, schon über die Hälfte!“ Gleichzeitig setzt die Rechnung ein: „Oh Gott, noch 40km!“

Man sagt sich: „Okay, wenn du in der nächsten Runde an gleicher Stelle bist, wird es sicher besser.....“ Es wurde aber nicht besser. Die Füße taten weh und ich hatte schon ewig das Gefühl, dass ein Stein im Schuh war. Also zog ich die Schuhe und die Socken aus, da der Schmerz unerträglich war. Leider war es kein Steinchen. Der Zeh war blau. Socken, Schuhe wieder anziehen und Zähne zusammen beißen. „ Es sind ja nur noch 24 km.“ Ich laufe weiter alleine und der Radfahrer fährt mit gleichmäßigem, surrenden Geräusch, vor mir her.


Antje motivierte mich und meinte, dass ich die Norm 8:35h noch schaffen kann, aber ich glaube, ich wollte es nicht hören. Ich sah es ja auch auf meiner Uhr, aber ich hätte eben ein klitzekleines bisschen schneller laufen müssen auf den letzten 2 Runden. Zu spät, vorbei... Zieleinlauf...Endspurt (es war also noch ein wenig Kraft übrig)....1.Frau mit recht großem Abstand zur Konkurrenz....8:37,04h..... nicht wirklich Freude, nur Erleichterung... geschafft, durchgelaufen, nicht dem Wunsch nachgegangen unterwegs aufzuhören.... liebe Glückwünsche von allen Seiten....einfach nur duschen gehen, sich berieseln lassen, tut gut, aber hilft nicht , die Gedanken wegzuspülen....Massagezelt.... mit Freunden reden, aber irgendwie geht es mir nicht gut. Der Kreislauf streikt, denn meine Versorgung beim Laufen war nicht optimal.

Wir fahren erst mal nach Hause, … hinlegen, Beine hoch, sehr angenehm. Zur Siegerehrung geht es mir wieder besser und schon ist die Energie wieder da, um noch zum Geburtstag zu gehen.


Die Nacht bietet nicht viel Schlaf. Jede Bewegung schmerzt und es meldet sich der Hunger. Ich stehe zeitig auf, esse etwas und lese. Die 2 Minuten, die mir für die WM-Norm fehlen gehen nicht aus meinem Kopf, aber es ist nicht mehr zu ändern.
Somit danke ich allen, die mich im Vorfeld motiviert haben, die mich an der Strecke unterstützten, manchmal auch mit weniger passenden Bemerkungen (Sascha :-))))))) und dem LC Auensee, der den Lauf wieder super organisiert und betreut hat.
 

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