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Laufberichte

Tobias Hegmann war als Sieger des Rodgauer 50ers zum Finale der IAU 50 km-Trophy ins niederländische Assen eingeladen. Hier ist sein Bericht:

Der Muskelkater ist weg, gestern bin ich wieder meine erste kleine Runde gelaufen, da wird es auch Zeit, endlich mal den Bericht zu schreiben.
Nach 5 Tagen Kurzurlaub an der Nordsee fuhren wir Freitag früh los nach Assen. Nachdem wir ins Hotel eingezogen waren und die Strecke mal abgegangen waren, folgte schon der erste offizielle Teil: Auf dem Marktplatz (der gar nicht so einfach zu finden war) wurden die Athleten vorgestellt und interviewt. Ein sehr unterhaltsamer Auftakt. Ich wurde fast vergessen, aber als Letzter durfte ich dann doch noch meine Prognose für das Rennen abgeben: Neue PB, so um die 3:07 Std. Danach versuchte ich verzweifelt am Technical Meeting teilzunehmen, was aber wegen falscher Infos nicht gelang. Immerhin bekam ich später noch meine Startnummer (4) und die Infos auf Papier.
Am Samstag morgen wurde es schon ordentlich warm. Kurzfristig wurde dann noch das Garminverbot aufgehoben und so konnte es um 10 Uhr gut gerüstet los gehen. Vorne machten die Schwarzen gleich ordentlich Dampf und dahinter bildete sich bald eine größere Gruppe. Das Tempo passte super, die Kilometer knapp über 3:40min. Ich hielt mich mitten in der Gruppe auf und fühlte mich sehr gut. Die erste 5 Kilometerrunde hatten wir nach 19:15min geschafft. Unsere Gruppe bestand noch aus etwa 7 Läufern. Vorne machte vor allem Grazys Vitautas (LTU) das Tempo und bald waren wir nur noch zu viert: Vitautas, Russel Maddams (GBR), Julian Rendall (GBR) und ich. So liefen wir ein sehr gleichmäßiges Tempo bis zur Halbzeit. Die nächsten Runden in 18:32, 18:24, 18:23, 18:25. Dann verlor Vitautas den Anschluss und wir liefen als Trio weiter. Die Strecke war sehr flach, größtenteils aus Asphalt, aber doch insgesamt etwa 1,5 Kilometer Waldwege und Kopfsteinpflaster pro Runde. Besonders das Kopfstein fängt dann irgendwann an weh zu tun. Die nächsten beiden Runden waren mit 18:45 und 18:49 etwas langsamer, aber wir nahmen immer noch Kurs auf eine Zeit zwischen 3:05 und 3:06Std. Maddams beschleunigte etwas und setzte sich jetzt nach vorne ab. Bisher waren wir nur am überholen gewesen und hatten uns auf die Plätze 9-11 vorgearbeitet. Zusammen mit Rendall lief ich bei km 40 nochmal durchs Stadion (Runde in 19:05), dann musste ich abreißen lassen. Jetzt wurden die letzten 10km zur Qual. Ich versuchte mich zu motivieren, die Marathonmarke passierte ich noch in 2:38:05 min. Ich hätte die letzten beiden Runden nur unter 20min laufen müssen, dann wäre noch eine neue Bestzeit heraus gekommen. Aber bei mir war Feierabend. 20:59min für die neunte. Ans Aussteigen dachte ich nicht eine Sekunde, aber die Motivation war weg. Ich musste mal, die Beine schmerzten, die Sonne brannte herunter, ich wurde von Läufern überholt, die ich vor einiger Zeit überrundet hatte. Alles Sachen die nicht wirklich Spaß machen. Auf der letzten Runde musste ich dann auch noch zwei Plätze abgeben, Vitautas war plötzlich wieder da und Ben Nephew (USA) zog auch vorbei. Zwei Damen kam auch noch von hinten, allerdings hatte ich die auch schon mal überrundet. 24:31min für die letzten 5 km. Ok, da war noch etwa 1 Minute Pinkelpause dabei. Trotzdem lauf ich normalerweise im lockeren Training mit Babyjogger schneller. Als ich endlich das Stadion erreichte war ich schon frustriert, aber auch erleichtert, dass es endlich um war. 3:15Std. Gerade noch vor Emma Gooderham (GBR, 3:17:30Std), der ersten Frau.
Das ist ja keine wirklich schlechte Zeit für 50km, aber ich hatte mir halt wesentlich mehr vorgenommen.
Mittlerweile bin ich einfach froh, dass ich die Qualifikation zu so einem hochkarätigem Rennen geschafft habe und dabei sein durfte. Und Platz 13 kann sich sehen lassen. Vielleicht schaffe ich es nächstes Jahr wieder ins Finale, dass dann in Italien statt finden wird. Und dort wird dann alles noch ein bisschen besser.


Die ersten 20:
1. Eliot Kiplagat Biwott KEN 2:54:53
2. Pieter Vermeesch BEL 2:57:23
3. Kaito Iwayama JPN 2:59:12
4. John Wachira KEN 3:02:33
5. Eliya Mogoboya RSA 3:03:55
6. Russel Maddams GBR 3:05:24
7. Paul Fernandez England 3:09:18
8. Julian Rendall GBR 3:09:54
9. Ralf Preibisch NED 3:10:55
10. Claude Moshiywa RSA 3:11:12
11. Ben Nephew USA 3:13:21
12. Grazys Vitautas LTU 3:14:39
13. Tobias Hegmann GER 3:15:01
14. Walter Sartor ITA 3:16:19
15. Emma Gooderham GBR 3:17:30
16. Francis Ingles FRA 3:18:20
17. Joshua Ferenc USA 3:20:00
18. Martin Veenhuizen Tynaarlo 3:21:21
19. Bernard Roelen Utrecht 3:21:38
20. Alfred Roelen Hillegom 3:22:52
 

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Elke Musial gewann die 100 km in Leipzig. Hier sind ihre Eindrücke:

Kurzfristige Entscheidung -100km Auensee
Am 13.08.11 fand am Auensee in Leipzig der traditionelle 100km Lauf statt. Die Entscheidung, zu laufen, fiel sehr spät, da ich wieder mal oder immer noch Rückenprobleme hatte. Jeden Tag schaute ich aufs Wetter. Ich hoffte auf kühle Temperaturen, aber zum Wochenende sollte es wärmer werden. Egal, ich entschied mich für den Lauf. Bis zum Thüringen Ultra hatte ich gut trainiert und hoffte, dass mein Körper in den 5 Wochen nicht alles vergessen hatte, da ich nur sehr eingeschränkt gelaufen bin in dieser Zeit. Ich sollte es spüren.


Morgens zeitig aufstehen, aber ich war wach, da sich der Kopf mit dem Lauf beschäftigt hat. Ich frühstückte dann mit Antje Krause, ebenfalls Ultraläuferin, die bei uns schlief und schon ging es los. Kaum dass wir im Auto saßen, tröpfelte es vom Himmel. Klasse! Aber das war noch nichts, denn als wir aus dem Auto ausstiegen goss es in Strömen. Sofort begann die Überlegung, was man wohl anzieht und bei mir gab es den Moment, wo ich meine Anmeldung bereits bereute. Bis zur letzten Minute standen wir unter dem Dach, dann schnell zur Startlinie und schon ging es los.

Plötzlich war der Regen egal und störte auch nicht. Fast wünschte ich, dass es so bleibt, denn kaum dass der Himmel aufriss, wurde es feuchtwarm, so dass man nicht wirklich Luft bekam. Die Wege waren matschig und aufgeweicht. Es strengte an. Positiv war die Ablenkung, die man hatte, wenn man auf die Beine vom Vordermann schaute und beobachtete, wie die Beine mit jedem Schritt dreckiger wurden. Anfangs lief alles gut – 2 Runden konnte ich mit Hans Albert rennen, aber er liefnur“ 50km und so musste ich sehr auf mein Tempo achten. Danach lief Antje eine ganze Weile vor mir. Alles war rund und leicht, aber ich fragte mich schon da, was nach km 50 passiert, wenn viele aufhören dürfen, die Strecke leerer ist und ich höchstwahrscheinlich alleine laufen muss.

Der Hammer kam dann auch. Ich rutschte in ein Tief und die Wärme quälte mich. Ich beneidete die Leute, die schon fertig waren, lächeln fiel mir schwerer und ich beschloss in dem Moment, keinen 100er mehr zu laufen. Das war wohl ein Fehler, aber man bekommt den Kopf nicht leer. Ich versuchte, all das Schöne zu sehen – den Graureiher im Auensee, die dicken Schnecken mit großem Haus auf dem Weg, die lieben Leute am Rand, die auf mich warteten, mein Glückssteinchen in der Tasche.... Es half nichts. Ich wünschte nur noch anzukommen. Man läuft in Runde 7 und denkt: „Klasse, schon über die Hälfte!“ Gleichzeitig setzt die Rechnung ein: „Oh Gott, noch 40km!“

Man sagt sich: „Okay, wenn du in der nächsten Runde an gleicher Stelle bist, wird es sicher besser.....“ Es wurde aber nicht besser. Die Füße taten weh und ich hatte schon ewig das Gefühl, dass ein Stein im Schuh war. Also zog ich die Schuhe und die Socken aus, da der Schmerz unerträglich war. Leider war es kein Steinchen. Der Zeh war blau. Socken, Schuhe wieder anziehen und Zähne zusammen beißen. „ Es sind ja nur noch 24 km.“ Ich laufe weiter alleine und der Radfahrer fährt mit gleichmäßigem, surrenden Geräusch, vor mir her.


Antje motivierte mich und meinte, dass ich die Norm 8:35h noch schaffen kann, aber ich glaube, ich wollte es nicht hören. Ich sah es ja auch auf meiner Uhr, aber ich hätte eben ein klitzekleines bisschen schneller laufen müssen auf den letzten 2 Runden. Zu spät, vorbei... Zieleinlauf...Endspurt (es war also noch ein wenig Kraft übrig)....1.Frau mit recht großem Abstand zur Konkurrenz....8:37,04h..... nicht wirklich Freude, nur Erleichterung... geschafft, durchgelaufen, nicht dem Wunsch nachgegangen unterwegs aufzuhören.... liebe Glückwünsche von allen Seiten....einfach nur duschen gehen, sich berieseln lassen, tut gut, aber hilft nicht , die Gedanken wegzuspülen....Massagezelt.... mit Freunden reden, aber irgendwie geht es mir nicht gut. Der Kreislauf streikt, denn meine Versorgung beim Laufen war nicht optimal.

Wir fahren erst mal nach Hause, … hinlegen, Beine hoch, sehr angenehm. Zur Siegerehrung geht es mir wieder besser und schon ist die Energie wieder da, um noch zum Geburtstag zu gehen.


Die Nacht bietet nicht viel Schlaf. Jede Bewegung schmerzt und es meldet sich der Hunger. Ich stehe zeitig auf, esse etwas und lese. Die 2 Minuten, die mir für die WM-Norm fehlen gehen nicht aus meinem Kopf, aber es ist nicht mehr zu ändern.
Somit danke ich allen, die mich im Vorfeld motiviert haben, die mich an der Strecke unterstützten, manchmal auch mit weniger passenden Bemerkungen (Sascha :-))))))) und dem LC Auensee, der den Lauf wieder super organisiert und betreut hat.
 

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Drei der vier deutschen Teilnehmer an der Trail-WM in Connemara/IRL gehörten unserer Fördergruppe an. Wir veröffentlichen deshalb an dieser Stelle die Erlebnisberichte von Tobias Hegmann, René Strosny und Sascha Velten. Die Fotos hat Angela Ngamkam beigesteuert. Eine Bericht unseres Sportwarts Wolfgang Olbrich, der als Betreuer mit in Irland war, findet Ihr dann in der ULTRAMARATHON 3/2011

Tobias Hegmann

Wo soll ich anfangen mit dem Schreiben? Es waren 4 Tage mit so vielen Eindrücken. Den Donnerstag verbrachten wir noch größtenteils im Flugzeug und im Auto. Jetzt lernte ich auch Stefan, Markus und Sascha persönlich kennen. Am Freitag wurden Verpflegungspunkte erkundet, wir schauten uns einen kleinen Teil der Strecke an (den einfachsten, wie sich später herausstellte.) und joggten noch eine gemütliche Runde.  Am Abend gab es dann den ersten offiziellen Teil: Die Eröffnungsfeier und die Pasta Party. Alle Nationen in ihren Nationaltrikots, Fernsehkameras, Radiointerviews. Das sind Erfahrungen die man als Hobbyläufer nicht oft geboten bekommt. Zurück in der Unterkunft hatten wir dann unsere letzte Besprechung: Wer braucht wann welche Verpflegung, mit Trinkrucksack oder ohne? Regenjacke mitnehmen? Dann ging es ins Bett, immerhin gab es um 5:00 Uhr Frühstück. 40 Minuten später fuhren wir los Richtung Kylemore Abbey, dem Startpunkt.

Um 7:00 Uhr ging es dann endlich los. Die ersten 5 Kilometer flach, vorne ist das Tempo gleich wahnsinnig hoch. Da ja GPS Uhren verboten sind, bin ich auf mein Gefühl angewiesen und lasse es locker angehen. „Bei km 50 fängt das Rennen an!“, so war die Taktik von unserer Teamleitung vorgegeben. Nach 18:50 min kommt das 5km Schild. Direkt danach geht es zum ersten Mal auf den Diamond Hill. 300hm auf 3 Kilometern. Überholen kann man hier schlecht, aber da kann ich schon nicht überziehen. Bergab lässt es sich ganz gut laufen, aber ich sehe schon die ersten Stürze. Unten angekommen geht es in die Verpflegungszone. Hier bekomme ich meinen Trinkrucksack, dann gehts direkt wieder hoch. Dieser Berg gefällt mir, so kann es weiter gehen. Nach der zweiten Runde haben wir 18 Kilometer und jetzt kommt der erste richtige Trail. Leicht bergab über eine Wiese mit Matsch und Wasser. Nach knapp 70 Kilometern müssen wir da wieder hoch, aber bis jetzt habe ich Spaß. Sascha, Marcus und ich sind hier fast zeitgleich. Nach einiger Zeit gehts wieder auf befestigten Wegen, dann plötzlich über die Leitplanke, über einen Zaun und ab in den Matsch. Es ist rutschig und sehr tief. Die Wiese steht komplett unter Wasser, über mehrere Gräben muss ich springen. Hier zieht es mir auch gleich ein paar mal die Beine weg. Einmal versinke ich auch komplett im Sumpf. Nach ein paar Kilometern Schotterweg bin ich bei Wolfgang und VP2. Die Verpflegung mit Gels, Gelchips, Trinkflasche und Traubenzucker im Vorbeirennen klappt perfekt. Momentan hab ich die anderen etwas abgehängt und laufe mein Tempo. Der Schnitt ist auf 5:10min/km gesunken. Im Vorfeld waren wir uns einig, dass wir wohl so 5,5 – 6 Stunden unterwegs sein würden. Naja, mal sehen wie ich den großen Berg hochkomme und ob noch mehr Moore zu durchqueren sind. Jetzt kommt der längste befestigte Abschnitt. ungefähr 3 Kilometer immer leicht bergan. Dann steht ein Soldat da und schickt uns quer in die Landschaft. Ein Weg oder Pfad ist nirgends zu sehen, nur ein paar Fähnchen, die den Weg zeigen. Also renne ich von Fahne zu Fahne und versinke bald wieder bis zu den Knöcheln im Matsch. Einerseits bin ich froh, als ich höher hinauskomme, da der Boden fester wird, andererseits wird es dadurch nicht leichter. Von „TrailRUNNING“ kann ich schon lange nicht mehr sprechen, mal gehe ich, mal klettere ich. Teilweise bin ich auf allen Vieren unterwegs. 700 m ist der Gipfel gerade mal hoch. Klingt irgendwie nach Spessart, sieht aber aus wie Alpen. „Schaut euch den Berg auf dem Hinweg gut an, damit ihr auf dem Rückweg wisst, wo ihr angreifen könnt.“ Bisher habe ich nichts gefunden wo ich angreifen könnte, wenn ich mich bergab nicht überschlage und abstürze bin ich froh. Oben hat Marcus wieder aufgeschlossen, er hat aber etwas Probleme mit Krämpfen. Meine Waden zucken teilweise auch recht heftig, ein Problem, dass ich sonst gar nicht kenne. Auch in diese Richtung geht es direkt nach unten. Wenn man es laufen lässt, wird man so schnell, dass man stürzt. Ich bin nur damit beschäftigt, mich irgendwie auf den Beinen zu halten. Meistens klappt es, manchmal nicht. 5-6 Stürze, dann bin ich unten. Mittlerweile steht auch das Knie auf. Bei Kilometer 40 erreiche ich nach 3:52 Std die 3. Verpflegung. Stefan und Angela nehmen meinen Rucksack entgegen und geben mir eine Flasche und Gels. Über Feld- und Wiesentrails geht es jetzt leicht wellig bis zum Wendepunkt bei 44. Ich lasse es betont locker angehen und nutzte diesen einfachen Abschnitt zum erholen, ich weiß ja jetzt was mir noch bevorsteht. Hier kann man auch sehen wer vor und hinter einem ist. Jede menge Franzosen und Italiener kommen mir entgegen. Ich habe etwa 7 Minuten Rückstand und liege auf Platz 14. Perfekt! Marcus ist knapp hinter mir. Als Dritter kommt René. Sascha hat einige Probleme und schon ziemlich Rückstand. Bei Kilometer 48 bekomme ich meinen gefüllten Rucksack wieder und meine nur: Ich darf nicht an diesen Berg denken!“ Aber es hilft nichts, ich muss wieder hoch. Einige Plätze verliere ich. Ich quäle mich nach oben und stürze nach unten. Mehrmals rutsche ich auf dem Hintern nach unten. Dann kommt wieder der Sumpf. Zweimal springe ich mitten in einen Bach hinein. Auf dem Hinweg hab ich es noch drüber geschafft, aber die Kraft hat doch schon ganz schön nachgelassen. Aber es fühlt sich gar nicht so schlecht an, als ich bis zum Bauch im Wasser stehe. Nur rauskommen ist schwierig. Ich freue mich auf die letzte Verpflegung bei km 60. Endlich komme ich wieder auf den befestigten Weg. Der zieht sich jetzt vielleicht! Für die 10 km vom Fuße des Benbaun,über den Gipfel bis zur Verpflegung brauche ich 1:40 Std. Statt den Rucksack wie geplant für die letzten 10km abzugeben, lasse ich ihn auffüllen. Sicher ist sicher. Ich esse mein letztes Gel, eins mehr wäre nicht schlecht gewesen. Bis ins Ziel brauche ich noch mal über eine Stunde. Ich bin schon ziemlich platt. Durch den Sumpf geht bei mir nicht mehr viel, die 3 Kilometer Schotter kann ich noch mal etwas zulegen, verliere trotzdem 2 Plätze. Ein Holländer überholt mich, darf doch nicht wahr sein! Zum Schluss noch mal über die Sumpfwiesen, dann geht es endlich ins Ziel. Nach 7:27:11 Stunden hab ich es bei meinem Nationalmannschaftsdebüt auf Platz 22 geschafft. Das war mein heftigster Wettkampf, den ich bisher gemacht habe. Wenn ich gewusst hätte, was genau mich erwartet, wäre ich noch ein bisschen langsamer angegangen. Ich denke Platz 15 wäre nicht unrealistisch gewesen, bei optimaler Renneinteilung. Aber die Strecke haben wir wohl alle ein bisschen unterschätzt.

Aber insgesamt bin ich nicht unzufrieden, es war auf jeden Fall eine tolle Erfahrung, hier dabei sein zu dürfen. Wir waren ein tolles Team, der Wettkampf und die Vorbereitung wurde sowohl von den Läufern als auch von den Betreuern sehr ernst genommen (danke für die super Unterstützung!), aber der Spaß kam trotzdem nicht zu kurz. Auch wenn wir die Medaille mit der Mannschaft doch noch recht deutlich verpasst haben, hatten wir uns das Feiern am Abend verdient.

Trailrunning ist ein Sport für den ganzen Körper, zumindest hatte ich am ganzen Körper Muskelkater In den Beinen, in den Schultern, Armen, Rücken….
 
 
 
 

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Vom Kraichgau in den Schwarzwald: Fidelitas Nachlauf in Karlsruhe

Soll ich oder soll ich nicht? Soll ich oder soll ich nicht? Es gab viele gute Gründe, nicht beim Finama zu laufen: mein linkes Bein ist dank Behandlung auf dem Wege der Besserung aber eben noch lange nicht voll funktionsfähig, 80 km wollen erst mal gelaufen sein, vor allem, wenn man seit Ende April hatte kein vernünftiges Training mehr absolviert und notgedrungen einige „Nullwochen“ hatte, die hartnäckige Erkältung, die ich mir dank durchfeuchteter Wech-selkleidung im Ziel beim unfreiwillig-freiwillig gelaufenen LGT alpin Marathon eingefangen hat-te, war gerade erst am Abklingen, zwei Tage vorher endete der Versuch einer langen Radaus-fahrt in den Schwarzwald schon nach etwas mehr als einer Stunde völlig fertig bei meinen El-tern auf der Terrasse …. Es gab aber auch einen Grund, zu starten: meine Neugierde, ob ich noch lange laufen kann, was meine Gebeine dazu sagen.

Letztlich zögerte ich die Entscheidung bis kurz vor knapp hinaus. Gemütlich auf der Terrasse sitzend meinte Jochen um halb drei Mittags, dass ich so langsam packen sollte, wenn ich pünktlich um 17 Uhr in Karlsruhe an der Startlinie stehen wolle. Also gut. Gerade noch recht-zeitig 30 min vor dem Startschuss erreichte ich den Nachmeldetisch. Die vielen bekannten und freundlich grüßenden Gesichter, die ich auf dem kurzen Weg dorthin „links liegen lassen“ musste haben es mir hoffentlich nicht allzu übel genommen, aber ich musste mich beeilen.

Kurz vor dem Start entdeckte ich Ulrike Steeger. He klasse, die kommt von so weit hier her zum Finama. Ich freute mich sehr, sie zu sehen und wir liefen die ersten Kilometer zusammen, um ein wenig zu quatschen. Irgendwo an der Strecke taucht dann bestimmt auch Udo auf, der sie (wie Jochen mich) mit dem Rad begleitet.

Irgendwie hatte ich mich im Vorfeld weder richtig mit dem Lauf noch mit den äußeren Bedin-gungen auseinandergesetzt, denn bereits nach wenigen Metern war mir viel zu warm. Zum Glück hatte ich Jochen in den Rucksack Jacke, Mütze und Handschuhe für die Nacht gepackt – Nicole, es ist Sommer! Und so hoch geht es in den Ausläufern des Schwarzwaldes dann auch nicht! Egal, da musste ich nun schwitzend durch.

Kilometrierung Fehlzanzeige. Ich sah jedenfalls keine und hatte damit keine Ahnung, wie schnell ich lief. Irgendwann entdeckte ich eine 10 auf dem Boden. Ob die wohl zum Finama gehört? Es könnte sein, denn dann wäre ich einen 5er Schnitt gelaufen – das Tempo hatte ich auch so eingeschätzt. Bei km 18 begannen endlich die Steigungen. Von nun an sollte es viel hoch und auch viel wieder runter gehen, der Finama führt durch den Kraichgau und die Aus-läufer des Schwarzwaldes. Die meisten Orte kenne ich entweder von Volks- und Trainingsläu-fen oder von Radausfahrten. An manchen Stellen wäre es fast näher gewesen, nach Hause zu rennen, als wieder zurück nach Karlsruhe. Ich fühlte mich wohl, sah immer wieder an den Ver-pflegungen oder den Staffelwechselstellen Menschen, die ich von anderen Läufen in der Ge-gend kannte und Jochen kündigte mir vom Rad aus die nächste Steigung an „da kommt jetzt hinter der Kurve ein steiler Anstieg“ oder so ähnlich. Im Nachhinein beichtete er mir, dass er eigentlich skeptisch ob meines Starts in Karlsruhe gewesen sei. Er hatte sich vor allem wegen dieser gerade erst überstandenen Erkältung arge Sorgen gemacht und befürchtet, dass ich nach 50 km oder so einfach nicht mehr konnte. Davon ließ er sich auf der Strecke allerdings nichts anmerken; er war wie immer optimistisch und positiv gestimmt.

In Langensteinbach ertönte von einem Fest das Rennsteiglied. Ich sang ein wenig vor mich hin, was zum Glück für meine Mitmenschen aber wegen einer heftigen Steigung am Ortsende schnell ein Ende hatte. War es nur die Steigung oder wurde ich müde? Als es oben auf der Höhe fast flach war und die Sonne sehr schön am Horizont unter ging, wusste ich, dass ich gerade ein Tief hatte. „Hilfe, ich komme ja gar nicht mehr vorwärts“, ging es mir durch den Kopf. Tiefs gehen vorbei und es kommen wieder Hochs. Schade nur, dass ich die Sonnen-untergangsstimmung nicht mehr genießen konnte. Zu allem Überfluss frischte der Wind noch mehr auf, als er es ohnehin schon den ganzen Abend tat. Natürlich kam er von vorne. Was auch sonst.

Auf den letzten 25 km lief es wieder richtig gut, ich überholte viele Läufer und kam gut durch die Nacht. An welcher Stelle des Rennens ich lag wusste ich nicht. Die Helfer riefen mir alle möglichen Varianten zu. Aufgrund der Staffelläufer und Marathonis ist es schwierig, die jewei-ligen Positionen richtig einzuschätzen. Zumal in der Dunkelheit. 2 km vorm Ziel überholte mich einer dieser vielen Grünhemden aus Bretten und meinte, ich würde führen, er wisse es genau. Ja dann, ja dann könnte ich ja aus reiner Freude noch ein klein wenig endspurten. Selbster-nannte Witzbolde hatten einen halben Baum samt Gestrüpp über den Weg gelegt, damit man in der dunklen Nacht auch schön darüber stolpern kann. Ich sah ihn gerade noch rechtzeitig und kletterte über das Hindernis. Nach einem Zielspurt direkt in Petra Martons Arme blieb meine Uhr nach 7:11 h stehen, die offizielle Zeit war nicht nur bei mir eine Minute langsamer. Komisch, aber egal. Der kurze Weg zum Auto fiel mir nach dem Lauf irgendwie sehr viel schwerer als davor. Dementsprechend lange dauerte es. Als ich endlich meine Sporttasche hatte, erfreute ich meine müden Beine mit einer eiskalten Dusche und versäumte deshalb meine eigene Siegerehrung. Den ursprünglichen Plan, am Sonntag nach kurzer Schlafpause noch eine Rad-RTF zu fahren, hatte ich schon unterwegs beerdigt. Stattdessen verbrachte ich den verbleibenden Tag auf der Liege im Garten und nichts und niemand konnte mich zu einer sportlichen Aktivität überreden. Ach so, die letzten Erkältungsreste hatte ich auf den 80 km verloren. Die Probleme am linken Bein leider nicht, aber der Zustand war danach auch nicht anders als vorher. Also auch an dieser Stelle alles in Ordnung. Und ich war froh, doch noch lange Strecken laufen zu können. Wäre auch schade, denn auf meiner persönlichen Lauf-wunschliste stehen noch einige dieser herrlichen Feld-, Wald- und Hügelläufe.
 

Nicole Benning

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Im Moment bereite ich mich auf die UltraTrailWM in Connemara vor, meinem ersten Einsatz im Nationaltrikot. Zur Vorbereitung und Formprüfung hatte ich mir den Hessentagsmarathon in Oberursel ausgesucht. Mit seinen etwas 500 Höhenmetern erschien er mir als guter Test. Vorgenommen hatte ich mir nach etwa 2:40 - 2:48 Std im Ziel zu sein, je nach Gefühl und nach Rennverlauf.


Und die Form scheint zu passen, nach 12 Kilometern hängte ich meinen letzten Verfolger ab und hatte von da an ein ruhiges Rennen. Das Tempo war immer in einen angenehmen Bereich und in den Anstiegen hatte ich ein sehr gutes Gefühl. Am Ende reichte es sogar noch zu einer Zeit knapp unter 2:40 Std, wobei sich der gesamte Wettkampf nicht so schnell angefühlt hatte. Diesmal haben wirklich die gesamten 42 Kilometer Spaß gemacht, die noch längeren Läufe und höheren Umfänge in der Vorbereitung scheinen ihren Zweck erfüllt zu haben. Irland kann kommen!
 

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