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Laufberichte

Die Nacht von Westflandern in Torhout (100K)
Die belgische Meisterschaft 100K und die Jagd auf eine Zeit unter 8 Stunden
2008 lief ich in Torhout meinen ersten Hunderter. Das Ziel war unter 8 Stunden zu laufen. Es schlug aber leider fehl. Verpflegungsprobleme und einige Fehlentscheidungen aus Unerfahrenheit führten zu einer Endzeit van 8St.20‘09“. Die Tatsache, dass ich knapp über und nicht unter 8St.20“ das Finish erreichte, war eigentlich ein Zeichen an der Wand, denn bis dahin war es mir dank meinem Endspurt immer gelungen knapp unter runden Zahlen einzulaufen. In Brüssel (20K) 1St.19‘59“, mein erster Marathon unter 3 Stunden war in 2St.59‘43“ und mein erster Marathon unter 2St.50‘ war in 2St.49‘50“.
Bei der Nacht gelang es mir also nicht, es war ja auch ein Hunderter, oder?
2009 stand ich, 6 Monate nach einer Leistenbruchoperation, wieder am Start in Torhout für meinen zweiten Hunderter. Ich hatte nur ein Ziel: es unter 8 Stunden schaffen. Für die erste Hälfte brauchte ich 3St.58‘30“. Zu langsam werden viele denken. Aber nein, während des ganzen Rennens war ich mir sicher: „Ich pack’s!“ In den letzten 600-700 Metern aber verhinderten die Kurven, dass ich meinen Endspurt voll entwickeln konnte und dadurch fehlten mir am Ende netto ganze 2 Sekunden. Pro Kilometer war ich 2 Hundertstelsekunden zu langsam!
Bei meinem dritten Versuch 2010 hatte ich einen Magen-Zwerchfellbruch, der mir eine Zeit unter 8 Stunden von vornherein unmöglich machte. Ich quälte mich durch und konnte mit viel Schmerzen nach 8St.12‘42“ das Finish erreichen. Die Hoffnung jemals unter 8 Stunden zu gelangen war nach diesem Rennen gleich 0. Zum Glück wurde eine Woche später endlich die richtige Diagnose meiner Probleme gestellt und konnte ich dank der richtigen Medikamente allmählich wieder richtig trainieren.
Am 17. Juli 2011 stand ich dann zum vierten Mal bereit um die erhoffte Zeit zu schaffen. Fünf Monate zuvor war ich zum zweiten Mal wegen eines Leistenbruchs operiert worden, aber die Vorbereitung war ganz gut gewesen: 14. Mai Steenbergen Marathon in 2St.52‘09“, 29. Mai IJsselstein Marathon in 2St.54‘18“, 4. Juni 50K Amsterdamse Bos in 3St.28‘13“. Am Samstag vor dem Hunderter lief ich noch eine Bestleistung beim Halbmarathon in 1St.17‘52“, also knapp UNTER 1St.18‘. Ein gutes Vorzeichen?
Die einzige Aufgabe, die mir danach blieb, war das Training abzubauen, auf die Ernährung zu achten und mich möglichst ruhig zu verhalten. Aber ja, dann hat man endlich nach den harten Trainingswochen ein wenig Zeit übrig und sieht man die viele Arbeit, die liegen geblieben ist. Könnt ihr dann im Sessel sitzen bleiben? Ich nicht! Die liegen gebliebene Gartenarbeit wurde aufgenommen. Am Dienstag (Mittwoch und Donnerstag würde ich mich endlich ruhig verhalten!) wurde noch ein Baum geköpft, zersägt, weggetragen,… Als die Arbeit zu Ende war, war ich froh, dass alles ohne Verletzung verlaufen war. Beim Aufräumen geschah’s dann. Ich bückte mich um einen Elektrodraht aufzuheben und es war, als ob jemand mir ein Schwert von hinten in die Wirbelsäule stieß. Der Schmerz zwang mich auf die Knie. Drei Tage vor dem Rennen wurde ich in einem Bruchteil einer Sekunde von einem topfitten Sportler in einen Haufen Elend verwandelt. Während ich auf dem Boden lag, überdachte ich die Folgen. Keine Zeit zwischen 7St.25‘ und 7St.50’wie geplant oder wenigstens erhofft, keine Quali für die WM in Winschoten, keine Zeit unter 8St., kein vierter aufeinanderfolgender Start in Torhout, geschweige denn ein Finish. Es sei denn, dass … meine Physiotherapeutin, Leen Van Damme, es noch hinkriegen würde. In den letzten anderthalb Jahren hatte ich schon dreimal eine ähnliche Blockade und sie hatte es immer relativ schnell wieder in Ordnung gekriegt. Natürlich musste ich dann 3 Tage später keinen Hunderter laufen, aber immerhin. Wie während einer schwierigen Phase in einem Ultralauf fasste ich mich und unter dem Motto „Stehen, gehen, laufen!“ versuchte ich wieder auf die Beine zu gelangen. „OK, erstes Ziel erreicht: Ich stehe wieder!“ Ich musste noch einen 1 Meter hohen Zaun überwinden und dann ging’s zum Telefon. 2 Stunden später wurde ich ein erstes Mal behandelt. Resultat: Ich fühlte mich noch schlechter. Abends versuchte ich ein Stückchen zu laufen, aber es ging nicht. Der Start in Torhout erschien mir in dem Moment ganz und gar unmöglich. Die 2. Behandlung am nächsten Tag hatte einen deutlich positiven Effekt. Nachher konnte ich wieder ohne allzu viel Schmerzen laufen, sei es sehr langsam. „Ich werde also doch starten können“, ging mir durch den Kopf. Nach der dritten Behandlung ging es noch etwas besser. Immer wenn ich gesessen oder Auto gefahren hatte, musste ich nachher wieder langsam in Gange kommen, aber zum Glück muss man während eines Hunderters weder sitzen noch Auto fahren. Wenn der Rücken es also aushalten würde, müsste ich das Finish erreichen können.
Wenn ich am Freitag etwa 12 Stunden vor dem Start aufstehe, spüre ich wieder eine Verbesserung. Eine Zeit unter 8St. ist vielleicht doch noch möglich. Die Wettervorhersage ist leider ungünstig: Regen und Wind. Der Regen ist weniger schlimm, aber Wind, das ist mein großer Feind. Normalerweise legt sich der Wind während der Nacht, aber diese Nacht soll er heftiger werden. Abwarten also.
Das Rennen dann: Es gibt wirklich viel Wind. Ich laufe nach einigen Kilometern in einer Gruppe, besser gesagt: Hinter mir hat sich eine Gruppe von Marathonläufern (sie starten gemeinsam mit dem Hunderter) gebildet. Das hat man davon, wenn man regelmäßig Pacer bei großen Marathons ist. Auch ohne Ballon haben einige mich erkannt. Es ist natürlich die umgekehrte Welt : Der Ultraläufer vorne und die Marathonläufer hinten, aber gut, nach zwei Runden muss ich sowieso noch drei Runden alleine weiter, also was soll’s. Nach gut 3St.13‘ bringe ich eine Frau ins Ziel die dank meiner Pacerarbeit ihre Marathonbestzeit läuft. Das habe ich dann heute wenigstens schon erreicht: Ich habe jemandem zu einer Bestzeit verholfen.
Nach 50K steht die Uhr auf 3St.51‘30“. Normalerweise geht’s mir in der zweiten Hälfte eines Rennens relativ gut, aber heute nicht. Der Wind wird immer stärker und verlangt mir zu viel Kraft ab. Leiste und Rücken protestieren und mein Tempo liegt zwischen Kilometer 60 und 97 über 5‘/Km. Es sieht danach aus, dass ich auch dieses Jahr die 8St. wieder knapp verfehlen werde. Für die letzten 3 Kilometer bleiben mir nur noch 13‘25“. „Alles oder nichts“, denke ich, während ich meinen 3 Kilometer langen Endspurt einsetze. Kämpfend und stöhnend und letztendlich auch jauchzend laufe ich nach 7St.59‘40“ durch das Finish. „Endlich, beim vierten Anlauf, geschafft!!!“


Gert Mertens
Belgischer Meister 100K M45 2011

Nachtrag von Gert am heutigen Abend (29. Juni): Ich habe gestern auch die Nachricht bekommen, dass ich als Mitglied der Belgischen Nationalmannschaft zur WM in Winschoten gehen darf. Ich werde zusammen mit Pieter Vermeesch, Gino Casier (Gewinner DUV-6-Stundencup 2010) und Yves Van Hoeck die A-Mannschaft bilden.

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Kai Horschig, Biel 2011

 

Biel im Schnelldurchgang:  Am vergangenen Freitag startete ich um 18.00 von meinem Basler Arbeitsplatz in Richtung Biel.
Hier im neuen Zielbereich am Expo-Gelände ohne Wartezeit die Startnummer in Empfang genommen und die Wertsachen abgegeben.
Auf dem Weg zum Start in der Innenstadt bemerkte ich dass ich meine Stirnlampe im Auto vergessen hatte und musste noch kurzfristig
meine Notfallfranken in eine kleine Taschenlampe eintauschen. Trotz der Aussicht auf nasse Veranstaltung verzichtete ich auf eine Regenjacke,
was auch später trotz sinnflutartigen Schauern nicht bereute, da die Temperaturen recht angenehm waren. Nach dem Start ging es in einer grossen Runde
durch Biel raus aus der Stadt. Durch eine Fehlleitung der Halb und – Marathonläufer wurde es schnell recht voll auf der Strecke und erst nach der
Ortschaft Oberramsern als die 100 km-Läufer alleine auf der Strecke waren wurde es angenehm still. Ich konnte die "Nacht der Nächte" richtig geniessen.
Es lief richtig gut, ich wartete auf die erste Krise, doch sie kam nicht, ich konnte ständig Läufer überholen und wurde selbst nur durch Staffelläufer eingeholt.  
So lief ich sehr zufrieden nach 8.30 Stunden ins Ziel. Dies bedeutet Platz 18 und in der AK 45 den 3. Rang.
 
Eine Frage hat mich jedoch während des gesamten Laufs beschäftigt. Hätte Dieter Baumann ( hab ihn bei km 45 das letzte Mal gesehen) eine Top- Platzierung erreicht, wäre er dann zur FG eingeladen worden und hätte er die Einladung wahrgenommen ???

 

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Antje Krause, Biel 2011

Auch wenn das Interesse am Bieler Hunderter offensichtlich nicht allzu groß ist, will ich dennoch meiner Pflicht genüge tun und einen kurzen Bericht für die FG schreiben.

Nach zwei Jahren Pause dachte ich, dass es wieder mal Zeit wäre, in Biel zu laufen. Der Kasselmarathon passte als Vorbereitungslauf gut hinein, fiel aber letztendlich wegen der Hitze mit gut dreieinhalb Stunden wesentlich langsamer aus als angedacht. Kurzfristig entschloss ich mich vor zwei Wochen, den Westerwaldlauf, auf den ich ganz zufällig gestoßen bin, als letzten langen Lauf zu absolvieren. Eine Veranstaltung, die absolut zu empfehlen ist. 50 Kilometer durch den schönen Westerwald, mit ordentlich Höhenmetern gespickt in absolut entspannter Atmosphäre. Gute Verpflegung unterwegs, schönes Start/Zielgelände und das zum mehr als fairen Preis von 10 Euro. Eine Seltenheit heutzutage, wo auch Landschaftsläufe in Mode kommen, die das vier-fünffache kosten und man seine Verpflegung sogar teilweise noch selbst mitschleppen muss. Dass es keine Zeitnahme und keine Siegerehrung gibt, stört keinen. Dass in der Ergebnisliste und auf der Urkunde dann die selbst gestoppte Zeit notiert wird, auch nicht. Ich hatte einen ordentlichen Muskelkater hinterher, aber das schöne Gefühl, noch was Gutes für Biel getan zu haben.

Biel selbst wollte ich so halbwegs ambitioniert laufen. Schauen, wer da ist, wenn möglich vielleicht auf´s Treppchen kommen und ansonsten aber vor allem nicht so leiden, wie bei den beiden letzten Läufen in Biel.

Beim Blick in die Starterliste war aber schon klar, dass es schwierig werden würde. Schon nach 20 Kilometern bekam ich die Info, dass vorn gleich mehrere Frauen waren, die richtig loslegten und schon einige Minuten Vorsprung hatten. Da ich mich knapp über 5 Minutenschnitt befand, war die Sache für mich damit erledigt. Die Bedingungen waren schwierig, teils heftiger Dauerregen bis fast zur Hälfte, viele Pfützen, teilweise sehr starker Wind machten es nicht einfach. Verlaufen habe ich mich auch gleich zwei mal (aus Unachtsamkeit), aber zum Glück habe ich es recht schnell gemerkt.

Über den Ho-Chi-Minh Pfad bin ich wieder gut drüber gekommen, das Stück hinauf nach Bibern habe ich auch noch mal etwas zugelegt, da die Info kam, dass sich der Abstand zu den beiden Frauen vor mir verringert hätte. Nach Biebern wusste ich, dass der dritte Platz außer Reichweite war. Zeitmäßig war es mir relativ egal, natürlich hatte ich vorher mit den neun Stunden geliebäugelt, doch schon bei Km 70 war mir klar, dass ich mich dafür würde richtig quälen müssen. Dazu war ich nicht bereit, vor allem, da ja in dieser Saison noch weitaus wichtigere Rennen anstehen. Fünfter Platz im Ziel, die Bielzeit um 20 Minuten verbessert, das ist für mich ein gutes Ergebnis. Am wichtigsten ist für mich, dass ich dieses Mal den Lauf wesentlich besser absolviert habe. Nachdem ich sonst bei den Steigungen regelmäßig gehen musste, konnte ich dieses Mal ohne Probleme alles laufen. Wer dazu noch mehr lesen will, kann ja auf Laufreport vorbeischauen, da gibt´s einen ausführlichen Erlebnisbericht.

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Ein erfolgreiches Lauffrühjahr 2011

Ich habe mir im November 2010 letzten Jahres Gedanken gemacht, wo es denn läuferisch 2011 hingehen soll, räumlich wie auch leistungsbezogen.
Nachdem ich in Basel 2010 die Norm für die 24-Std. WC in Brugg/Schweiz, die für Ende Juni 2011 angesetzt war, mit fast 234km erfüllt hatte und mir auf eine dritte Teilnahme im Nationaltrikot berechtigte Hoffnungen machen durfte, war dieser Wettkampf natürlich im Fokus. Als sich dann aber leider abzeichnete, dass die WC weder in Brugg noch anderswo in der Welt stattfinden wird, habe ich nach Alternativen geschaut.


Der Frühjahrshöhepunkt stand für mich dann mit dem 24-Std. Lauf in Delmenhorst recht schnell fest. Dies ist ja schon mehr oder weniger mein Hauslauf bei dem ich schon zum vierten Mal als Einzelstarter dabei war. Hier können immer mal Bekannte und Freunde vorbeikommen die mich laufen sehen wollen. Der Aufwand ist für mich mit eine Anreise von 50-60 km recht minimal.
In der Vorbereitung darauf sollte ein Ultrawettkampf stehen. So passte die 100 km-DM Ende April in Jüterbog sehr gut in meinen Plan. Mit meinem Vater als Betreuer habe ich mich auf dem Weg nach Brandenburg gemacht. Ich hatte mir dort vorgenommen knapp unter 8 Stunden zu laufen. Wie es dann bei mir so ist, wenn ich eine angeheftete Startnummer habe, kann ich mich nicht völlig bremsen. Wenn ich dann als 24-Stunden Spezi bei einer 100 km-DM dann auch noch Vize-Meister werden kann, was mir bestimmt nicht wieder passiert, dachte ich, dass ich bisschen Gas geben kann. Rausgekommen ist eine 7:35 Std. mit der ich hoch zufrieden bin.

So war also mein Ziel für Delmenhorst eine PB und die Norm für die 24-Std WC 2012 in Polen zu laufen. Ich hatte im Vorfeld gut trainieren können und auch keine schwereren Verletzungen zu beklagen.

Im Vorfeld hatte mich Michael Wolf in Jüterbog angesprochen, ob er und seine Athletin Grit Seidel bei meinem Vater und mir im Betreuungszelt mit unterkommen können. Ich habe mich sehr gefreut, da ich die beiden schon von meinen Nationalmannschafts-Einsätzen in Seoul 2008 und Bergamo 2009 kenne. Und natürlich ist es immer sehr von Vorteil wenn zwei Betreuer zur Verfügung stehen, die sich etwas ergänzen können. Am Start war auch Silke Gielen aus Hamburg die hier im Jahr 2008 den Lauf gewonnen hat und die ich auch vom Nationalteam aus Seoul kenne.

Der Start war wie gewohnt um 12 Uhr und das Wetter war die ganzen 24 Stunden gut. Kein Regen, nicht zu heiß, das ließ auf viel hoffen. Angelaufen bin ich im ersten Renndrittel im km-Schnitt von ca. 5:30 min, was wahrscheinlich etwas zu schnell war. Da ich mich aber gut dabei fühlte, habe ich mit dem Gedanken ein kleines Polster für schlechte Phasen anzusammeln, auch nicht nachgelassen. Diese Phase kam dann natürlich. Zwischen 2-4 Uhr in der Nacht war es ein „um die Runde schleppen“, was mir aber die ganze Zeit immer noch im Laufschritt gelungen ist. Nur eine knappe Runde habe ich mich dieses Mal mit Gehen auf der Strecke vorwärts bewegt, eine gute halbe Runde beim Essen und noch ein paar Meter im nächtlichen Motivationsloch aus dem mich Grit wieder mitgezogen hat. Und dann hat in der Nacht auch noch Jens Hilpert, den ich vom Wolfenbüttler 24er von 2009 kenne, die Führung übernommen. Ich wollte hier doch unbedingt noch ein drittes Mal gewinnen. Das war ein zweiter Motivationsschub.

Einiges an Zeit und Metern habe ich an der Bierbude vertrödelt. Klingt irgendwie blöd, aber so ist hier in Delmenhorst die grandiose Verpflegung untergebracht. Hier besteht bei mir noch Optimierung, um das nächste Mal, bei guter Vorbereitung, die 240 km-Marke zu durchbrechen. Das letzte Renndrittel lief wieder richtig gut, da ich mich selber vor meiner Motivation und meinem Durchhaltewillen gewundert habe. Am Ende stand mit 238,335km für mich eine neue PB, der Streckenrekord, mein dritter Sieg in Delmenhorst und die Normerfüllung. Ein sehr gelungener Tag an dessen Ende noch eine schöne Siegerehrung stand.

Der Delmenhorster 24-Stundenlauf ist aus meiner Sicht sehr empfehlenswert. Die Organisation, die Versorgung, Musik, Ansager, Publikum, die Stimmung - alles toll!
Sollte es nächstes Jahr mit der Nominierung klappen, würde ich den neunten Delmenhorster 24er wahrscheinlich schweren Herzens nicht voll laufen. Aber bis dahin vergeht noch einiges an Zeit und Laufkilometern.

Oliver Leu
Bremerhaven, 16.06.2011
 

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Ab und zu veröffentlichen wir hier Laufberichte, die aus vielerlei Gründen nicht in der ULTRAMARATHON abgedruckt werden können. Hier ist Dirk Karls Bericht von Basel:

Bei unserem Start für die 100 km in Biel hatten Timo, Ingo und ich uns 2008 bei Hansueli einquartiert. Damals verbrachten wir angenehme Tage mit Kost und Logis. Seit diesem Zeitpunkt stand ich in losem Kontakt mit Hansueli, der mir schließlich vorschlug, gemeinsam den 24h-Lauf in Basel in Angriff zu nehmen.
Ich stimmte dem kurz entschlossen zu, nichts ahnend welche Trainingsvorbereitungen auf mich zukamen. In den Schlusswochen standen Trainingswochen mit weit mehr als 200 km an und wurden Ultraläufe bis zu 12 Stunden absolviert. Nach einer letzten leichten Trainingswoche und zwei Tagen Pause reiste ich schließlich freitags früh an. Ich war mit einer der ersten auf dem St. Jakob-Sportgelände und konnte mein Zelt auf dem schmalen Rasenstreifen entlang des 1145 m langen Rundkurses aufschlagen. Dort kam ich gleich mit Peter, einem erfahrenen tschechischen Ultraläufer ins Gespräch und holte mir letzte Tipps für das Rennen.
Er bot mir an in seinem Stuhl sitzen zu dürfen, falls ich während des Rennens die Schuhe wechseln wolle. Ansonsten bestünde die Gefahr beim Kriechen in das Zelt nicht mehr hoch zu kommen. Der Planet brannte jetzt um High Noon und die Wettervorhersagen ließen auch für den kommenden Tag ein brandheißes Rennen erwarten. Mit meinem Zeltnachbarn, einem netten Iren aus London machte ich mich auf zum Ausflug nach Basel, wo wir am Rhein und im Botanischen Garten entspannten. Wir kehrten zur abendlichen Pasta-Party zurück, holten unsere Startunterlagen ab und unterhielten uns mit anderen Ultraläufern. Darunter waren einige wie der Schotte Les, für die es darum ging die Qualifikationsnorm für das Nationalteam jenseits der 200 km ( Dtl: 230 km ) zu knacken. Für einige weit Angereiste aus Brasilien oder den späteren Sieger Victor Rodionov aus Litauen aber auch Nationalläufer wie den Deutschen Kai Horschig ging es schlicht ums Gewinnen.
Alle Mitglieder des Veranstalters Sri Chinmoy Marathon Team waren ausnahmslos äußerst nett und zuvorkommend. Die Läufer die für das Sri Chinmoy Marathon Team starteten trugen alle zusätzlich indische Vornamen und ihnen sind Alkohol und Nikotin strikt verboten, ebenso wie ihnen der Vegetarismus Gebot ist.
Sie vertreten alle die Philosophie von der inneren Leere, meditieren täglich mindestens eine halbe Stunde vor dem Bildnis des Meisters den sie auch in einem Atemzug mit Jesus Christus nennen. Ich legte mich früh ins Bett um am nächsten Tag ausgeschlafen an den Start zu gehen. Am nächsten Morgen galt es vor dem Start nochmals mehrere Teller Bircher Müsli in sich rein zu schaufeln und zu entspannen. Viele taten das mit Musik und Kopfhörern, andere meditierten oder relaxten. Mein Schweizer Laufkollege reiste erst kurz vor dem Start an und nach dem obligatorischen Lauffoto machten wir uns auf zum Start. Dort erfolgten die letzten Instruktionen, unter anderem der Hinweis auf die drei Toilettenanlagen entlang der Strecke, den kühlen Ruheraum, und das Massagezelt sowie der Hinweis sich bei Pausen vom persönlichen Rundezähler über den jeder Läufer verfügte abmelden zu müssen,. Mit dem Rundenzähler stand man in persönlichem Blickkontakt und machte jede Runde mit Handzeichen auf sich aufmerksam. Bei 30 Grad Celsius ging es los und ich beging den absoluten Anfängerfehler bei der Hitze zu schnell anzugehen, sodass ich bereits nach drei Stunden Laufzeit unter massiven Ermüdungserscheinungen litt. Außerdem trank ich wie beim Marathon gewohnt nur schlückchenweise. Ich musste meine Laufgeschwindigkeit sehr drosseln. Nach mehr als 5 Stunden Laufzeit und zu dieser Zeit absolvierten 50 km entspannte ich erst mal im kühlen Ruheraum , wo ich auch prompt einschlief und nach ca. 20 Minuten geweckt wurde. Ich wechselte meine Schuhe, stieg von meinen 500 g schweren Bär Ultralaufschuhen auf die 180 Gramm leichten Brooks Green Silence um und begab mich zum Massagezelt, wo ich mich erst mal vom freundlichen italienischen Masseur reanimieren ließ. Danach ging es mir erheblich besser und ich begann die Ernährungsstopps zu intensivieren und annähernd jede Runde zu trinken. Literweise schüttete ich Wasser, Apfelsaft, Karamalz, Cola und Fencheltee in mich hinein. Käsekuchen, Mais, Schokolade, Brezel, vegetarische Brotaufstriche fanden den Weg in meinen Magen. Ich machte die Erfahrung, dass das, was in der einen Runde schmeckte schon in der nächsten Runde Bäh sein konnte. Schon als kleines Kind hatte ich Fencheltee gehasst, den ich von meiner Mutter immer bei Erkältungen verabreicht bekommen hatte. Jetzt trank ich ihn mit wachsender Begeisterung. Die Veranstalter des Selbsttranszendenzlaufes hatten Recht behalten, ich hatte mich selbst besiegt und ein Kindheitstrauma überwunden.
Die anfängliche Euphorie wich relativ schnell der Realität Schmittchen Schleichers. Ich begann, einige Runden zu Fuß zu gehen und setzte mir das vorläufige Ziel, die 100 km-Marke zu erreichen, was um 1 Uhr nachts schließlich der Fall war. Zwischen 1 Uhr und 2 Uhr 45 Uhr schaffte ich es gerade mal noch 4 Runden zurückzulegen, sodass ich ein Einsehen hatte und beschloss mich für 3 Stunden in meinem Zelt abzulegen. Hansueli versprach, mich um 6 Uhr zu wecken.
Relativ frisch und munter stand ich auf und konnte deutlich schneller als im 6-Minuten-Schnitt laufen. Ziemlich schnell waren die 120 km erreicht und ich nahm mir vor 160,4 km zu laufen, um die 100 Meilen–Grenze zu knacken. Jeder Läufer durfte beim Erreichen der 100 km, der 100 Meilen und der für mich utopischen 200 km-Grenze mit einer blauen Fahne geschmückt eine Ehrenrunde drehen. Ich hatte die Runden akribisch gezählt und war sehr enttäuscht und verärgert darüber als ich die 140 km-Markierung erst 4 Runden nach meiner eigenen Zählung erreichte. Die Gespräche mit anderen Läufern ergaben ähnliche Frustrationen. Doch hatte ich wenig Energie und Muße fruchtlose Diskussionen zu führen. Ich nahm das Tempo raus und spazierte einige Runden. Erst in den letzten 45 Minuten wachte ich wieder auf, machte nochmals Tempo und konnte tatsächlich noch 9 km zurücklegen. Jeder Läufer erhielt ca. 15 Minuten vor Schluss eine mit seiner Startnummer versehene Fahne, die es dann galt beim Schlusssignal an Ort und Stelle fallen zu lassen oder in das Grün zu stecken. Das Überreichen der Fahne und das merkliche Finale setzten bei allen Läufern noch mal Energien frei und in den letzten Minuten wurde noch mal Alles gegeben. Schließlich kamen wir zum Stehen, pausierten einige Minuten und machten uns auf den Weg zu den Duschen. Ein Blick auf die Ergebnisliste zeigte das ich 159,329 km und Hansueli 161,654 km erreicht hatte, was mich sehr freute, denn so hatte wenigstens einer von uns die 100-Meilen-Grenze überwunden. Nach raschem Zeltabbau und einer schönen und familiären Siegerehrung, bei der auch die Nichtplatzierten eine Geschenktüte mit Lebensmitteln und Medaille überreicht bekamen, endete die Veranstaltung.

Zum Abschluss trank ich im Sportpark noch ein Schlösschenbräu, welches bei intravenöser Verabreichung nicht weniger Wirkung hätte entfalten können. Alles in allem war es für mich eine sehr angenehme Erfahrung, da man über den Zeitraum von 3 Tagen in einem überschaubaren Teilnehmerfeld in angenehmer und entspannter Atmosphäre auch die Zeit für längere Gespräche und gemeinsames Essen findet. Eine Frage jedoch muss leider unbeantwortet bleiben. Wieviele Fußballpartien wurden auf den umrundeten Sportplätzen innerhalb der 24 Stunden absolviert und wieviele Tore dabei erzielt?
 

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2011 startete eher negativ für mich: am 6. Januar wurde ich wegen eines Leistenbruchs operiert. Zum zweiten Mal schon (Ende 2008 zum ersten Mal), also wusste ich schon einigermaßen, was mir bevorstand. Die Langdistanzpläne für 2011 (120K Texel, 24St. Steenbergen und Spartathlon) musste ich streichen, aber ich war mir sicher nach einigen Monaten harter Arbeit wieder fit zu sein.
Gut zwei Monate nach der OP, viel schneller als erwartet, lief ich meinen ersten richtigen Testlauf: In Stein schaffte ich 50K in 3St.43‘. Damit war ich trotz der erlittenen Schmerzen sehr zufrieden. Auch Limburgs Zwaarste mit seinen vielen Höhenmetern am 2. April war noch recht schmerzhaft aber immerhin ein gutes Training (60K in 5St.40“ und Platz 2).
Am 25. April lief ich dann ein erstes fast schmerzfreies Rennen in Texel (60K in 4St.49‘ und Platz 9).
Seit Mitte Mai läuft alles prima und fühle ich mich wieder super.
14/05/2011 Steenbergen Marathon: 2St.52‘ und Platz 2
29/05/2011 IJsselstein Marathon (126 Runden!): 2St.54‘ und Platz 1
4/06/2011 Amsterdamse Bos 50K: 3St.28‘ und Platz 2

Die Vorbereitung für die belgische Meisterschaft 100K am 17. Juni in Torhout müsste reichen für eine Zeit zwischen 7St.25‘ und 7St.50‘. Das wäre eine neue persönliche Bestleistung (im Moment liegt sie bei 8St.00‘08“). Abwarten wie das Wetter wird und wie die Form des Tages ist.

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