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Laufberichte

Marika Heinlein, die diesjährige Siegerin des 12 h-Laufs in Schwäbisch Gmünd:

Ich bin da hauptsächlich hin, um nochmal bissl was Längeres zu machen als Vorbereitung für Reichenbach (habe mich zwar
noch nicht für die DM angemeldet, hab`s aber, wenn nix dazwischen kommt, schon vor).


Schwäbisch Gmünd war ja 2005 mein erster 12h-Lauf und ich hatte ihn damals ja auch spontan gewonnen.


Irgendwie hätte ich das gerne wiederholt, was ja nun auch geklappt hat, aber mir fehlte diesmal schon vor dem Lauf die
Motivation, keine Ahnung warum?!


Wie auch immer, angemeldet war ich ja nun, also bin ich auch gestartet und unterwegs hab ich mir dann doch insgeheim
vorgenommen, zum Einen die 120km zu knacken und zum Anderen natürlich gewinnen!


Lustig war noch, dass ich in der letzten Stunde sogar gleichauf mit Josef war, was bis dato weder er noch ich wußte, aber
der "Sprecher" hat das ziemlich laut in jeder Runde zum Besten gegeben, woraufhin Josef dann nochmal ordentlich Gas
gegeben hat ... hinterher meinte er zu mir: " auf dich muss man ja richtig aufpasse ... " :-)


Na, im nachhinein bin ich natürlich froh, dass ich dort war und auch sehr zufrieden mit den erlaufenen Kilometern ;-)
 

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René Strosny war bei beiden auf der Strecke:

So langsam wird das mit den FG Berichten ja echt anstrengend ;-) deswegen hake ich mal twoinone ab:
 

Letzte Woche Rennsteig, gestern KUT:
Beide wollte ich als zügige und lange Trainingseinheiten absolvieren, aber ohne mich allzu sehr zu verausgaben.
Beim Rennsteiglauf war eine Zielzeit von 6:00 Stunden angepeilt. Die erste Hälfte bin ich flott angelaufen und habe versucht dieselben Zwischenzeiten bis zur Ebertswiese zu laufen wie im Vorjahr. Die zweite Hälfte des Rennens bin ich bewusst langsamer gelaufen und habe mein Ziel mit 6:01 einigermaßen getroffen. Durch die höheren Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit empfand ich es als anstrengender, als im Vorjahr.


Beim KUT gab es weder Zeit noch Platzierungsziel, sondern einfach nur lockeres Mitlaufen, Quatschen und Spaß haben. Trotzdem war es mein Ziel trotz der vielen Höhenmeter sämtliche Anstiege ohne Geheinlagen durch zu laufen, was mir bis auf die letzten 5 km auch gelang. Eric Tuerlings hat sich die härtesten Passagen bis zum Schluss (zwischen km80 und 85) aufgehoben. Stellen, an denen Eric Seile als Steighilfen angebracht hat, lassen sich aber auch echt schlecht laufen. Mit meiner Zeit von 9:00 Stunden und völlig lockerer Muskulatur bin ich absolut zufrieden und der KUT hat mir einfach nur Spaß gemacht!


Jetzt packe ich für’s Bergische Land und werde mich dort 5 Tage austoben! URLAUB!
 

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Manuela Röder war in Hamburg am Start:

Die Vorbereitung stimmte, genügend Trainingskilometer, keine krankheitsbedingten Ausfälle und positiv absolvierte Trainingswettkämpfe. Die Motivation war 100%ig gegeben, nur das Wetter verhieß nicht Gutes. Keine guten Läuferbedingungen, viel zu warm und eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit, dazu noch zunehmender Wind. Die ersten 21 km spulte ich locker ab. Bis KM 30 stimmte das Tempo. Dann musste ich der Hitze Tribut zollen. Die Verpflegung bei einem der größten Marathonläufe in Deutschland stimmte überhaupt nicht. Die Eigenverpflegung habe ich NIE gefunden. An den Getränkeständen gab es nur Wasser (Hamburger Brunnenwasser) und blaues „Schlumpfgetränk“, was eigentlich nur in den Augen brannte. Mit isotonischem Getränk hatte das nichts zutun. Die von vielen Läufern erwartete Cola habe ich gar nicht gesehen. Ich habe viele Teilnehmer auf Tragen gesehen. Die letzen 10km haben Etliche als Fußmarsch zurückgelegt. Am Ende reichte es bei mir zu einer Zeit von 3:06h. Die Außentemperatur betrug zu diesem Zeitpunkt 28 Grad. Ich hatte mir mehr vorgenommen, bin aber überhaupt kein Hitzeläufer. Daher muss ich zufrieden sein.
Platzierung: Gesamt 25
AK 4
 

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Dorothea Pfeffer (12 h)

Müde zum Sieg in Basel

Seit Wochen habe ich mich schon auf den 12-Std. Lauf in Basel gefreut. Die gesamte Atmosphäre habe ich dort im letzten Jahr bereits sehr genossen.
Ich reiste mit dem Zug an. Durch Umleitungen und Ausfälle kam ich recht aufgewühlt aber wenigstens noch pünktlich 3 Std. vor dem Start im St. Jacob Stadion an.
Zu der schon dazugehörigen Anspannung machte sich kurz vor dem Start ein Gefühl von Müdigkeit und Erschöpfung bemerkbar; aber jetzt war es zu spät, um auszuruhen...
Ich wählte meinen angepeilten 6 Min. Laufschritt. Von Anfang an fühlte der sich aber gar nicht so langsam und locker an, wie ich es gewohnt war; im Nachhinein sicherlich auch ein Zeichen meiner Müdigkeit.
Die Temperatur hatte sich auf 10 Grad runtergekühlt. Die 24 Std. Läufer hatten am Nachmittag bei der Hitze schon ganz schön gelitten. Die Sonne blieb auch am nächsten Vormittag zunächst hinter den Wolken. Die Hitzeschlacht bekamen wir dann aber noch einmal die letzten 2 Std. vor Zielende heftig zu spüren.
Zu der Müdigkeit machte sich während der Nacht zusätzlich heftige Übelkeit bemerkbar, die jedoch bei Tagesanbruch deutlich nachließ. In der Frauenwertung führte ich von Anfang an. Aber schon nach der Hälfte des Rennens wurde mir klar, dass ich es nicht schaffen würde, mein Ergebnis aus dem letzten Jahr zu verbessern. Ich fing an das Tempo zu verringern, in der Hoffnung, damit besser zurecht zu kommen. Von Runde zu Runde wurde mein Schritt kürzer und die Zeit schlechter. Durch Maya Lukas, die als Zweitplatzierte ein vergleichbares Tempo lief, wurden meine müden Geister am frühen Morgen jedoch wieder geweckt. Ich hätte den Lauf auch weiter „verschlafen“ können, aber dann wäre wohl nicht das Ergebnis dabei herausgekommen.
Die Unterstützung am Streckenrand war einfach grandios. Michael, ein Lauffreund, war extra aus Bönen nach Basel angereist und hatte mich damit überrascht. Er war unermüdlich im Einsatz, mich zu versorgen und mich auch immer wieder mental aufzubauen. Er fieberte und litt richtig mit.
Aufgrund der Hitze habe ich die letzten 2 Std. noch mal echt kämpfen müssen.
Über meinen Sieg konnte ich mich zunächst gar nicht richtig freuen, da meine Müdigkeit weiterhin sehr dominierte. Als ich im Anschluss dann erfahren habe, dass ich mit 113,696 km einen neuen deutschen Rekord in meiner Altersklasse W50 aufgestellt habe, war meine Freude am nächsten Tag doch riesig.
 

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Oliver Ruf

Zu diesem Lauf habe ich mich auf Grund der Nähe (eigentlich in Laufreichweite ca. 60km) noch nachgemeldet, um weitere Erfahrungen im 24 Stunden-Lauf zu sammeln (der 2te) und verschiedenes zu testen.
Meine Trainingsläufe konnte ich ohne Problem absolvieren, wobei ich außer 2 Wochen über 140 km noch kein 24 Stunden-Lauf spezifisches Training aufgenommen hatte. Mein längster Trainingslauf betrug gerade mal 60 km und ich hatte auch noch keine Doppeldecker im Programm. Wie würde Kaiser Franz sagen „schaun ma mal“.
Als Betreuerin hatte ich meine Schwester Heike dabei, die mich die komplette Zeit hervorragend versorgt hat, danke Schwesterherz.
Bei herrlichem Schwimmbadwetter startete der Lauf um 12 Uhr mittags, puh. Die Temperatur stieg auf über 30°C und mein Puls über den anvisierten Grenzbereich, egal plus 10 Schläge sind bei diesem Wetter OK. Nach 1,5 Stunden war ich dann richtig eingelaufen. Ich wunderte mich, wie bereits 2010 in Rockenhausen, über das hohe Tempo der mich überrundenden Läufer, na die werden ja wissen was sie tun, sind ja erfahrene Leute. Am Abend merkte ich, wie mich die Mittagshitze doch belastet hat und nahm etwas Tempo raus, eine lange Nacht und ein heißer Endspurt lagen ja noch vor mir.
Eine interessante Erfahrung für mich war auch das manuelle Rundenzählen und die Reaktionen aller Zähler, wenn man plötzlich auf der Anzeigentafel auftaucht. Da wird man dann plötzlich von mehreren Zählern angefeuert und mit Informationen versorgt.
Eine anstrengende Sache und nicht nur für die Zähler, die mehrere Stunden am Streckenrand sitzen und auf ihre Läufer warten. Meinen herzlichen Dank an dieser Stelle an alle Zähler fürs zählen und anfeuern.
Obwohl ich mit „angezogener Handbremse“ meine Runden drehte, landete ich dann irgendwann auf Platz 2 auf der Anzeige, hinter Victor Rodionov und 1 km vor Jürgen Wenzel, dem Sieger des DL2010. Mit der Zeit wuchs der Vorsprung auf Jürgen dann auf 4 km an und ich schenkte der Anzeige keine Aufmerksamkeit mehr. Um 24 Uhr startete der 12 Stunden-Lauf und es wurde kurzfristig etwas unruhig auf der Strecke, bis sich die Meute auf dem Rund verteilt hatte.
Zwischenzeitlich begleitete mich eine Fahne auf der Runde und zwar beim erreichen der 100km-, 100Meilen- und der 200km-Marke, tolle Sache, da wird man dann eine Runde lang beglückwünscht , beklatscht und angefeuert.
Nach ca. 20 Stunden dann wieder ein genauer Blick auf die Anzeigetafel, 10 km Abstand nach vorne und hinten und die Luft (Lust) war raus. Also, neuer Plan zur Güte, „du läufst jetzt noch 3 Stunden und wenn der Vorsprung groß genug ist, gehst du die letzte Stunde“. Und so habe ich es dann auch gemacht, „die Regeneration beginnt auf der Strecke“, wie ich bei Etappenläufen immer gerne sage.
In dieser Zeit drehte ich auch einige Runden mit „Ebbe“ (Dr. Beat Knechtle, einer der besten Ultratriathleten, beginnt seine Sätze oft mit „Ebbe,...“ daher „Ebbe“ seit dem DL2007). Er macht im Ultrabereich auch regelmäßig medizinische Studien und hat mir so nebenbei seine Ergebnisse zur Flüssigkeitsaufnahme bei Ultraveranstaltungen erläutert. Und ich hatte wieder etwas gelernt, ich vermute nun, dass meine häufigen Besuche auf dem Töpfchen durch zu viel Flüssigkeitsaufnahme während des Laufes herrührten. Vielleicht starte ich dieses Jahr noch in Biel, da Ebbe dort eine Hormon-Studie über die Probleme des Magen-Darm-Trakts bei Läufern durchführt.
Nach 23 Stunden und 50 Minuten hatte ich dann die 215 km voll und beschloss, die anderen Läufer mit meiner Schwester am Verpflegungsstand anzufeuern. Nach dem Laufen schmeckt ein alkoholfreies Weizen immer am besten, mhhhh lecker.
Mit dem zweiten Gesamtplatz und dem ersten in der Hauptklasse bin ich schlussendlich mehr als zufrieden. Die Siegerehrung mit Tegla Loroupe als Preisüberbringerin war natürlich etwas besonderes, wie die komplette Veranstaltung. Da komme ich bestimmt wieder.
Meinen herzlichen Dank an die Organisatoren und die wichtigsten Leute bei so einer Veranstaltung, die freiwilligen Helfer. Ebenfalls danken, möchte ich allen Läufern und deren Betreuern für die meist leider nur kurzen Dialoge, für anfeuern, aufmuntern und teilweise mitbetreuen.
Mit sportlichem Gruß
Oliver Ruf
www.linkslaeufer.de
 

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Kai Horschig

Soll man über einen Lauf berichten, wenn man ihn am liebsten schnell vergessen will ?
Ich hatte mir viel vorgenommen an meinem "Heimspiel" im 5 Minuten von meinem Schweizer Arbeitsplatz entfernten St. Jakob Park in Basel.
Die Vorbereitung lief sehr gut, viele lange Läufe, keine körperlichen oder muskuläre Probleme liessen mich zuversichtlich an den Start gehen.
Für mich war jedoch der Wettkampf zu Ende, bevor er eigentlich so richtig begonnen hatte. Acht Stunden lief ich in einem Tempo in welchem ich mich sehr wohl fühlte
und hatte keinerlei Sorgen und Probleme. Doch auf einmal kündigten sich die ersten Krämpfe an welche von Runde zu Runde schlimmer wurden.
Dies ging so weit dass ich mich keinen Schritt mehr vorwärts bewegen konnte. In der Folge bekam ich massive Kreislaufprobleme und musste mich übergeben.
Somit war für mich nach 92 km der Lauf vorbei. An was es gelegen hat ? Sicherlich sind 32 Grad zu dieser Jahreszeit nicht die Regel und haben dafür gesorgt dass ich trotz
regelmässigen einnehmen von Salztabletten und "trinken was reingeht" in ein Flüssigkeitsdefizit gelaufen bin. Am Sonntagmorgen zeigte die Wage jedenfalls fast 6 kg weniger
als am Vortag an. Mein Fazit mit etwas Abstand: 1. ich glaube nicht dass ein etwas geringeres Tempo meine Probleme verhindert hätte. 2. Man muss auch die Signale seines Körpers
akzeptieren und aufhören können. 3. Der nächste Lauf kommt bestimmt .
 

 

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Heike Christ

Die große Hitzeschlacht in Basel

An den 24-Stundenlauf in Basel hatte ich nach meinem Erfolg im letzten Jahr natürlich nur die besten Erinnerungen. Die Sportanlage in Basel ist wunderschön und die Veranstaltung sehr gut organisiert. Außerdem sah ich auf der Startliste viele Namen von Läufer/innen, auf die ich mich freute! Also, warum nicht wieder nach Basel gehen, ist ja keine Weltreise vom Schwoabaländle in die Schweiz.

Tja, das liebe Wetter - eine Begebenheit, die man nicht beeinflussen kann und trotzdem sind mir 32 Grad und knallige Sonne einfach zu heiß! Und das ging natürlich nicht nur mir so. Start um 12.00 Uhr – Mittagshitze! In den ersten 7 Stunden hatte die Temperatur schon vielen der 90 Starter/innen mächtig zugesetzt, somit waren leider viele Ausfälle zu beklagen. Ich hatte mein Tempo sehr gedrosselt um nicht zu viele „Körner“ – also „Kraft“ - zu verlieren, das zahlte sich in der Nacht aus. Die Tiefsttemperatur lag bei ca. 10 Grad. Abgesehen von der hohen Temperaturdifferenz zum Tag, gute Bedingungen. Trotz der obligatorischen Tiefpunkte, die einem teilweise auch der Biorhythmus aufzwingt, kam ich gut voran. Wenn die Nacht zu Ende geht, ist das zwar gut für die Seele, aber die aufsteigende Sonne verheißt in so einem Fall auch wieder steigende Temperaturen. Die letzten 5 Stunden waren für mich dann besonders hart, es lief nicht wirklich „rund“, die große Hitze vom Vortag hatte viel Kraft gekostet, die mir nun fehlte. Mein Wunschziel von 210 km konnte ich somit nicht ganz erreichen, bin aber mit den 207,054 km, unter diesen schwierigen Bedingungen, absolut zufrieden. Die Titelverteidigung in Basel war geschafft.

Der Schweizer Fernsehsender „Tele Basel“ hat mich und einige andere Läufer während des Wettkampfs begleitet und wird einen Beitrag hierrüber senden. Ich hoffe, dass der Fernsehbericht ein gutes Licht auf unseren Sport wirft und ich mich bei den Interviews „ordentlich“ benommen habe! ;-)

Mein ganz besonderer Dank geht an meinen Betreuer Andreas der sich sehr intensiv um mich gekümmert hat und mir auch mental zur Seite stand.

Ganz zum Schluss noch ein paar Eindrücke die ich so als Sportlerin nicht kenne, die ich aber sehr interessant finde. Eindrücke meines Betreuers Andreas:

Die Atmosphäre bei so einer Veranstaltung ist gigantisch! Die Organisation, die Läufer und das ganze Drumherum. Aus Betreuersicht: Man lebt für gut 24h in einer kleinen Zeltstadt (ca. 6m Grünstreifen entlang von 200m Laufstrecke), in der Scharen von Betreuern und teilweise die Läufer selbst herrichten, anrühren, abfüllen, kochen, verarzten, schlafen, reden, lachen, leiden usw. – kurz: LEBEN! – Und das nur mit dem alle vereinenden Ziel, „ihre(n)“ Athleten während des Laufs zu versorgen!

Mein Arbeitsplatz: Ein Biertisch (die breite Version!) zu 2/3 voll mit Flaschen, Fläschchen, Kanister, Bechern, Pulvern, Besteck, Tellern, Thermoskanne, Tupperdosen, Döschen, Tuben (daher auch die Verwechslung von Hirschtalg und Sonnencreme!) und natürlich meiner super wichtigen Zeit/km-Liste, WANN ich Heike WAS verabreicht habe! ;-)

Das Verhältnis zwischen den Betreuern habe ich ähnlich erlebt, wie das zwischen den Läufern (wahrscheinlich ist das auch das Schöne daran für Nichtläufer, die sich dafür zur Verfügung stellen). Jeder hilft jedem mit allem aus, was man so braucht und wenn Unterstützung bei der Versorgung oder beim Verarzten erforderlich ist, wird niemand abgewiesen. Auch wenn die Läufer sich gerade auf der Strecke „duellieren“ und gerade um die Platzierung kämpfen – es wird jedem jeder km gegönnt und auch die „Konkurrenten“ werden angefeuert (die leiden nämlich irgendwann genauso!).

Der Betreuer von Heikes Verfolgerin nach ca. 19h zu mir: „Na, unsere Mädels müssen heute noch ganz schön was leisten, was?“ ;-)


 

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Bei der 100 km-DM waren auch einige Fördergruppenmitglieder auf der Piste. Lest die bisher eingegangenen Berichte von René Strosny, Elke Musial und Nicole Benning:

 René Strosny:

Obwohl die deutsche 100km Meisterschaft nicht mein ausgesuchter Frühjahrshöhepunkt war, bin ich nicht völlig unvorbereitet, aber in guter Form, mit meiner Angie ins brandenburgische Jüterbog, im Fläming, gereist.
Sicherlich ist eine frühere Terminbekanntgabe für eine Jahresplanung günstiger, aber für uns war die
DM trotzdem ausreichend vorangekündigt. Am Abend vor dem Lauf gab es zu den Startunterlagen eine hilfreiche Veranstaltungsinfo in A4 Papierform, die im Internet veröffentlicht, so die ein oder andere Diskussion überflüssig gemacht hätte.


Den Freitagabend haben wir mit einer Kennenlernrunde auf der Skatepiste und einem familieninternen Abendessen in der Taverne „Achilles“ ausklingen lassen.


Am Samstagmorgen sind wir bei laufoptimalen Temperaturen gestartet. Dass die Temperaturen noch im Verlaufe des Tages ansteigen würden, hatten wir auch so erwartet. Dass der Wind auf der zu 80% offenen Strecke von Stunde zu Stunde zulegte, war weniger schön. Dennoch ist die Runde sehr schön und mit den leichten Steigungen auch ideal für mich. Nachdem ich nach der ersten Runde über einen Fotografen getrampelt bin, um an meine Flasche zu kommen, brauchte ich eine weitere Runde, um locker zu werden. In der Dritten war’s soweit. Ich beschleunigte kräftig für die nächsten zweieinhalb Runden. Im Nachhinein zu viel. Bei enormem Krafteinsatz bei diesen Windverhältnissen. So habe ich in den Runden sechs und sieben stark abgebaut, ein paar Gehpausen eingelegt und ernsthaft über Aufgabe nachgedacht. Aber nur, weil das Zeitziel sich von mir verabschiedete, wäre ein Ausstieg zu billig gewesen. Ich hab‘ ja mal gehört, dass Ultraläufer mental sehr stark seien und das habe ich ausprobiert. So bin ich wenigstens zur Holzmedaille gelaufen.
Mit einer Zeit deutlich unter 8 Stunden könnte ich eigentlich zufrieden sein. Familientechnisch habe ich trotzdem schlecht dagestanden, meine Angie in der W45 Bronze, mein Vater Wolfgang in der M60 Bronze, meine Mutter Evi in Betreuung Gold.
Ich glaub‘ ich muß mal wieder üben
 

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Erstens kommt es anders ... (Teil 2) (Nicole Benning)

... so läßt sich mein Erlebnis der DM 100 km in Jüterbog kurz zusammenfassen. Vorbereitung gut, Form sehr gut, alles bestens. Ein guter 100er hätte es werden sollen. Am Start war ich einigermaßen optimistisch, wenngleich voller Respekt, denn 100 km verdienen meiner Meinung nach immer einer besonderen Beachtung. Am Tag vor dem Rennen waren wir Schwaikheimer die Strecke abgefahren, ich fand sie sehr schön, was auch mein Eindruck nach der ersten Runde war. Ich hatte mir vorgenommen, nur mein eigenes Rennen zu laufen und setzte dies auch in die Tat um. Der ständige Gegenwind störte mich natürlich, aber darüber machte ich mir keine weiteren Gedanken, schließlich hatten alle mit dem Wind zu kämpfen. Ein wenig unschön war, dass ich praktisch ab der zweiten Runde völlig alleine lief, vor mir niemand, hinter mir auch nicht. Viel mehr störte mich allerdings ein seltsames Ziehen in meinem linken Bein. Seit der Anreise nach Jüterbog war es da und ich wusste nicht woher und warum. Es begann in Runde zwei am Rücken und strahlte irgendwie ins Bein - völlig unerklärlich. Mit meinen Rundenzeiten war ich zufrieden, in der Beziehung alles bestens. In Runde vier strahlte das Ziehen bis in die Zehenspitzen, ich dachte kurz darüber nach, dass das weitere fünf Runden kein Spaß sein wird. In Runde fünf musste ich kurz anhalten, um meine Schuhschnürung zu öffnen, weil ich das Gefühl hatte, der Fuß wird von diesem seltsamen Schmerz taub. Mein Kopf setzte sich mit der Vorstellung von weiteren vier Runden (= 44 km) auseinander und es wurde mir klar, dass das nicht das sein würde, weshalb ich nach Jüterbog gereist war. Lange Rede kurzer Sinn: Ich stieg nach Runde fünf aus. Erst war ich darüber sehr froh, das gute Zureden der Betreuer im Start-Ziel-Bereich konnte mich nicht zum Weiterlaufen bringen. Dann fiel ich in ein dunkles Loch und war zutiefst enttäuscht. Saisonhöhepunkte stellt man sich anders vor.

Am Ausstieg hatte ich nicht nur am Tag der Meisterschaft und am darauffolgenden Sonntag zu knabbern, das dauerte schon etwas an. Auch weil ich nun so völlig planlos dastehe. Was ich als nächstes größeres Laufziel vor habe ist offen, ich warte ab, was kommt und muss erst diese unerklärlichen Schmerzen im linken Bein, die mittlerweile in der Wade sitzen, in den Griff bekommen. Und dann drücke ich auf "reset" und suche mir einen neuen Höhepunkt, auf den ich mit viel Freude trainieren kann.
 

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Ein anderer Laufbericht – geplatzte Träume (Elke Musial)

Die dt. Meisterschaften im 100km Straßenlauf waren mein Ziel und gleichzeitig mein Traum von einer Bestzeit. Gestern ist nun der Traum geplatzt. Seit Wochen habe ich viel Zeit und Energie in die Wettkampfvorbereitung gesteckt. Alles lief nach Plan. Die Zwischentests über verschiedene Distanzen liefen gut. Somit stand dem 100km Lauf eigentlich nichts im Wege.
Doch dann nahmen in den letzten Wochen die Rückenschmerzen zu und auch ärztliche Behandlung + Physiotherapie brachten nichts. Ich war fest in dem Glauben, dass ich diesen Schmerz ausblenden könnte oder dass dieser überdeckt wird, durch die Anstrengung. Also fuhren wir am 29.4. nach Jüterbog, holten die Startunterlagen und schliefen sogar verhältnismäßig gut vor so einem Wettkampf. Am Morgen leuchtete uns ein strahlend blauer Himmel entgegen. Normalerweise sehr schön, aber es versprach warm zu werden. Dazu ein viel zu starker Wind und eine Strecke die sich an Feldern vorbeizog und logischerweise - Asphalt.
Für eine deutsche Meisterschaft gingen sehr wenig Läufer an den Start und die Verpflegung entpuppte sich auch als sehr dürftig und aus meiner Sicht nicht ultratauglich, so dass ich froh war, dass Steffen mich mit ein paar Dingen versorgen konnte. Am Start erschien es mir sehr kühl, aber kaum dass wir gestartet waren, änderte sich dies. Wir liefen anfangs in einer sehr angenehmen Truppe. Bis Runde 2 war ausreichend Abwechslung durch die Gespräche da. Ich konnte noch ab und zu meinen Rücken ausblenden. Es folgte Runde 3 und die Gruppe wurde ruhiger und zerfiel langsam. Ich dachte: „Bloß nicht alleine laufen. Irgendwo Ablenkung suchen.“ Ich wollte noch ein wenig an Antje Krause, eine sehr nette Läuferin dran bleiben, auch wenn ich wusste, dass ich das irgendwann aufgeben muss. Inzwischen setzte ich den rechten Fuß schon schmerzschonend auf, was umgehend andere Schmerzen hervorrief. Es war also nicht die Lösung. Ich ging in Runde 5 und überlegte 11km was ich mache. Die Entscheidung auszusteigen, kannte ich noch nicht, aber aus eigenen Erfahrungen und den Erfahrungen von Lauffreunden wusste ich, wie langwierig es werden kann, wenn man mit diesen Schmerzen bis zum Schluss läuft und auch dann nicht weiß, ob man es überhaupt bis zum Schluss schafft. Einmal vernünftig sein! Also stieg ich nach Runde 5 bei km 55 aus. 11 km hatte ich darüber nachgedacht, aber was dann kam, hatte ich nicht erwartet. Schlagartig rutschte ich in ein tiefes Loch und bereute schon diese Entscheidung. Der Betreuer vom Nationalteam Deutschland kam vorbei und versuchte mich aufzumuntern. Was hängen geblieben ist sind die Worte: „Manchmal ist eine Niederlage ein größerer Gewinn an Erfahrungen, als ein Sieg.“ Er gab mir auch noch kleine Tipps, für die Rückenmuskulatur und hatte sofort erkannt, dass meine Laufhaltung noch etwas verändert werden müsste. (Danke an Michael Wolf.)
Noch hänge ich in dem Tief und frage mich, ob es das für die Ultradistanzen jetzt war. Nun gibt es mehrere Barrieren – der Rücken, kopflastig ausgestiegen, Trainingsumfang und der derzeitige Leistungsstand. Diesmal konnte mich auch mein Glückssteinchen nicht retten. Wir sind dann zur Hochzeit von einer Lauffreundin gefahren, die seit Monaten mit einer Fußverletzung kämpft. Sie war damals bei einem Wettkampf nicht ausgestiegen. Der schöne Abend tat gut, auch wenn ich gedanklich nicht wirklich von dem Lauf weg kam.
 

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