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Großer Sport und kleine Dramen

Am 13. April 2013 fanden im Bundesleistungszentrum Kienbaum die 26. Deutschen Meisterschaften im 100-km-Lauf statt. Die Sieger heißen bei den Frauen Pamela Veith (8:10:53h), bei den Männern Andre Collet (6:56:22h) sowie die Gemeinschaft aller Ultraläufer.

Bei günstiger Witterung, guter Organisation und harmonischem Miteinander aller an diesem Sport interessierten nahmen 118 Läuferinnen und Läufer das Meisterschaftsrennen auf. Auf der Strecke befanden sich noch weitere 26 Läufer des offenen Laufes sowie 27 Kurzultras auf der halben Distanz.

Der Ultrasport hat seine eigenen Gesetze – und so mussten Tanja und Jörg Hooß, beide deutsche Meister des Jahres 2009 und als Mitfavoriten zumindest auf das Podium gehandelt, nach jeweils gelaufenen 50 km das Rennen beenden. „Wir müssen noch einmal die Vorbereitung analysieren, wir waren beide nicht so frisch, wie wir uns das vorgestellt haben." kommentierte Jörg wenige Minuten nach Abbruch. Ich denke, wir hören von beiden noch in diesem Jahr. Ebenso wie diese beiden mussten fast dreißig Läuferinnen und Läufer erkennen, dass an diesem Tag 100 km einfach zu weit waren. Mit 87 Zieleinläufen bewegt sich die 26. Meisterschaft eher im Bereich der schwächer besuchten Meisterschaftsrennen.

Stark jedoch das Auftreten der Männer an diesem Tag – im Schnitt der acht besten Leistungen war das diesjährige Rennen nach 2008 das zweitschnellste der letzten acht Jahre. Mit Hans-Jörg Heiner meldete sich ein Läufer auf dem Podest der vor 8 Jahren bereits 100km gelaufen ist, der jedoch in der Ultralaufszene getrost als Neuling bezeichnet werden darf. Seine Zeit von 6:59:42h berechtigt angesichts der Tatsache das er mit einer Grundgeschwindigkeit von aktuell 1:07h auf Halbmarathon über enorme Grundschnelligkeit verfügt zu allergrößten Hoffnungen. Ebenso stimmt es zukunftsfroh das mit Jan-Hendrik Hans der jüngste Läufer des Feldes (Jg. 87) nicht nur den vierten Platz belegte sondern zugleich seine Vorjahresbestzeit um 18 Minuten steigern konnte. Das Podium der M 35 unterstützt diese Hoffnung, denn hier hat der bisher eher durch beständig gute Platzierungen beim Rennsteiglauf auffallende Christian Jakob seine PB um 10 Minuten gesteigert und hat damit erstmals die P-Kadernorm des DLV von 7:40h ebenso unterboten wie der in der M40 startende Jürgen Kiebler aus Isny. Mit Florian Böhme folgt ein weiterer Sportler der M35, zwar fünf Minuten an der Norm vorbei aber mit einer Steigerung der PB um 69 Minuten! Zu Andre Collet und Hans-Jörg Heiner gesellte sich der Altmeister Michael Sommer. Seine 7:08:17h hätten in den letzten vier Jahren immer zum Sieg gereicht. Ich vermute aber das Michael als Disziplinverantwortlicher 100km die positive Entwicklung an der Spitze erfreut registriert haben wird. Seine Freude über den dritten Platz im Zieleinlauf war sehr sympathisch!

Dem Frauenrennen drückte die spätere Siegerin Pamela Veith von Anfang an ihren Stempel auf. Eine Durchgangszeit von 3:53h nach 50km ließ die Beobachter staunen, allseits wurde gerechnet und spekuliert. Pamela bewegte sich damit nur drei Minuten über ihrer PB 50km. Ihr Mut wurde mit dem Sieg und der B-Kader-Norm belohnt. Die zweite und Meisterin des Jahres 2008, Branka Hajek, lief ein relativ ungefährdetes Rennen und konnte sich am Ende über 8:25:41h freuen. Ein spannendes Duell lieferten sich Barbara Mallmann und Gabriele Kenkenberg um den dritten Platz auf dem Podium. Barbara war dabei die endschnellere Läuferin. Nachdem sie das letzte Jahr fast komplett pausiert hat ist es ihr mit ihrer Zeit von 8:36:10 h gelungen, an die sehr guten Ergebnisse aus 2008 und 2009 anzuknüpfen. 71 Sekunden fehlten bis zur B-Kadernorm, aber ich denke, das Barbara mit dieser Leistung für ausreichend Aufmerksamkeit gesorgt haben wird. Gabriele Kenkenberg, sonst auch viel im Gelände unterwegs, hat mit 8:39:23h ihre gute Vorjahresleistung nicht nur bestätigt sondern um neun Minuten verbessert.

Hinsichtlich der Mannschaftswertungen gibt es nicht viel Neues zu vermelden. Diese Feststellung soll die Leistungen der erfolgreichen Teams nicht schmälern. Leider ist es noch immer so das gewinnt, wer als Team durchkommt. Respekt also vor den Kemptenern, denen dies bei den Frauen und Männern gelang (Männer: M 50 / Frauen: W 35  ...und schöne Jacken hatten sie auch!). Die Schwindegger haben vier Herren ins Ziel gebracht und waren damit in der AK M40/45 erfolgreich und zugleich auch Deutscher Mannschaftsmeister in der Hauptklasse. Nach großem Kampf gegen das Zeitlimit sicherte schließlich Daniela Dilling den Frauen der LG Nord Berlin ein Mannschaftsergebnis, was damit zur Silbermedaille reichte.

In einer Kategorie, die nicht in der Ausschreibung zu finden war, wurden wir Zeuge einer ganz besonderen Leistung. Mit ihrem Laufbegleiter Ralf Milke erzielte die für den PSB 24 Berlin startende Regina Vollbrecht mit 9:47:01h eine deutsche Bestleistung für blinde Läuferinnen. „Nebenbei" errang sie damit den 1.Platz in der AK W 35 und platzierte sich als 12. im guten Mittelfeld. Bemerkenswert neben der Leistung von Regina war dabei auch die von Ralf: er lief ebenso wie sie erstmals 100km, also doppeltes Neuland.

Als Fazit dieser Meisterschaft sehe ich eine gut aufgestellte Spitze, hoffnungsvollen läuferischen Nachwuchs insbesondere bei den Männern und teilweise begeisternde Leistungen in den höheren Altersklassen (Norbert Hoffmann, M 70, 9:31:59h!!! / Ulika Schulz, W 50 , 9:09:52h). Eine verlässliche Organisation im Team um Gert Schlarbaum sowie ein erstarktes „Wir-Gefühl" aller an der Vorbereitung und Organisation Beteiligten. Einziger Wermutstropfen dieser schönen Veranstaltung ist die Melde- und Starterresonanz. Ob die schnellen, leichten Antworten (harter Winter, „Randlage" in der Republik) ausreichen um den tendenziellen Melderückgang in dieser schönen Disziplin zu erklären weiß ich nicht. Innerhalb der DUV werden wir uns dieses Problems mit besonderer Aufmerksamkeit annehmen.

Jörg Stutzke

 

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