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01 kSelektives Rennen bei der Deutschen DUV-Meisterschaft im Ultratrail

Bei herrlichem Wetter fand am Samstag in Reichweiler die 14. Deutsche DUV-Meisterschaft statt. Rudi Döhnert und Pamela Veith hießen am Ende die überlegenen Sieger und der TV Jahn Kempten gewann die Mannschaftswertung. Trotz der schweren Strecke und hohen Temperaturen gab es über 100 Zieleinläufer bei einer wundbaren Veranstaltung.

Ein Bericht von Michael Irrgang, 08.06.2014

Foto links: Vorjahressieger Rudi Döhnert vom Salomon Runners Point gewann auch dieses Jahr und wurde damit Deutscher Meister im Ultratrail.

Bei herrlichem Wetter fand am Samstag, den 7. Juni 2014,  in Reichweiler die 14. Deutsche DUV-Meisterschaft im Ultratrail statt. Die Strecke rund um den Keufelskopf, einem Berg mit einer Höhe von 585m in der Pfalz, hat den Namen Keufelskopf Ultratrail (K-UT) und führte die Teilnehmer der Meisterschaft auf einer Länge von 85km bei 3.400 Höhenmeter auf einer sehr abwechslungsreichen Strecke über Wiesen und durch Wälder, über Stock und Stein – ein Trail der schönsten und anspruchsvollsten Art.

02 kRudi Döhnert und Pamela Veith hießen am Ende die überlegenen Sieger und der TV Jahn Kempten gewann die Mannschaftswertung.  Trotz der schweren Strecke und den hohen Temperaturen gab es über 100 Zieleinläufer bei einer wundbaren Veranstaltung.

„Das war der schwerste Lauf, den ich jemals absolviert habe“, sagte die Siegerin der Frauen Pamela Veith, die erst vor vier Wochen in Husum Deutsche Meisterin über 100km wurde und in ihrer langen und erfolgreichen Laufvita z.B. 2012 die Trailmeisterschaft  gewann und im letzten Jahr 12. bei der Ultratrail-Weltmeisterschaft wurde.  So ähnlich äußerten sich viele – sowohl Finisher als auch jene Läuferinnen und Läufer, die aus verschiedensten Gründen den Lauf nicht beenden konnten.  Jeder Zeileinläufer wurde auf dem Platz vor dem Dorfgemeinschaftshaus in Reichweiler mit viel Beifall und Respekt bedacht und bekam vom Chef-Organisator Eric Tuerlings direkt die schöne Medaille umgehängt, die so manch einer vermutlich selbst nachts nicht ablegte. Wie schwer die Bedingungen für viele waren, kann man daran erkennen, dass zur geplanten Siegerehrungszeit nach 13 Stunden Laufzeit erst 41 Finisher registriert wurden und auch nach 16 Stunden, als es nicht nur in Reichweiler bereits dunkel war und der eigentliche Zielschluss längst verstrichen war, noch einige auf der Strecke waren. Aber jeder, der den Cutoff bei km 72 schaffte und dann das Ziel erreichte, wurde aufgrund der äußeren Bedingungen auch gewertet!

03 kDas Rennen war von Anfang an sehr spannend. Insbesondere weil der Lauf zu den Qualifikationsläufen zur WM-Nominierung gehörte, hatten sich einige TOP-Läufer vorgenommen, sich sehr gut zu präsentieren. Sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen waren mit dem Vizeweltmeister Florian Neuschwander und der Seriensiegerin Pamela Veith die Favoriten schnell ausgemacht. Während Florian von Anfang an ein Höllentempo vorlegte, übernahm Pamela erst nach km 20 die Führung von Kim-Dania Schierhorn, die sehr beherzt startete. Durch ein paar zusätzliche Kilometer büßte Florian fast seinen gesamten Vorsprung auf Rene Strosny ein. Warum Florian dann unerwartet noch vor km 40 seinen Lauf beendete ist mir nicht ganz klar: Motivationsprobleme, Schwäche oder eine andere Ursache? Aber auch Rene konnte seinen Lauf nicht beenden, da ihm gegen Ende schlicht die Kraft fehlte und nach ein paar Stürzen entnervt bei km 72 ins Auto stieg. So wurde der Weg frei für Rudi Döhnert, der verhalten begann und sich dann langsam und kontinuierlich Platz um Platz verbesserte. Am Ende gewann er mit fast einer Stunde Vorsprung vor Achim Zimmermann, der im letzten Jahr bei der Ultratrail-DM in Kempten Dritter wurde. Seinen bisher größten Erfolg konnte Philipp Sahm mit dem dritten Platz feiern, der sich ebenfalls seine Kräfte klug eingeteilt hatte.

Nachdem Pamela die Führung übernommen hatte, baute sie sie kontinuierlich aus und gewann ebenfalls mit reichlich Vorsprung. Um Platz zwei gab es fast eine Sprintentscheidung, denn Gabriele Kenkenberg lief eine sehr starke zweite Rennhälfte und musste sich schließlich nur mit einem einminütigen Rückstand auf Kim-Dania Schierhorn mit dem dritten Platz zufrieden geben.

04 kVon großer Bedeutung sind nicht nur für die Betroffenen die Mannschaftswertungen, denn hier zeigt sich die gelebte Vereinsarbeit. Welcher Verein schafft es, drei Läufer an den Start zu bringen? Und dann müssen sie „nur“ noch ins Ziel kommen. Gemeldet hatten 8 Mannschaften, favorisiert waren dabei die Kemptener, denn die Allgäuer hatten nominell drei starke Trailläufer am Start. Bedauerlicherweise haben sich zwei von ihnen durch Unaufmerksamkeit verlaufen und etwa 6 Extrakilometer zurückgelegt und so wurde es zu einer knappen Entscheidung, die die Allgäuer knapp vor den Läufern aus Schwäbisch Gmünd für sich entscheiden konnten.

Mein Fazit fällt sehr positiv aus. Es war die mit Abstand schwerste Meisterschaft in dieser Disziplin, aber die vielen Helfer um den Cheforganisator Eric Tuerlings hatten eine liebevolle Veranstaltung organisiert mit einer gut präparierten und gut markierten Strecke. Es gab eine Rekordbeteiligung und viele gute Ergebnisse. Es gab aber auch eine hohe Ausfallquote. Einige hatten vielleicht die Strecke oder die Folgen des warmen Wetters unterschätzt, andere liefen ein paar Extrakilometer, erlebten Stürze, bekamen die üblichen Kreislauf- und Magenprobleme oder hatten sich einfach ihre Kräfte nicht gut eingeteilt. Für einige Teilnehmer war bereits im Ziel klar, dass sie wiederkommen und die offene Rechnung mit dieser Strecke begleichen wollen. Gelegenheit dazu gibt es im nächsten Jahr zu Pfingsten, am 23.5.2015.

Ich selbst bin den Marathon über 45 km gelaufen und habe fast 8 Stunden dafür gebraucht! Die Strecke empfand ich als so schön, so dass ich es überhaupt nicht eilig hatte, ins Ziel zu kommen.

Die Sieger:

Frauen

1. Pamela Veith, TSV Kusterdingen                                 10:27:00
2. Kim-Dania Schierhorn, Buchholz i.d.N.                         11:24:00
3. Gabriele Kenkenberg, LC Olympia Wiesbaden              11:25:00

Männer

1. Rudi Döhnert, Salomon Runners Point                          8:36:00
2. Achim Zimmermann, F.C.E. Running-Team                   9:31:00
3. Philipp Sahm, LTF Mauschbach                                   9:58:00

Männer-Mannschaften

1. TV Jahn Kempten                                                          34:37
(Bernhard Munz, Ulrich Morgen, Jörg Schreiber)
2. DJK Schwäbisch Gmünd                                                35:29
(Ralf Knodel, Paul Tezlaw, Harald Menzel) 

 

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