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Vorschau 24-Stunden-WM Belfast 2017

Direkt mit Beginn des 2. Halbjahres steht das nächste Ultramarathon-Großereignis vor der Tür: die 12. WM im 24h-Lauf wird am 1./2. Juli in Belfast ausgetragen. Erstmals wird parallel (wie bei den 100km bereits üblich) eine Senioren-WM veranstaltet. Es geht also am kommenden Wochenende für die weltbesten Lang-Ultraspezialisten und Einzel- und Teammedaillen bei der WM und um AK-Medaillen bei der WMA-Senioren-WM.

Für Deutschland starten bei den Männern der amtierende 24h-Weltmeister Florian Reus (LG Würzburg)  sowie Stu Thoms, Günter Marhold, Oliver Leu und Hilmar Langpeter, bei den Frauen Julia Fatton, Sigrid Hoffmann, Antje Krause, Anke Libuda, Antje Schuhaj und Sandra Sons sowie als individuelle Starterin (d.h. ihr Ergebnis zählt nicht für die Teamwertung) Heike Bergmann.

Die Meldeliste ist gespickt mit Hochkarätern, dementsprechend gibt es jeweils einen ganzen Strauss von Medaillenkandidaten. Für das Frauenrennen ist Titelverteidigerin Katalin Nagy (USA) noch nicht einmal absolute Favoritin, denn ihre Landsfrau Courtney Dauwalter ist als neue US-Rekordlerin eine der 3 Frauen im Feld, die bereits mehr als 250km gelaufen sind. Europameisterin Maria Jansson (Schweden) und Vize-EuropameisterinPatrycjaBereznowska (Polen), seit ein paar Monaten die neue Inhaberin des Weltrekords mit 256,244 km, sind in diesem Feld leicht favorisiert. Weitere Kandidatinnen für Top-12-Platzierungen sind aufgrund der Vorleistungen aus den letzten beiden Jahren Jess Baker und Beth Pascal (beide GBR), MizukiAotani (Japan), Aleksandra Niwinska und Agata Matejczuk (beide Polen), Anna Grundahl (Schweden) und Antje Krause (Ultrasportclub Marburg).

Florian Reus ist bei den Männern (Mit-)Favorit, wird aber seinen Titel gegen eine ganze Armada von stärksten Konkurrenten verteidigen müssen: da sind die Briten Robbie Britton und Dan Lawson, YoshihikoIshikawa (Japan), Aleksandr Sorokin (Litauen), AndrejzRadzikowski (Polen) sowie die US-Amerikaner Pete Kostelnik und Jon Olsen, der Weltmeister von 2013.Es ist zu erwarten, dass weitere Athleten mit PBs von bisher unter 258 km in den Kampf um die Einzelmedaillen eingreifen können.

Ich erspare mir einen Ausblick auf die Senioren-WM bzw. die Medaillenkandidaten und Aussichten für unsere deutschen Teilnehmer. Die Premiere der 24h-WMA leidet unter dem Konstruktionsfehler, dass für höhere AK überhaupt keine Meldechance bestand, falls die Vorleistung nicht zur Nominierung ins offizielle WM-Team eines Landes reichte. So werden vermutlich in den AK 55, 60, 65 etc. Senioren und Seniorinnen aus (Nord-)Irland die WM-Medaillen ohne echte internationale Konkurrenz abräumen.

Immer spannend ist traditionell das Rennen um die WM-Teammedaillen. Auch wenn von der Papierform (Addition der jeweils 3 besten Vorleistungen) die deutschen Frauen- und Männerteams deutlich hinter den Medaillenrängen liegen, können wir wie in den Vorjahren auf eine Mannschaftsmedaille hoffen – und andere Nationen werden mit großem Respekt vor den deutschen 24h-Läufern und  –Läuferinnen anreisen, und hoffentlich auch wieder abreisen…

Das Rennen wird am Samstag, den 1. Juli, um 12 Uhr Ortszeit (d.h. 13 Uhr Sommerzeit in Deutschland) gestartet. Wir dürfen uns auf spannende Rennverläufe in den Einzel- und Teamwertungen freuen!

 

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